Mobilitätsprämie für Geringverdienende

steuern.de Redaktion
Zuletzt aktualisiert:
14. Dezember 2021
Lesedauer:
2 Minuten

Ab 2021 wurde die Pendlerpauschale für längere Strecken erhöht. In diesem Zuge wurde auch die neue Mobilitätsprämie eingeführt. Sie soll Geringverdienende entlasten. In diesem Artikel erfahren Sie, wer davon profitiert und wie Sie die Prämie beantragen können.

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Das ist die Mobilitätsprämie

Zum 1. Januar 2021 wurde eine erhöhte Entfernungspauschale von 35 Cent ab dem 21. Entfernungskilometer eingeführt. Ab 2022 gilt sogar eine erhöhte Entfernungspauschale von 38 Cent ab dem 21. Kilometer. Geringverdienende profitieren jedoch nicht bzw. nur eingeschränkt von dieser Erhöhung. Als "geringverdienend" gelten hier Arbeitnehmer:innen, die mit ihrem zu versteuernden Einkommen durch Abzug der (erhöhten) Entfernungspauschale unter dem Grundfreibetrag (9.744 EUR bzw. bei Zusammenveranlagung 19.488 EUR) liegen. Das betrifft lauf Bundesfinanzministerium circa 250.000 Beschäftigte. Bei ihnen fällt daher keine Einkommenssteuer an. Die Mobilitätsprämie wurde eingeführt, damit diese Menschen trotzdem von der erhöhten Entfernungspauschale profitieren können:

Alternativ zum Abzug der Entfernungspauschale können sie einen Antrag auf Auszahlung einer Mobilitätsprämie stellen. Diese bemisst sich an der erhöhten Entfernungspauschale (ab dem 21. km) und ist begrenzt auf den Betrag, um den das zu versteuernde Einkommen den Grundfreibetrag unterschreitet. Die Mobilitätsprämie beträgt 14 % der Bemessungsgrundlage. Sie wird nur festgesetzt, wenn sie mindestens 10 EUR beträgt.

Die Voraussetzung für den Antrag auf Auszahlung der Mobilitätsprämie ist, dass die Werbungskosten eine:r Arbeitnehmer:in den Arbeitnehmerpauschbetrag durch die Fahrtkosten übersteigen.

Die Mobilitätsprämie ist - so wie die erhöhte Entfernungspauschale - vorerst bis zum 31. Dezember 2026 befristet.

Mehr Infos im Artikel
Entfernungspauschale: Das sollten Sie wissen

So beantragen und berechnen Sie die Mobilitätsprämie

Der Antrag auf die Mobilitätsprämie muss durch Ankreuzen auf dem Hauptvordruck Ihrer Einkommenssteuererklärung gestellt werden. Die dazu notwendigen Angaben machen Sie dann auf der neuen Anlage Mobilitätsprämie. Zusätzlich ist nur noch die Abgabe der Anlage N erforderlich. Der Antrag für 2021 kann bis zum 31.12.2025 gestellt werden.

Für die Berechnung der Mobilitätsprämie sind verschiedene Faktoren wichtig: Die Entfernung zum Arbeitsplatz, die Höhe des zu versteuernden Einkommens, die Höhe des Grundfreibetrags und die Höhe des Arbeitnehmerpauschbetrags. Daher wird es relativ kompliziert, am besten geht es jedoch anhand eines Beispiels:

Beispiel: Berechnung der Mobilitätsprämie Arbeitnehmer:in A (Entfernung zur ersten Tätigkeitsstätte 30 km) hat insgesamt 2.450 EUR Werbungskosten. Davon entfallen 805 EUR (für zehn Entfernungskilometer) auf die erhöhte Entfernungspauschale. Das zu versteuernde Einkommen von A liegt 700 EUR unter dem Grundfreibetrag.

A hat Anspruch auf die Mobilitätsprämie. Die Bemessungsgrundlage für die Prämie ist die erhöhte Entfernungspauschale von 800 EUR, maximal der Betrag, der den Grundfreibetrag unterschreitet, hier 700 EUR. Damit berechnet sich die Mobilitätsprämie mit 14 % von 700 EUR = 98 EUR.


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