Ausfüllhilfe für Anlage N

(Einkünfte aus nichtselbstständiger Arbeit)

Hier finden Sie für jede Zeile der Anlage N Hilfe und Erläuterungen. Die Anlage N können Sie hier herunterladen (pdf) - jedoch empfehlen wir für die Erstellung der Steuererklärung eine professionelle Steuersoftware.

 

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Die Inhalte dieses Artikels:

 

 

Darüber hinaus finden Sie auf steuern.de zu diesem Teil Ihrer Steuererklärung auch die kostenlosen Gestaltungshinweise unserer Steuerexperten.

Allgemeine Angaben zur Anlage N:

Wichtig: Wer die Anlage N ausfüllen muss

 

Die Anlage N benötigen Sie in folgenden Fällen:

 

 

  • Sie haben als Arbeitnehmer mit Lohnsteuerkarte gearbeitet (bzw. aufgrund einer Bescheinigung des Finanzamts)


  • Sie waren arbeitslos, hatten aber Aufwendungen zur Jobsuche.


  • Sie haben eine Beamtenpension oder Betriebsrente bezogen.


  • Ehegatten müssen jeweils eine eigene Anlage N ausfüllen.


[Überblick]

 


Formularaufbau der Anlage N

Seite 1


Angaben zu Arbeitslohn, Versorgungsbezügen, Lohnersatzleistungen (Zeilen 5–30)

Die meisten Angaben können Sie der Lohnsteuerbescheinigung entnehmen. Tragen Sie auf jeden Fall Ihre eTIN in Zeile 4 ein.

Seiten 2, 3


Werbungskosten (Zeilen 31–87)

Hier können Sie Ihre beruflich verursachten Aufwendungen geltend machen. Ohne Eintragungen wird automatisch der Arbeitnehmerpauschbetrag von 1.000 EUR bzw. 102 EUR bei Pensionären und Betriebsrentnern berücksichtigt.

Im Vordruck sind beispielhaft Aufwendungen aufgeführt:

Wege zur ersten Tätigkeitsstätte (Zeilen 31–39)

Beiträge zu Berufsverbänden, Gewerkschaften (Zeile 40)

Arbeitsmittel (Zeilen 41, 42)

Fortbildungskosten (Zeile 44)

Häusliches Arbeitszimmer (Zeile 43)

Weitere Werbungskosten (Zeilen 45–48)

Reisekosten bei Auswärtstätigkeiten (Tätigkeiten außerhalb einer ortsgebundenen Arbeitsstätte) (Zeilen 49–57)

Mehraufwand für doppelte Haushaltsführung (Zeilen 61–87)

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Angaben zum Arbeitslohn (Seite 1 der Anlage N)

[eTIN Zeile 4]

Ihre electronic Taxpayer Identification Number (eTIN) finden Sie auf Ihrer Lohnsteuerbescheinigung i. d. R. unter dem Adressfeld. 

 

[Angaben zum Arbeitslohn Zeilen 5–10]

Die geforderten Steuerklasse, Bruttoarbeitslohn, Lohnsteuer, Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer übertragen Sie aus der Lohnsteuerbescheinigung (Nr. 3–7). Alle Eintragungen sind mit Cent-Beträgen vorzunehmen. Haben Sie mehrere Lohnsteuerbescheinigungen, dann fassen Sie die Eintragungen der zweiten und aller weiteren (jeweils mit Steuerklasse VI) zusammen.

 

[Versorgungsbezüge Zeilen 11–16]

Versorgungsbezüge, erkennbar aus der Lohnbescheinigung (Nr. 8 ff.), z. B. Beamtenpensionen oder bestimmte Betriebsrenten, sind teilweise steuerfrei. Die Angaben im Vordruck werden für die Berechnung des steuerfreien Teils benötigt.

 

In Zeile 12 übernehmen Sie die Bemessungsgrundlage (Nr. 29 der Lohnsteuerbescheinigung), in Zeile 13 das Jahr, in dem der Versorgungsbezug erstmals gezahlt wurde (Nr. 30 der Lohnsteuerbescheinigung) und, wenn der Versorgungsbezug nicht das ganze Jahr gezahlt wurde (Zeile 14), den Monat des ersten bzw. letzten Versorgungsbezugs (Nr. 31 der Lohnsteuerbescheinigung). Sonderzahlungen (z. B. Sterbegeld) oder Nachzahlungen für Vorjahre (Lohnsteuerbescheinigung Nr. 32) sind nochmals aufzuführen (Zeile 15). Nachzahlungen, die mehrere Jahre betreffen (Nr. 9 der Lohnsteuerbescheinigung), werden aufgrund der sog. Fünftel-Regelung ermäßigt besteuert (Zeile 16).

 

[Arbeitslohn für mehrere Jahre/Entschädigungen Zeilen 17–19]

Steuerpflichtige Jubiläumszuwendungen, Entschädigungen oder Lohnnachzahlungen, die mehrere Jahre betreffen (Lohnsteuerbescheinigung Nr. 10, daraus abgeführte Steuern Nr. 11–13), sind ebenfalls steuerlich begünstigt. Bei Entschädigungen (z. B. Abfindungen bei Auflösung des Dienstverhältnisses) müssen Sie die Vertragsunterlagen über Art, Höhe und Zeitpunkt der Zahlung beifügen.

