Steuererklärung: Das sollten Sie wissen

Wenn das Finanzamt keine Steuererklärung von Ihnen erwartet, haben Sie mit hoher Wahrscheinlichkeit zu viel Steuern gezahlt.

Bei der Steuererklärung gibt es grundsätzlich zwei Möglichkeiten: Entweder Sie sind zur Abgabe verpflichtet (Pflichtveranlagung) oder die Erklärung ist freiwillig (Antragsveranlagung). Im ersten Fall müssen Sie, im zweiten Fall sollten Sie unbedingt eine Steuererklärung einreichen.

 

Der Grund: Das Finanzamt lässt Arbeitnehmern nur dann die Wahl, wenn es über die monatlichen Lohnsteuerabzüge eher zu viel Steuern kassiert hat.

 

Die Folge: Wer eine freiwillige Steuererklärung abgibt, erhält im Durchschnitt zirka 1.000 EUR zuviel gezahlter Steuern zurück.

Wie erstelle ich meine Steuererklärung mit möglichst geringem Aufwand?

Für die Abgabe der Steuererklärung haben Sie grundsätzlich folgende Möglichkeiten:

 

  • Ausfüllen der entsprechenden Steuerformulare in Papierform (für Laien nicht zu empfehlen, da fehleranfällig und keine steuerfachliche Unterstützung vorhanden)
  • Nutzung des Elster-Formular (für Laien nicht zu empfehlen, da lediglich formale Ausfüllhilfe, aber keine steuerfachliche Unterstützung vorhanden)
  • Beauftragung eines Steuerberaters (sehr gut, aber deutlich teurer als Steuersoftware; deshalb v.a. für sehr komplexe Steuerfälle empfehlenswert)
  • Nutzung einer Steuersoftware (für die meisten Arbeitnehmer, Rentner und Selbstständige zu empfehlen, da sowohl steuerfachliche Unterstützung als auch zahlreiche weitere Hilfen, wie z.B. Plausibilitätskontrolle, Steuerberechnung, Belegmanager oder Prüffunktion für Steuerbescheid, in der Software enthalten sind; gutes Preis-Leistungsverhältnis)

 

Die beiden Möglichkeiten Steuerberater und Software haben gegenüber den anderen beiden Optionen den entscheidenden Vorteil, dass Sie bei der Steuererklärung nicht auf sich allein gestellt sind. Die Erfahrung zeigt, dass Steuerpflichtige ihre Steuererklärung mit professioneller Unterstützung in der Regel mit deutlich weniger Zeitaufwand erstellen, und dass auch die Steuererstattung im Durchschnitt deutlich höher ausfällt.

Nur wer sich bei den Besten bedient, wird auch bestens bedient - mit einer ordentlichen Steuerrückzahlung.

 

Am besten klappt´s mit den richtigen Profitipps. Wie's gehen kann, zeigt unser kleines "Steuer-Kochbuch"...

 

Jetzt clever Steuern sparen wie Peter

Wann muss ich eine Steuererklärung abgeben?

Zunächst einmal ist es für Sie wichtig zu wissen, ob Sie eine Steuererklärung abgeben müssen. Im Einkommensteuergesetz wird zu diesem Zweck zwischen Pflichtveranlagungen und Antragsveranlagungen unterschieden.

 

Gesetzlich sind Sie nur dann zur Abgabe einer Einkommensteuererklärung verpflichtet (Pflichtveranlagung), wenn Ihre sonstigen Einkünfte (alle Einkünfte außer Lohneinkünften, also beispielsweise Einkommen aus freiberuflicher oder selbstständiger Arbeit, Dividenden, Vermietung, Renten etc.) eine bestimmte Grenze (sog. Grundfreibetrag) überschreiten, oder wenn Sie als Arbeitnehmer Lohnsteuerabzugsmerkmale haben eintragen lassen bzw. über nennenswerte Einkünfte außerhalb der Lohneinkünfte verfügen (mehr dazu s.u.).

 

Ist das nicht der Fall, erwartet das Finanzamt keine Steuererklärung von Ihnen. Trotzdem können Sie natürlich eine freiwillige Steuererklärung (Antragsveranlagung) einreichen. Das geschieht formlos, indem Sie (analog zur Pflichtveranlagung) einfach die entsprechenden Formulare ausfüllen und ans Finanzamt übermitteln.

