Rentenbesteuerung - so wird Ihre Rente besteuert

steuern.de Redaktion
Zuletzt aktualisiert:
02. Juni 2021
Lesedauer:
13 Minuten
Die schnelle Antwort

Wieso wird die Rentenbesteuerung kritisiert?

  • Aufgrund der Systematik der Rentenbesteuerung kann es zu einer Doppelbesteuerung kommen.
  • Das heißt: Ein Teil der Rente wird besteuert, obwohl die Rentenversicherungsbeiträge bereits aus versteuertem Einkommen bezahlt wurden.

Als Rentner müssen Sie Ihre Rente bis auf wenige Ausnahmen (z. B. Rente aus gesetzlicher Unfallversicherung) versteuern. Weil aber die Rentenbeiträge in der Ansparphase steuerlich sehr unterschiedlich behandelt werden, ist auch die Besteuerung der Rente alles andere als einheitlich. Auf welche Art und in welcher Höhe Sie Ihre Rente versteuern müssen und welche Freibeträge Sie dabei in Anspruch nehmen können, lesen Sie in diesem Beitrag.

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Besteuerung der Rente

Renten und andere Vorteile, die Ihnen aus einem früheren Arbeitsverhältnis zufließen, sind Versorgungsbezüge und werden im Rahmen der Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit besteuert. Dazu gehören insbesondere die Betriebsrente, die Ihr früherer Arbeitgeber an Sie bezahlt, oder die Beamtenpension. 

Renten, die nicht der frühere Arbeitgeber zahlt und die nicht steuerfrei sind, werden als sonstige Einkünfte besteuert. Es handelt sich dabei um Leibrenten, d. h. Renten, die auf Lebenszeit gezahlt werden, und um abgekürzte Leibrenten mit einer Höchstlaufzeit. Reine Zeitrenten werden nicht als sonstige Einkünfte besteuert.

Doch nicht alle Renten unterliegen der Besteuerung. So sind z. B. Renten aus der gesetzlichen Unfallversicherung (Berufsgenossenschaft), einer privaten Pflegeversicherung, Renten, die an Wehrdienst- oder Zivildienstbeschädigte oder deren Hinterbliebene gezahlt werden, oder Renten aufgrund der gesetzlichen Vorschrift zur Wiedergutmachung nationalsozialistischen Unrechts und SED-Opferrenten steuerfrei.

 

Praxis-Tipp: Neue Anlagen für RentnerDie bisherige Anlage R wurde in drei Anlagen aufgeteilt: Anlage R für Renten aus dem Inland, Anlage R-AUS für Renten aus ausländischen Versicherungen bzw. einem ausländischen Rentenvertrag und Anlage R-AV/bAV für Leistungen aus Altersvorsorgeverträgen und aus der betrieblichen Altersversorgung. Lesen Sie auch unsere Gestaltungshinweise zur Anlage R und werfen Sie einen Blick in unsere Ausfüllhilfe für die Anlage R.

Neuregelung der Rentenbesteuerung durch BFH-Urteile

Aktuell: BFH-Urteile vom 31.05.2021Am 31.05.2021 wurden zwei lange erwartete Urteile des Bundesfinanzhofs zur Rentenbesteuerung veröffentlicht. Der Bundesfinanzhof hat in zwei Musterprozessen gegen die angenommene Doppelbesteuerung der Rente entschieden. Die Klagen wurden zwar abgewiesen – gleichzeitig definiert das höchste deutsche Finanzgericht aber erstmals Regeln für die Berechnung der Rentenbesteuerung.

Die obersten Finanzrichter stellen damit die Art und Weise, wie Rentner bisher besteuert werden, infrage: Der BFH-Senat nimmt an, dass „künftige Rentnerjahrgänge in mehr Fällen von der doppelten Besteuerung betroffen sein werden, als die Finanzverwaltung meint“.

Doppelbesteuerung bedeutet: Es wird ein Teil der Rente besteuert, obwohl die Rentenversicherungsbeiträge während des Erwerbslebens bereits aus versteuertem Einkommen bezahlt wurden. Eine solche Doppelbesteuerung ist verfassungswidrig.

