Alles zu ELSTER

Bernhard Köstler
Zuletzt aktualisiert:
08. Juli 2024
Lesedauer:
9 Minuten
Die schnelle Antwort

Was ist ELSTER?

ELSTER ist eine Abkürzung für „Elektronische SteuerErklärung“. Es geht hier also um ein Softwareprogramm und nicht um den diebischen Vogel. Die Software wird von den Steuerverwaltungen herausgegeben. Sie soll Steuererklärungen über das Internet ermöglichen.

ELSTER ist das Verfahren der elektronischen Übermittlung einer Steuererklärung. Das Finanzamt bietet Steuerzahler:innen ein kostenloses Steuerberechnungsprogramm an, mit dem sie die Steuererklärung elektronisch erstellen und abschicken können. Die Rede ist von "Mein Elster". Damit geht die Steuererklärung komfortabler als mit Papierformularen. Allerdings dürfen Sie sich von Elster keine Steuerspartipps erwarten! Die meisten Steuersoftware-Anbieter nutzen ebenfalls das Elster-Verfahren für die Übermittlung der Daten. Sie bieten Ihnen jedoch deutlich mehr Unterstützung und Tipps, als die Programme vom Amt. Finden Sie hier heraus, wie Elster funktioniert und welche Alternativen es für Sie gibt.

Mit einer Steuersoftware erstellen Sie Ihre Steuererklärung schneller, sicherer und einfacher. Welche ist die richtige für Sie? Steuern.de-Nutzer haben fünf Programme bewertet.

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Was ist Elster und wie funktioniert es?

Der Begriff Elster wird oft synonym für die Erstellung und Abgabe der Steuererklärung mit der Software des Finanzamts verwendet. Tatsächlich meint ELSTER (ELektronische STeuerERklärung) lediglich die Methode des elektronischen Datentransfers zwischen Steuerzahler:in und Finanzamt, die seit 2005 eingesetzt wird.

Auf dieser Seite soll es jedoch um die Software gehen, die landläufig als „Elster“ bekannt ist. Arbeitnehmer:innen, Rentner:innen oder Inhaber:innen eines kleinen Unternehmens können die Elster-Software kostenlos nutzen, um ihre Steuererklärung elektronisch zu erstellen. Seit 2014 können Sie alle unter Ihrer persönlichen Steuernummer bei der Finanzverwaltung gespeicherten Daten direkt in Ihre Steuererklärung übernehmen.

Auch handelsübliche Steuersoftware, Steuerberater:innen und Lohnsteuerhilfevereine nutzen das Elster-Verfahren, um die Steuererklärung an das Finanzamt zu übermitteln. Der Unterschied zwischen Elster und anderen Steuerprogrammen liegt in der Aufbereitung der Formulare:

Steuererklärung: auf Papier oder elektronisch?Natürlich ist keine Privatperson dazu verpflichtet, Elster zu nutzen. Für Nostalgiker gibt es (noch) die Papierformulare.

Was ist "Mein Elster"?

Mit Mein Elster besteht die Möglichkeit, die Steuererklärung direkt online auszufüllen und abzuschicken. Diese Variante wird von den Steuerbehörden stark beworben.

ElsterFormular wurde abgeschafft!

Früher gab es zwei Elster-Varianten: Neben Mein Elster gab es noch das Steuerprogramm ElsterFormular. 2021 wurde  die Offline-Variante ElsterFormular jedoch abgeschafft. 

Das Aus für ElsterFormularDie Steuererklärung für das Steuerjahr 2019 war die letzte, die mit ElsterFormular erstellt werden konnte.

Das heißt, die Erklärung für das Jahr 2020 (abzugeben ist diese 2021) musste mit einer anderen Lösung abgegeben werden.

Werfen Sie gleich einen Blick in unseren Steuersoftwaretest, um die passende Lösung für sich zu finden:

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Alternativen zu Elster

Elster-Alternativen gibt es viele. Mit einer Steuersoftware sind Sie in den allermeisten Fällen besser beraten als mit der Software vom Amt. Welche Software am besten zu Ihnen passt, hängt von Ihren Anforderungen und Vorlieben ab. Unser Steuersoftware-Vergleich unterstützt Sie bei Ihrer Entscheidung. 

Welches Finanzamt ist für mich zuständig?

