Werbungskosten: Welche Ausgaben kann ich in der Steuererklärung geltend machen?

Werbungskosten: Nutzen Sie auf jeden Fall den Arbeitnehmer-Pauschbetrag.

Manchmal muss man zunächst Geld ausgeben, um Geld zu verdienen. Diese alte Weisheit hat auch das Finanzamt erkannt und lässt deshalb den Abzug von Werbungskosten im Rahmen der jährlichen Steuererklärung zu.  Werbungskosten sind Ausgaben, die Sie haben, um Ihre Einnahmen zu sichern. Zu den typischen Werbungskosten von Arbeitnehmern gehören Ausgaben für Arbeitsmittel, Fachbücher, Fortbildungen oder Dienstreisen. Aber auch Renovierungskosten für eine vermietete Wohnung oder Betriebsausgaben können als Werbungskosten die Steuerlast verringern.

 

 

In diesem Artikel erfahren Sie:

 

 

Das Wichtigste zuerst: Nutzen Sie den Arbeitnehmer-Pauschbetrag!

Denn auch wenn die Werbungskosten darunter liegen, lohnt sich die Abgabe einer Steuererklärung!

Ihr Vorteil: In Ihrer Steuererklärung dürfen Sie diese Kosten als Werbungskosten abziehen, und können damit Ihr zu versteuerndes Einkommen und Ihre Steuerlast mindern. Als Arbeitnehmer mit Lohnsteuerkarte können Sie auf jeden Fall den Arbeitnehmer-Pauschbetrag von 1.000 EUR von der Steuer absetzen. Dieser pauschale Abzug lohnt sich immer dann, wenn Ihre tatsächlich angefallenen Aufwendungen geringer waren. Falls Ihre Ausgaben höher waren, können Sie diese als Werbungskosten geltend machen, müssen sie aber dann belegen.

Werbungskosten in der Steuererklärung geltend machen: So gelingt die Steuererklärung

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Welche Kosten kann ich in der Steuererklärung als Werbungskosten absetzen?

Bei dem Ausfüllen der Steuererklärung dürfen Sie Werbungskosten jeweils bei der Einkunftsart (Lohn, Gehalt, Kapitalerträge, Einkünfte aus Vermietung etc.) abziehen, bei der sie entstehen. Hier finden Sie die am häufigsten vorkommenden Arten von Werbungskosten.

 

Typische Werbungskosten bei Einkünften aus nichtselbstständiger Arbeit

 

Typische Werbungskosten bei Einkünften aus Vermietung und Verpachtung

  • Abschreibungen/Gebäude
  • Annoncen im Zusammenhang mit der Mietersuche
  • Beiträge zum Hausbesitzerverein
  • Erbbauzins
  • Erschließungs-/Anschlusskosten, z. B. Zinsen, Kosten einer Grundschuldbestellung
  • Finanzierungskosten (Zinsen, Kosten einer Grundschuldbestellung etc.)
  • Grundsteuer
  • Heizkosten
  • Gartenanlagen
  • Kabelanschluss (Aufwendungen für den Anschluss an das Breitbandkabel sind bei bestehenden Gebäuden als Reparaturen absetzbar)
  • Kontoführungsgebühr (pauschal 16 EUR je Objekt)
  • Mietvertragsformulare
  • Möbel
  • Rechtsanwalts- und Prozesskosten im Zusammenhang mit Streitigkeiten mit dem Mieter und Handwerkern, die Reparaturen unsachgemäß durchgeführt haben
  • Reparaturen
  • SAT-Schüssel (Aufwendungen für die Anbringung einer SAT-Anlage sind bei bestehenden Gebäuden als Reparaturen abzugsfähig)
  • Verwaltungskosten, z. B. Kosten für Schriftverkehr und Telefonate mit dem Mieter
  • Wasser (Kosten für Entwässerung)
  • Vermietung/Immobilien

 

Werbungskosten bei Einkünften aus Kapitalvermögen

Werbungskosten für Kapitaleinnahmen sind nur noch in wenigen Ausnahmefällen abzugsfähig. Der Grund: In den meisten Fällen unterliegen Kapitalerträge der pauschalen Abgeltungssteuer (25 %) und nicht mehr dem individuellen Einkommensteuertarif. Mit dem Sparerpauschbetrag sind alle Werbungskosten im Zusammenhang mit dieser Einkunftsart abgegolten.  

 

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Welche Voraussetzungen müssen für den Abzug von Werbungskosten in der Steuererklärung erfüllt sein?