Neue Formel soll Doppelbesteuerung verhindern

Der steuerpflichtige Anteil der Rente hängt ab vom Jahr des Renteneintritts. Wer 2005 in Rente ging, wird mit einem Anteil von 50 Prozent besteuert. Der Anteil steigt bis zu einem Renteneintritt 2040 auf 100 Prozent. Der Anteil der Rente, der nicht besteuert wird – der Rentenfreibetrag – sinkt dementsprechend jährlich. Um eine Doppelbesteuerung zu verhindern, fördert der Staat seit 2005 die Altersvorsorge mit über die Zeit steigenden Steuerersparnissen. Das bezeichnet man als „steuerfreien Rentenzufluss“. Zu diesem rechnet das Bundesfinanzministerium den Rentenfreibetrag, den Grundfreibetrag sowie die Beiträge von Rentnern zur Kranken- und Pflegekasse.

Nach Einschätzung des BFH dürfen jedoch weder der Grundfreibetrag (2021: 9.744 Euro / Jahr) noch Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge in die Berechnung des steuerfreien Anteils mit einbezogen werden. Jetzt ist das Bundesfinanzministerium am Zug und muss die Rentenbesteuerung reformieren. Viel passieren dürfte vor der Bundestagswahl jedoch nicht mehr. Finanzstaatssekretär Rolf Bösinger erwartet, dass die nächste Bundesregierung in der kommenden Legislaturperiode entsprechende Neuregelungen treffen werde.

Wer kann von Doppelbesteuerung betroffen sein?

Der Bundesfinanzhof sieht die Gefahr einer doppelten Besteuerung vor allem in der Zukunft: Für Rentner späterer Jahrgänge steigt die Wahrscheinlichkeit, doppelt besteuert zu werden, deutlich an. Grund dafür ist der jährlich sinkende Rentenfreibetrag. Ohne eine Reform der Rentenbesteuerung sind gesetzlich Rentenversicherte, die heute 48 Jahre alt oder jünger sind, besonders betroffen. Sie bekommen keinen Rentenfreibetrag mehr, zahlen aber jahrelang Beiträge aus ihrem versteuerten Einkommen in die Rentenkasse ein.

Bereits heute können Rentner von einer Doppelbesteuerung betroffen sein, wenn mehrere dieser Merkmale auf sie zutreffen:

  • Erst kürzlich in Rente gegangen.
  • Ehemalige Selbstständige. Sie haben keine steuerfreien Arbeitgeberanteile erhalten.
  • Männer sind wegen ihrer statistisch kürzeren Lebensdauer häufiger betroffen.
  • Unverheiratete Senioren.
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Wie werden gesetzliche und staatlich geförderte Renten versteuert?

Die Renten aus der gesetzlichen Rentenversicherung (Alters-, Erwerbsminderungs-, Berufsunfähigkeits-, Witwen- oder Waisenrenten, Erziehungsrenten), aus der landwirtschaftlichen Alterskasse, aus berufsständischen Versorgungseinrichtungen (z. B. Versorgungswerk der Ärzte, Architekten, Rechtsanwälte usw.) und die Rürup-Rente werden nach § 22 Nr. 1 S. 3 Buchst. a, Doppelbuchstabe aa EStG besteuert.

Wie viel Steuern Sie auf Ihre Rente zahlen müssen, wird mit dem sogenannten Besteuerungsanteil ermittelt. Nutzen Sie auch unseren Rentensteuerrechner, um die Höhe Ihrer Rente zu ermitteln. Dieser richtet sich nach dem Jahr des Rentenbeginns. Der Besteuerungsanteil beträgt für Renten, die im Jahr 2005 (oder früher) erstmals ausgezahlt wurden, 50 %. Für jeden neu hinzukommenden Rentenjahrgang erhöht sich der Prozentsatz ab 2006 um jährlich 2 % und ab 2021 um 1 %. Damit erreichen die Renten im Jahr 2040 einen Besteuerungsanteil von 100 %.

Bemessungsgrundlage für die Berechnung des Besteuerungsanteils ist der Jahresbetrag der Rente, d. h. die Bruttorente und nicht die an Sie ausgezahlte Rente. Die für Sie einbehaltenen und abgeführten Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung gehören auch zur Bemessungsgrundlage. Die Zuschüsse, die die Rentenversicherung zur Krankenversicherung bezahlt, sind dagegen steuerfrei.

 

Beispiel Besteuerungsanteil:Ein verheirateter Rentner bezieht seit Februar 2020 eine monatliche Rente von 2.200 EUR. Andere Einkünfte liegen nicht vor.
In diesem Fall beträgt der Besteuerungsanteil 80 % aus 24.200 EUR = 19.360 EUR. Dieser Betrag liegt nach Abzug von Kranken- und Pflegepflichtversicherungsbeiträgen, die als Sonderausgaben abziehbar sind, unter dem Grundfreibetrag (18.816 EUR), sodass die Rente nicht besteuert wird, wenn keine anderen Einkünfte vorliegen.