 

Ihre Einkünfte als Arbeitnehmer werden direkt versteuert. Das bedeutet: Ihr Arbeitgeber behält jeden Monat die für Sie (auf Basis Ihrer ELStAM-Merkmale) individuell berechnete Lohnsteuer von Ihrem Gehalt ein und führt sie direkt an das Finanzamt ab. Früher wurden diese Abzüge auf der Lohnsteuerkarte vermerkt, heute werden sie direkt durch ein papierloses elektronisches Verfahren zur Erhebung der Lohnsteuer mit dem Namen ELStAM (Elektronische Lohnsteuerabzugsmerkmale) an die Steuerbehörden gemeldet. Deshalb müssen Sie als Arbeitnehmer nur dann eine Steuererklärung abgeben, wenn Sie über Zusatzeinkünfte in nennenswerter Höhe verfügen - oder entsprechende Abzugsmerkmale eingetragen sind (z.B. Steuerklassen-Kombination 3/5).

 

Fazit: Als Arbeitnehmer sind Sie nicht zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet, es sei denn:

 

  • Die Summer Ihrer Zusatzeinkünfte (Kapitalerträge, Vermietung, Renten usw.) beträgt mehr als 410 EUR pro Jahr. 
  • Sie haben Elterngeld oder andere staatliche Leistungen (z.B. Arbeitslosengeld, Kurzarbeitergeld, Krankengeld usw.) von mehr als 410 EUR pro Jahr bezogen.
  • Sie haben bei mehreren Arbeitgebern in einem regulären Arbeitsverhältnis (kein pauschal versteuerter Minijob oder Aushilfstätigkeit) gleichzeitig gearbeitet.
  • Sie sind verheiratet, beide Ehepartner sind Arbeitnehmer und haben die Steuerklassenkombination III und V gewählt.
  • Sie haben sich beim Finanzamt (über das sog. Lohnsteuerermäßigungsverfahren) einen Freibetrag in den ELStAM-Daten eintragen lassen.

 

In diesen Fällen sind Sie zur Abgabe einer Steuererklärung verpflichtet, weil sich eine Steuernachzahlung ergeben könnte, die sich das Finanzamt nicht gern entgehen lässt. Meist sind Personen, die eine der genannten Bedingungen erfüllen, beim Finanzamt erfasst und erhalten um den Jahreswechsel herum eine schriftliche Aufforderung zur Abgabe der Einkommensteuererklärung. Das Finanzamt erwartet dann Ihre Steuererklärung bis zum 31.5. des Folgejahres.

 

Eine Fristverlängerung können Sie meist ohne großen Aufwand erreichen, in vielen Fällen genügt schon ein Telefonanruf bei Ihrem Finanzamt. Wenn Sie einen Steuerberater mit der Erstellung Ihrer Steuererklärung beauftragen, gilt in der Regel die Abgabefrist bis zum 31.12. des Folgejahres.

Der große steuern.de Test für Steuersoftware im Video

Mit unserem Steuersoftware-Vergleichstest finden Sie heraus

 

  • welche Lösung für Sie die Richtige ist.
  • welches Produkt, das beste Preis-Leistungs-Verhältnis bietet.

 

 Mehr zum Steuersoftware-Test 2017 

Geld zurück: Deshalb sollten Sie eine Steuererklärung abgeben!

Wenn Sie Arbeitnehmer sind und keine der oben aufgeführten Ausnahmen auf Sie zutreffen, wird für Sie eine Steuerveranlagung nur durchgeführt, wenn Sie diese beantragen (Antragsveranlagung).

 

Der Grund: Das Finanzamt hat kein Interesse daran, da durch den Lohnsteuerabzug (abhängig von Ihrer Steuerklasse und Ihrem Monatslohn) auf keinen Fall zu wenig Lohn- bzw. Einkommensteuer an das Finanzamt abgeführt wird. Denn bei der Berechnung des monatlichen Lohnsteuerabzugs kann Ihr Arbeitgeber nur die in den Steuertabellen aufgeführten und jedem Steuerbürger mindestens zustehenden Pauschalen und Freibeträge ansetzen - Ihre tatsächlich steuerlich abzugsfähigen Kosten kennt er ja nicht.