Grundsätzlich ist das Finanzamt für Sie zuständig, in dessen Bezirk Sie im Zeitpunkt der Abgabe der Steuererklärung wohnen. Es gibt aber auch Ausnahmen von dieser Regel! In diesem Artikel zeigen wir Ihnen, welches Amt für Sie zuständig ist:

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Mein Elster – die Online-Variante der Software vom Amt

Mein Elster das Online-Portal von Elster. Nachdem Sie sich hier registriert haben, können Sie Ihre Steuererklärung damit erledigen, ohne sie ausdrucken oder mit der Post verschicken zu müssen. Das Problem ist das gleiche wie früher bei ElsterFormular: Sie können nicht direkt loslegen. Stattdessen vergehen oft Wochen, bis Sie freigeschaltet werden. Das geht mithilfe Ihrer Steuernummer und mit den Aktivierungs-Codes, die Sie per E-Mail und Post vom Finanzamt erhalten.

Auch wenn sich die Online-Lösung vom Amt nicht unbedingt mit Ruhm bekleckert, hat sie im Vergleich zum früheren ElsterFormular die Nase vorn. Das Elster-Verfahren hat das Ziel, auf kurz oder lang den gesamten Prozess der Einkommensteuererklärung zu digitalisieren. Das Portal Mein Elster wird daher immer mehr zum Online-Finanzamt. Hier können Sie neben der Abgabe der Steuererklärung auch Ihre Lohnsteuermerkmale (ElStAM) und Steuerbescheide abrufen sowie einsehen, welche Daten das Finanzamt über Sie gespeichert hat.

 

Der große Vorteil von Mein Elster…

… im Vergleich zum früheren ElsterFormular ist die deutlich aufgeräumtere und modernere Benutzeroberfläche. Nach der etwas aufwendigen Registrierung können Sie nicht nur die Formulare nutzen, sondern auch andere Leistungen der Finanzverwaltung. Dazu gehören der Belegabruf für die vorausgefüllte Steuererklärung oder auch eine Information über den Stand Ihres „Steuerkontos“. Hier sehen Sie zum Beispiel, ob es offene Forderungen gibt oder ob Sie demnächst eine Rückzahlung bekommen.

 

Der große Nachteil von Mein Elster…

…ist der gleiche, wie früher bei ElsterFormular: Das Programm gibt Ihnen keine Steuertipps. Sie müssen im Hinterkopf behalten, dass das Finanzamt natürlich kein Interesse daran hat, dass Sie Steuern sparen – ganz im Gegenteil. Hier können Sie mit professioneller Steuersoftware mehr rausholen, denn diese macht Sie auf Möglichkeiten, Steuern zu sparen, aufmerksam!

 

In 10 Minuten Geld zurück?!Für leichte Steuerfälle reicht oft die sogenannte „vereinfachte Steuererklärung“. Erfahren Sie hier, wie das funktioniert, für wen sie infrage kommt und welche Alternativen es gibt!

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Elster-Zertifikat: Wie läuft die Elster-Registrierung ab?

Wenn Sie Ihre Steuererklärungen mit Elster elektronisch abgeben wollen, müssen Sie sich zuvor registrieren und eine Zertifikatsdatei herunterladen. Hierfür gibt es unterschiedliche Möglichkeiten.

Für Arbeitnehmer:innen - Anmeldung mit einer Zertifikatsdatei

Ein einfaches Elster-Zertifikat (elektronischer Schlüsselcode) können Sie sich kostenfrei auf die Festplatte Ihres (einzelnen) PCs herunterladen. Sie müssen sich hierzu auf der Seite des Finanzamts registrieren und erhalten dann eine E-Mail und zusätzlich einen Brief mit den Aktivierungsdaten. Mit diesen können Sie dann ihre Zertifikatsdatei herunterladen und sich künftig damit einloggen.

Login mit Personalausweis und Kartenlesegerät

Wer ein passendes Kartenlesegerät (funktioniert übrigens auch per Smartphone) sein Eigen nennt, kann sich auch mit der AusweisApp2 und seinem Personalausweis registrieren.

Für Unternehmer:innen - Login mit einem Sicherheitsstick

Für Unternehmer:innen ist die Login-Variante mit einem Sicherheitsstick interessant. Sie erhalten Ihr elektronisches Zertifikat auf einem speziellen USB-Sicherheitsstick. Damit erreichen Sie höchste Benutzerfreundlichkeit und können die Steuererklärungen von verschiedenen PCs elektronisch versenden. Allerdings benötigen Sie eine spezielle Software und müssen einmalig knapp 50 Euro für die Anschaffung des Sticks zahlen.

Auf www.elster.de finden Sie ausführliche Schriftt-für-Schritt-Anleistungen zur Registrierung sowie einfache Erklärvideos.