Welche Regeln gelten für die Besteuerung der verschiedenen Rentenarten?

Die folgende Übersicht soll Ihnen eine erste Orientierung zur Besteuerung der verschiedenen Renten geben: 

Steuerfreier Teil der Rente

Bei Renten, die vor 2005 erstmals gezahlt wurden, beträgt der steuerfreie Teil 50 % der im Jahr 2005 gezahlten Rente. In allen anderen Fällen wird der steuerfreie Teil der Rente in dem Jahr, das dem Jahr des Rentenbeginns folgt (zweites Jahr des Rentenbezugs), ermittelt. Dies gilt auch dann, wenn die Rente schon im Jahr ihres Beginns für volle zwölf Monate bezogen wurde. Der steuerfreie Teil ergibt sich aus dem Unterschiedsbetrag zwischen dem Jahresbetrag der Rente und dem Besteuerungsanteil in diesem Jahr.

Der steuerfreie Teil der Rente wird betragsmäßig für den einzelnen Rentner festgeschrieben und ist für die gesamte Laufzeit der Rente grundsätzlich unverändert zu beachten.

 

Volle Besteuerung der RentenerhöhungenRegelmäßige Anpassungen der Rente, z. B. wegen allgemeiner Steigerung der Nettolöhne, führen nicht zu einer Neuberechnung des Freibetrags. Im Ergebnis wird somit ab dem dritten Rentenzahlungsjahr jede Rentenerhöhung zu 100 % besteuert. Auch die reguläre Anpassung der Renten anhand des aktuellen Rentenwerts (Ost) gemäß § 255a SGB VI stellt eine regelmäßige Anpassung in diesem Sinne dar und führt nicht zur Neuberechnung des steuerfreien Teils der Altersrente.

Warum kann eine Rentenerhöhung zur Steuerpflicht führen?

Bei Rentnern ermittelt das Finanzamt seit dem Jahr 2005 je nach dem Jahr des Rentenbeginns einen Rentenfreibetrag. Dieser wird dem Rentner bis ans Lebensende von seinen Renteneinkünften in gleicher Höhe abgezogen. Das bedeutet im Klartext: Erhöht sich die Rente, bleibt der Rentenfreibetrag unverändert und es ist ein immer höherer Betrag der Rente zu versteuern. Unter Umständen kann es durch eine Rentenerhöhung als sogar passieren, dass ein Rentner überhaupt erst steuerpflichtig wird.

Folgerenten

Folgerenten (Renten nach einer vorhergehenden Rente aus derselben Versicherung) liegen z. B. vor, wenn

  • eine Rente wegen voller Erwerbsminderung in eine Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung umgewandelt wird (oder umgekehrt),
  • eine Erwerbsminderungsrente in eine Altersrente umgewandelt wird,
  • eine kleine Witwenrente in eine große Witwenrente (oder umgekehrt) geändert wird,
  • eine Altersrente bei Tod in eine nachfolgende Witwen- oder Witwerrente übergeht.

Diese Folgerenten sind zwar versicherungsrechtlich eigenständige Renten, aber bei der Ermittlung des Besteuerungsanteils wird nicht ihr tatsächlicher Rentenbeginn für die Ermittlung des Prozentsatzes herangezogen. Für diese Folgerente wird ein fiktives (gedachtes) Jahr des Rentenbeginns ermittelt. Der tatsächliche Beginn der Folgerente wird dabei um die Laufzeit der Vorgängerrente in die Vergangenheit verschoben. Dadurch mindert sich der prozentuale Besteuerungsanteil. Dieser darf 50 % nicht unterschreiten.

 

Beispiel für eine FolgerenteWilli Weber bezieht von 1. Oktober 2012 bis 31. März 2015 eine Erwerbsminderungsrente aus der gesetzlichen Rentenversicherung in Höhe von mtl. 1.000 EUR. Anschließend ist er wieder erwerbstätig. Ab 1. November 2020 erhält er eine Altersrente in Höhe von 1.800 EUR.