 

Das bedeutet: Wenn Sie eine Einkommensteuererklärung einreichen, obwohl Sie nicht dazu verpflichtet sind, ist das für Sie niemals von Nachteil. Im ungünstigsten Fall haben Sie alle abzugsfähigen Kosten ausgeschöpft und die Steuererklärung umsonst gemacht.

 

Rechtssicher und individuell: Mit Steuersoftware sind Sie auf der sicheren Seite

In 9 von 10 Fällen erhalten Arbeitnehmer, die eine Antragsveranlagung einreichen, allerdings Geld vom Finanzamt zurück. Der einfachste Weg, um die Höhe einer möglichen Steuerrückzahlung zu prüfen, ist die Verwendung einer Steuersoftware. Marktübliche Programme wie TAXMAN erleichtern Ihnen nicht nur die Erstellung einer rechtssicheren Steuererklärung. Sie haben noch einen weiteren Vorteil: Nach Eingabe aller Daten sehen Sie sofort, mit welcher Steuererstattung Sie rechnen können.

 

Welche Teile einer Steuererklärung muss ich abgeben?

Als Arbeitnehmer müssen Sie für Ihre Einkommensteuererklärung mindestens den Mantelbogen (Mantelvordruck) und die Anlage N (für Einkünfte aus nicht selbstständiger Arbeit, z. B. Lohn) ausfüllen. Welche Steuerformulare Sie sonst noch ausfüllen müssen, hängt von Ihrer individuellen Situation ab. Hier eine Übersicht der wichtigsten Anlageformulare bzw. Vordrucke:

 

Wann kann ich mit einer Steuererstattung rechnen?

Aussicht auf eine Steuerrückerstattung haben Sie grundsätzlich immer dann, wenn zu viel Lohnsteuer einbehalten wurde. Das geschieht sehr häufig. Ein Grund sind die Lohnsteuertabellen, aus denen der Arbeitgeber die Lohnsteuer abliest. Diese gehen davon aus, dass der Arbeitslohn des jeweiligen Monats gleichmäßig über 12 Monate gezahlt wird, was durch Akkordzuschläge, Sonderzahlungen (Urlaubs- oder Weihnachtsgeld) oder ausbezahlte Überstunden jedoch selten der Fall ist.

 

Außerdem unterstellen sie (weil sie ja allgemeingültig sein müssen), dass der Arbeitnehmer keine Ausgaben hat, die über den jeweiligen Freibeträgen liegen. Da diese Konstellation nur auf sehr wenige Arbeitnehmer zutrifft, können Sie in den meisten Fällen mit einer Steuerrückerstattung rechnen. Typische Fälle für eine Steuerrückerstattung sind:

 

  • Ihre Werbungskosten (z. B. Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte, doppelte Haushaltsführung, Berufskleidung, Fortbildungen etc.) im Zusammenhang mit Ihrer beruflichen Tätigkeit sind höher als der Arbeitnehmerpauschbetrag von 1.000 EUR.
  • Sie waren nicht das ganze Jahr berufstätig.
  • Ihr Lohn oder Gehalt wurde nicht gleichmäßig auf 12 Monate verteilt (sehr häufig bei Akkordzuschlägen oder Einmalzahlungen wie Urlaubs- oder Weihnachtsgeld, Tantiemen, Gewinnbeteiligung usw.).
  • Sie haben durch selbstständig ausgeübte Nebentätigkeiten oder Vermietung Verluste hinnehmen müssen (Renovierungsmaßnahmen), die Sie mit Ihren positiven Lohneinkünften verrechnen und in Ihrer Steuererklärung berücksichtigen können.
  • In Ihrer Steuererklärung sind außergewöhnliche Belastungen zu berücksichtigen (z.B. Unterstützungsleistungen für bedürftige Eltern, Kinder, Ausbildungskosten für Kinder, Krankheitskosten usw.).
  • Ihre Sonderausgaben ohne Versicherungen (Spenden, Kirchensteuer, Ausbildungskosten) sind höher als der Sonderausgabenpauschbetrag von 36 EUR pro Jahr.