Für Steuerberater:innen - Signaturkarte

Die Premium-Variante ist der Login mit einer speziellen Signaturkarte. Damit erreichen zum Beispiel Steuerberater:innen höchste Sicherheit. Außerdem haben Sie die Möglichkeit, den Inhalt Ihres Steuerkontos (z. B. fällige und offene Beträge, geleistete Zahlungen etc.) abzufragen. Allerdings ist dies auch die kostspieligste Lösung, denn ein Kartenlesegerät und eine unterstützte Signaturkarten müssen selbst besorgt werden. Dabei liegen die Anschaffungskosten bei 50 – 150 Euro.

Was ist ElsterSecure? 

Bei ElsterSecure benötigen Sie kein Zertifikat mehr, um sich per Smartphone oder Tablet auf Elster einloggen zu können.  Sie können mit Ihrem Smartphone oder mit Ihrem Tablet die Registrierung für Mein Elster abschließen und einen Zugangsschlüssel auf Ihrem mobilen Gerät sicher in ElsterSecure speichern. Damit ist es möglich, überall auf Mein Elster zugreifen. ElsterSecure können Sie über die App-Stores Google-Play und Apple App Store installieren.

Tipp: Leichtere Anmeldung bei professioneller SteuersoftwareManche Steuersoftware-Lösungen ermöglichen eine authentifizierte Abgabe auch ohne das umständliche Elster-Zertifikat. Bei smartsteuer funktioniert dies zum Beispiel ganz einfach dadurch, dass die Steuererklärung am Ende mit einem verifizierten PayPal-Konto bezahlt wird. Dies ist sogar für Unternehmer:innen, die eine Einnahmen-und-Überschuss-Rechnung (EÜR) abgeben, möglich. Alternativ kann die Authentifizierung auch durch einen kurzen Videoanruf getätigt werden (WebID).

Elster für Unternehmer:innen - das müssen Sie bei der elektronischen Steuererklärung beachten

Als Unternehmer:in sind Sie dazu verpflichtet, Ihre Steuererklärung elektronisch abzugeben. Hier erfahren Sie, was Sie speziell als Unternehmer:in beim Elster-Verfahren beachten müssen:

Muss zwingend die Software der Finanzverwaltung genutzt werden?

Als Unternehmer:in müssen Sie bestimmte steuerliche Daten elektronisch übertragen – das heißt jedoch nicht, dass Sie dazu die Software Elster von der Finanzverwaltung nutzen müssen!

Es gibt zahlreiche Softwarelösungen, die auf die Elster-Schnittstelle zugreifen und auch den Ansprüchen einer gewerblichen Steuererklärung genügen. In den meisten Fällen bieten diese Vorteile gegenüber der Amts-Software, da sie zum Beispiel Steuerspartipps liefern. Bei Elster fehlen diese natürlich. Eine beliebte Software ist zum Beispiel TAXMAN.

 

Welche Daten müssen elektronisch an die Finanzverwaltung übermittelt werden?

Nach den Steuergesetzen und der Steuerdaten-Übermittlungsverordnung (StÜDV) müssen 

  • elektronischen Lohnsteuerbescheinigungen,
  • Lohnsteuer-Anmeldungen,
  • Umsatzsteuer-Voranmeldungen,
  • Anträge auf Dauerfristverlängerung zur Abgabe von Umsatzsteuer-Voranmeldungen,
  • die damit verbundene Anmeldung der Sondervorauszahlung
  • und die Umsatzsteuerjahreserklärung

auf elektronischem Weg an die Finanzbehörde übermittelt werden. Bei der Umsatzsteuer gilt dies selbst dann, wenn nur Einkünfte aus Vermietung vorliegen.

 

Praxis-Tipp: Geben Sie Ihre Steueranmeldungen zur Umsatz- oder Lohnsteuer rechtzeitig ab.Das Finanzamt soll berichtigte oder verspätet abgegebene Steuer(vor)anmeldungen zwar nur in begründeten Einzelfällen an die Buß- und Strafsachenstelle weiterleiten. Kommen solche Verspätungen aber des Öfteren vor, kann das (neben Verspätungszuschlägen) nachteilige Folgen haben.