 

2012

Besteuerungsanteil 64 % von 3.000 EUR =

1.920 EUR

2013

Besteuerungsanteil 64 % von 12.000 EUR =

7.680 EUR

der steuerfreie Teil dieser Rente beträgt

4.320 EUR

2020

Die Altersrente ist eine Folgerente.

tatsächlicher Rentenbeginn

1.11.2020

 

Der Rentenbeginn der Altersrente wird um die Laufzeit der Vorgängerrente in die Vergangenheit verschoben:

– Laufzeit Vorgängerrente 1.10.2012–31.3.2015

– 30 Monate

= fiktiver Rentenbeginn der Altersrente

1.5.2018

Daraus ergibt sich ein Besteuerungsanteil

für die Altersrente i. H. v. 76 % von 3.600 EUR =

 

2.736 EUR

abzgl. WK-Pauschbetrag (s. u.)

– 102 EUR

sonstige Einkünfte (§ 22 EStG)

2.634 EUR

Der steuerfreie Teil der Altersrente wird im Jahr 2021 berechnet.

 

Endet die Vorgängerrente vor 2005, wird diese für die Berechnung eines fiktiven Rentenbeginns bei einer Folgerente nicht mehr berücksichtigt.

Vereinfachte Steuererklärung für Rentner und Pensionäre

Die Länder Brandenburg, Bremen, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen testen in einem Pilotprojekt mit Unterstützung des Bundesministeriums der Finanzen eine vereinfachte zweiseitige Steuererklärung für Rentner und Pensionäre. In die „Erklärung zur Veranlagung von Alterseinkünften“ (Papiervordruck) können Aufwendungen für Unfall-, Haftpflicht- und Risikolebensversicherungen sowie Spenden und Mitgliedsbeiträge, Kirchensteuer, außergewöhnliche Belastungen und Steuerermäßigungen für haushaltsnahe Dienstleistungen und Handwerkerleistungen geltend gemacht werden.

Renteneinkünfte, Pensionen und die Krankenversicherungs- und Pflegepflichtversicherungsbeiträge wurden der Finanzverwaltung bereits in elektronischer Form durch die jeweiligen Institutionen gemeldet. Liegen noch andere Einkünfte wie z. B. aus Vermietung oder Gewerbe vor, muss eine normale Steuererklärung eingereicht werden. Weitere Bundesländer werden sich bald dem vereinfachten Steuererklärungsverfahren anschließen.

Rentennachzahlungen

Werden Renten für mehrere Jahre in einem Jahr nachgezahlt, z. B. wegen verspäteter Antragstellung, sind diese insgesamt im Zuflussjahr zu erfassen und in Zeile 9 der Anlage R einzutragen. Das Finanzamt wird prüfen, ob für diese Nachzahlungen eine Tarifvergünstigung nach der sog. Fünftel-Regelung in Betracht kommt.

 

Rentennachzahlung nur für ein JahrWerden Rentenbeträge nur für das unmittelbar vorangegangene Jahr im laufenden Jahr nachbezahlt, z. B. wegen verspäteter Rentenantragstellung, ist die gesamte zugeflossene Rente (einschl. der Nachzahlung) in Zeile 4 und nicht in Zeile 9 der Anlage R einzutragen. Der ermäßigte Steuersatz findet keine Anwendung, da es sich nicht um eine Vergütung für mehrjährige Tätigkeiten handelt.

Sonderfälle bei Renten aus der privaten Rentenversicherung

Bestimmte Renten aus der privaten Rentenversicherung werden mit einem geringeren Ertragsanteil besteuert, weil die entsprechenden Rentenbeiträge aus versteuertem Einkommen gezahlt wurden. Für diese Beiträge gab es keinen oder nur einen geringen Sonderausgabenabzug.

Hierunter fallen insbesondere:

  • Renten aus vor dem 1.1.2005 abgeschlossenen privaten Rentenversicherungsverträgen
  • Renten aus ab 2005 abgeschlossenen Lebensversicherungen, die nicht die Voraussetzungen der Riester- oder Rürup-Rente erfüllen
  • Veräußerungsleibrenten

Der Ertragsanteil bestimmt sich nach dem bei Beginn der Rente vollendeten Lebensjahr des Rentenberechtigten. Nachfolgend ein Auszug:

Bei Beginn der Rente vollendetes Lebensjahr des Rentenberechtigten Ertragsanteil in %
30 44
40 38
50 30
60 22
63 20
64 19
65 18
70 15
80

8

Die Besteuerung der Leibrenten wird durch jährliche elektronische Rentenbezugsmitteilungen der Rentenversicherungsträger und der Lebensversicherungsunternehmen an die Zulagenstelle für Altersvermögen (ZfA) bei der Deutschen Rentenversicherung Bund gesichert. Von hier werden die Daten elektronisch an die Landesfinanzbehörden weitergeleitet und im Rahmen der Veranlagung zur Einkommensteuer ausgewertet. Die Rentendaten sind an die steuerliche Identifikationsnummer gekoppelt und können so der jeweiligen Steuerveranlagung zugeordnet werden. Renten, die steuerfrei sind, werden nicht in das Rentenbezugsmitteilungsverfahren einbezogen.