Diese Grundregeln gelten, damit Sie Werbungskosten in der Steuererklärung abziehen und damit Ihre Steuer mindern können:

 

  • Die Werbungskosten müssen aus beruflichen Gründen entstanden sein. Sehr viele Aufwendungen sind zum Teil beruflich, zum Teil privat veranlasst. Steuerlich spricht man dann von einer "gemischten Veranlassung". Auch bei solchen Aufwendungen ist unter bestimmten Voraussetzungen ein Werbungskostenabzug (zumindest anteilig) möglich, und zwar wenn der beruflich veranlasste Anteil der Werbungskosten erkennbar und nicht von untergeordneter Bedeutung ist.
  • Auch vorab entstandene Werbungskosten können Sie unter bestimmten Umständen geltend machen, z. B. Bewerbungskosten.
  • Auch Werbungskosten, die sich nachträglich als vergeblich herausgestellt haben, dürfen Sie abziehen (z. B. für eine Bewerbung, die zu keiner Anstellung geführt hat).
  • Werbungskosten werden in dem Jahr berücksichtigt, in dem Sie sie bezahlen, hier gilt das sogenannte Abflussprinzip. Ausnahme: Bei Gegenständen, die Sie mehrere Jahre nutzen, wie Computer oder Möbel, kommt es zu einer Verteilung der Aufwendungen auf die Nutzungsdauer des Gegenstands (siehe auch Abschreibungen/Anschaffungs- und Herstellkosten).
  • Übersteigen die Werbungskosten die Summe der Einnahmen, kommt es zu einem Verlust. Das kann z. B. bei einer Großreparatur bei einem Mietwohngrundstück passieren.

 

 

Achtung: Für Arbeitnehmer gilt grundsätzlich: Ohne Beleg kein Werbungskostenabzug! Dagegen ist es im Zusammenhang mit Vermietungseinkünften nicht üblich, der Steuererklärung Belege beizulegen. Ausnahme: Reparaturaufwendungen in großem Umfang.

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In welcher Höhe darf ich Werbungskosten in der Steuererklärung abziehen?

Für Werbungskosten gibt es bestimmte Pauschbeträge und Pauschalen, die Sie auf jeden Fall abziehen dürfen - selbst dann, wenn Sie keine Ausgaben hatten. Ein pauschaler Abzug der Werbungskosten lohnt sich immer dann, wenn die Pauschbeträge/Pauschalen höher sind als Ihre tatsächlich angefallenen Aufwendungen. Liegen Ihre Ausgaben für Werbungskosten oberhalb der Pauschbeträge bzw. Pauschalen, können Sie diese höheren Kosten geltend machen. Dann müssen Sie die Ausgaben aber konkret nachweisen, also Belege zusammen mit Ihrer Einkommensteuererklärung einreichen.

 

Werbungskostenpauschbeträge. Wenn Sie keine höheren Aufwendungen geltend machen, erhalten Sie automatisch folgende Werbungskostenpauschbeträge:

 

  • Arbeitnehmer Pauschbetrag: Arbeitnehmer mit Lohnsteuerkarte unabhängig von der Beschäftigungsdauer und der Anzahl der Beschäftigungsverhältnisse: 1.000 EUR (= Arbeitnehmerpauschbetrag).
  • Wenn Sie eine Rente, Pension oder Unterhaltszahlungen erhalten: 102 EUR

 

Pauschalen bei Werbungskosten. Grundsätzlich können Sie nur tatsächliche Aufwendungen, die Sie nachweisen können bzw. die glaubhaft sind, als Werbungskosten abziehen. Im Einzelfall lässt das Finanzamt aber auch pauschale Abzüge zu, wenn höhere Kosten nachgewiesen werden. Sind Ihre Werbungskosten als Arbeitnehmer bspw. höher als die Arbeitnehmerpauschale, akzeptiert das Finanzamt einen pauschalen Abzug von 110 EUR für Arbeitsmittel und 16 EUR für Kontoführungsgebühren.

 

Pauschale Betriebsausgaben (BA). Bestimmte Berufsgruppen können einen pauschalen Betriebsausgabenabzug in Anspruch nehmen. Trotzdem können Sie natürlich höhere Betriebsausgaben nachweisen.

 

Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung. Für jedes vermietete Haus bzw. jede Eigentumswohnung können Sie pauschal 16 EUR Bankgebühren absetzen. Für Verwaltungskosten, z. B. für Fahrten zum Mietwohngrundstück im Zusammenhang mit Reparaturen, können Sie pauschal 50 EUR abziehen.