 

Falls Sie mit Ihrem Unternehmen Gewinneinkünfte erklären (z. B. Gewerbebetriebe, Freiberufler etc.), müssen Sie die Einkommen- und ggf. die Gewerbesteuererklärung zwingend in elektronischer Form beim Finanzamt einreichen. Bei Gewinnermittlung durch Überschuss-Rechnung ist auch die Anlage EÜR elektronisch abzugeben. Bilanzierende Steuerpflichtige sind verpflichtet, den Jahresabschluss (Bilanz und Gewinn- und Verlustrechnung) als E-Bilanz elektronisch einzureichen.

 

Praxis-Tipp: Ausnahme von der elektronischen Übermittlung durch Härtefallregelung.Wenn Ihnen eine elektronische Übermittlung der E-Bilanz wirtschaftlich oder persönlich unzumutbar ist, können Sie einen Antrag bei Ihrem Finanzamt stellen. Das Finanzamt kann dann auf eine elektronische Übermittlung verzichten, wenn Ihnen die Schaffung der technischen Möglichkeiten für eine elektronische Übermittlung nur mit erheblichen finanziellem Aufwand möglich wäre oder wenn Sie nicht oder nur eingeschränkt in der Lage sind, die Möglichkeiten der elektronischen Übermittlung zu nutzen.

Elster oder Steuersoftware - was ist besser?

Ist die Software vom Amt vielleicht doch eine „diebische Elster“? Mein Elster ist zwar kostenlos, bietet allerdings keinerlei steuerberatende Funktionen, Ausfüllhilfen oder gar Begleitliteratur. Man muss sich ins Gedächtnis rufen: Das Programm wird von der Finanzverwaltung angeboten – und diese hat natürlich kein Interesse daran, Ihnen beim Steuernsparen zu helfen.

Es werden quasi nur die Papiervordrucke am Bildschirm angezeigt. Aus diesem Grund ist Mein Elster nur für Steuerprofis zu empfehlen. Alle anderen sind mit einer professionellen Steuersoftware für Ihre Einkommensteuererklärung besser bedient. Die bietet eine deutlich bessere Nutzerführung und ermöglicht damit nachweislich eine höhere Steuerrückerstattung. Die Anschaffung einer Steuersoftware rentiert sich daher auf jeden Fall. Sie hilft Ihnen dabei, alles anzugeben, was Ihre Steuerlast mindert – das macht Mein Elster garantiert nicht!

 

Welche ist die richtige Steuersoftware für Sie?Für unterschiedliche Anforderungen gibt es ganz unterschiedliche Produkte. Finden Sie heraus, welche Steuersoftware zu Ihnen passt!

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Fazit: Mit professioneller Steuersoftware sind die meisten besser beraten

Professionelle Steuersoftware bietet deutlich mehr als die Elster-Programme. Programme wie zum Beispiel smartsteuer führen Sie mittels Assistenten Schritt für Schritt durch die Steuererklärung und geben hilfreiche Steuerspar-Tipps. So ist sichergestellt, dass Sie keine Absetzmöglichkeit vergessen. Sie können Ihren steuerlichen Gestaltungsspielraum voll ausschöpfen und alle Freibeträge, mögliche Vorsorgeaufwendungen oder außergewöhnliche Belastungen steuersparend nutzen. 

Übrigens:Die Kosten für die Software können Sie bei Ihrer nächsten Steuererklärung absetzen. So schlagen Sie der Finanzverwaltung ein Schnippchen!

Kann man mit Elster die Grundsteuererklärung machen?

Gute Nachricht für Immobilieneigentümer:innen, die vom Finanzamt zur Abgabe einer Grundsteuererklärung aufgefordert werden. Auch die Grundsteuererklärung kann über Mein Elster ausgefüllt und in elektronischer Form ans Finanzamt übermittelt werden. 

Praxis-Tipp Sollten Sie etwa aus Altersgründen nicht über einen Elster-Zugang verfügen, kann das Ausfüllen und der elektronische Versand ausnahmsweise auch von Familienmitgliedern über deren Elster-Zugang erledigt werden.  

Sind Sie bereits auf Mein Elster registriert, müssen Sie in punkto Grundsteuererklärung nicht viel beachten. Sie loggen sich wie gehabt ein, suchen nach dem Grundsteuerformular und füllen dieses aus. Zum Ausfüllen stehen Ihnen eine Ausfüllanleitung sowie Links zu Informationsseiten der Finanzverwaltung rund um das Thema Grundsteuerreform und Grundsteuererklärung zur Verfügung.  


Profilfoto Bernhard Köstler

Bernhard Köstler

Bernhard Köstler ist Dipl.-Finanzwirt, Journalist und Fachbuchautor.

Er ist seit 1991 in der Münchener Finanzverwaltung tätig.

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