Wie werden Renten aus privaten Altersvorsorgeverträgen und der betrieblichen Altersversorgung besteuert?

Die Eintragungen erfolgen in der neuen Anlage R-AV/bAV.

Bei diesen Renten wurde während der Ansparphase eine Altersvorsorgezulage in Anspruch genommen oder die Beiträge waren steuerlich besonders begünstigt (entweder steuerfrei oder Sonderausgabenabzug).

Betroffen sind Renten aus

  • Riester-Rentenversicherungsverträgen,
  • Pensionsfonds,
  • Pensionskassen,
  • Direktversicherungen und
  • umlagefinanzierten Versorgungseinrichtungen (z. B. Versorgungsanstalt des Bundes und der Länder oder Zusatzversorgungskassen der Kommunen oder Kirchen (ZVK).

Diese Renten werden grundsätzlich in voller Höhe besteuert (nachgelagerte Besteuerung). Wurden die Beiträge in der Ansparphase nur teilweise steuerlich gefördert, d. h. es wurden auch nicht geförderte Beiträge gezahlt, muss die Rente für die Besteuerung aufgeteilt werden. Der Rentenanteil, der auf steuerlich nicht geförderten Beiträgen beruht, wird nur anteilig mit dem Ertragsanteil besteuert.

 

Praxis-Tipp Leistungsmitteilung:Von Ihrem Versicherungsunternehmen erhalten Sie eine Leistungsmitteilung (Bescheinigung), aus der hervorgeht, welcher Teil der Rente voll zu versteuern ist und welcher Teil nur anteilig besteuert wird. Die Besteuerungsvorschrift ist ebenfalls angegeben. Übernehmen Sie bitte die Angaben aus der Bescheinigung in Ihre Anlage R-AV/bAV, Seite 1.

Welche Ausgaben können Rentner steuerlich absetzen?

Werden Sie als Rentner vom Finanzamt zur Abgabe einer Steuererklärung aufgefordert, sollten Sie alle Register ziehen und alle erdenklichen Ausgaben präsentieren mit denen Sie Ihr zu versteuerndes Einkommen unter den Grundfreibetrag drücken können. Typische Ausgaben bzw. Steuersparposten, die Sie geltend machen können sind u.a.:

Pauschbetrag für Werbungskosten:

Bei Renten wird mindestens ein Werbungskosten-Pauschbetrag von 102 EUR berücksichtigt, wenn keine höheren tatsächlichen Werbungskosten geltend gemacht werden. Erhalten Sie mehrere Renten, kann der Pauschbetrag insgesamt nur einmal berücksichtigt werden. Werden Ehegatten zusammen zur Einkommensteuer veranlagt, erhält jeder Ehegatte mit Renteneinkünften den Pauschbetrag.

Werbungskosten in tatsächlicher Höhe:

Zu den typischen  Werbungskosten, die Sie (über den Pauschbetrag hinaus) im Zusammenhang mit Renteneinkünften steuerlich geltend machen können, gehören z. B.

  • Gewerkschaftsbeiträge
  • Rechtsberatungskosten
  • Aufwendungen für (Steuer-) Literatur oder Steuersoftware
  • Fahrtkosten zur Rentenberatung
  • Schuldzinsen für einen Kredit zur Nachentrichtung freiwilliger Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung.

Außergwöhnliche Belastungen und Sonderausgaben:

  • Behinderten-Pauschbetrag bei einer Behinderung
  • Pauschale Fahrtkosten im Zusammenhang mit einem bestimmten Grad der Behinderung
  • Übernahme von Krankheitskosten und Zuzahlungen zu ärztlichen Behandlungen
  • Zuzahlungen zu Heimkosten
  • Spendenzahlungen
  • Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung

Wichtig: Rentenversicherungsbeiträge sind keine Werbungskosten Beiträge eines Arbeitnehmers zur gesetzlichen Rentenversicherung sind nicht als vorab entstandene Werbungskosten, sondern nur als Sonderausgaben abziehbar.


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