 

[Arbeitslohn ohne Steuerabzug Zeile 20]

Zum steuerpflichtigen Arbeitslohn, von dem Ihr Arbeitgeber keine Lohnsteuer einbehalten hat, gehört z. B. von einem ausländischen Arbeitgeber oder einem Dritten gezahlter Arbeitslohn, nicht jedoch (steuerfreie) Trinkgelder.

 

[Auslandstätigkeit Zeilen 21–24]

Haben Sie Arbeitslohn für eine Auslandstätigkeit bekommen, müssen Sie zusätzlich die Anlage N AUS abgeben. Ob Sie diese Art von Arbeitslohn erhalten haben, können Sie aus Nr. 16 Ihrer Lohnsteuer- oder Gehaltsbescheinigung für den entsprechenden Tätigkeitszeitraum entnehmen; ebenso, ob die Steuerfreiheit aufgrund eines Doppelbesteuerungsabkommens (Eintragung des Lohns in Zeile 21 der Anlage N) oder über den Auslandstätigkeitserlass (Eintragung des Lohns in Zeile 22) erfolgt ist.

 

[Grenzgänger Zeile 25]

Grenzgänger, also Personen, die Ihren Arbeitsplatz im Ausland haben, aber täglich zu Ihrem inländischen Wohnsitz zurückkehren, geben Ihr Beschäftigungsland und den Arbeitslohn in ausländischer Währung an und füllen zusätzlich die beim Finanzamt erhältliche Anlage N-Gre aus. Wenn Sie in der Schweiz arbeiten und Ihnen dort Schweizer Abzugsteuer einbehalten worden ist, kann diese auf die deutsche Steuer angerechnet werden (Zeile 25).

 

[Aufwandsentschädigung/Ehrenamtsfreibetrag Zeile 26]

Waren Sie nebenberuflich (weniger als 1/3 einer Vollerwerbstätigkeit) in einem Arbeitsverhältnis bei einer staatlichen Stelle oder einem gemeinnützigen Verein als Übungsleiter, Ausbilder, Betreuer, Erzieher oder in vergleichbarer Tätigkeit, Künstler oder Pfleger alter, kranker oder behinderter Menschen tätig, ist dafür erhaltener Arbeitslohn (Aufwandsentschädigung) bis zu 2.400 EUR jährlich steuerfrei.  Eine Aufwandsentschädigung für eine ehrenamtliche nebenberufliche Tätigkeit als Arbeitnehmer (z. B. als Vorstand, Vereinsmitglied, Platzwart oder sonstiger Helfer) in einem gemeinnützigen Verein oder im mildtätigen bzw. kirchlichen Bereich ist bis zu 720 EUR/Jahr steuerfrei (Ehrenamtsfreibetrag).

 

[Lohnersatzleistungen Zeilen 27–29]

Die im Vordruck (Zeile 27) genannten Lohnersatzleistungen werden regelmäßig über den Arbeitgeber ausgezahlt (Nr. 15 der Lohnsteuerbescheinigung), Insolvenzgeld von der Bundesagentur für Arbeit ist gesondert einzutragen (Zeile 28). Andere Lohnersatzleistungen (z. B. Arbeitslosengeld) von der Bundesagentur für Arbeit, Kranken- und Mutterschaftsgeld von Ihrer Krankenkasse oder Elterngeld gehören in Zeile 29. Lohnersatzleistungen sind zwar steuerfrei, erhöhen jedoch den Steuersatz für die steuerpflichtigen Einkünfte (Progressionsvorbehalt).

 

[Zeiten der Nichtbeschäftigung Zeile 30]

Waren Sie im Veranlagungsjahr zeitweise nicht beschäftigt (für das Finanzamt erkennbar aus den Daten der Lohnsteuerbescheinigung Nr. 1–2), nennen Sie den Grund (z. B. Studium, Arbeitslosigkeit, Erziehungsurlaub) und fügen Sie den entsprechenden Nachweis (Studienbescheinigung, Arbeitslosengeldbescheid) bei.

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Werbungskosten (Seiten 2 und 3 der Anlage N)

[Werbungskosten]

Werbungskosten sind beruflich verursachte Ausgaben, die steuerlich den Bruttoarbeitslohn und damit die Steuer mindern. Im Vordruck sind lediglich die häufigsten Kostenarten aufgeführt (vgl. Erläuterungen zu den Zeilen 46–48), es handelt sich also nicht um eine vollständige Aufzählung. Werbungskosten sind auch dann möglich, wenn Sie noch nicht oder nicht mehr in einem Arbeitsverhältnis stehen (z. B. Bewerbungs-, Berufsausbildungskosten).

 

[Arbeitnehmerpauschbetrag]

Bei jedem Arbeitnehmer, der in einem aktiven Dienstverhältnis steht, wird automatisch ein Betrag von 1.000 EUR (Arbeitnehmerpauschbetrag) berücksichtigt, wenn er keine höheren Ausgaben geltend macht. Empfängern von Versorgungsbezügen (Nr. 8 und 9 Ihrer Lohnsteuerbescheinigung und Erläuterungen zu den Zeilen 11–16) steht lediglich ein Pauschbetrag von 102 EUR zu. Waren Sie (einen Teil des Kalenderjahres noch) berufstätig und haben (für den anderen Teil) auch Versorgungsbezüge erhalten, stehen Ihnen beide Pauschbeträge zu. Eintragungen auf den Seiten 2 und 3 der Anlage N sind nur notwendig, wenn Sie höhere Kosten als den Pauschbetrag geltend machen können.

 

  

Praxis-Tipp: Tatsächliche Kosten immer prüfen
Prüfen Sie Ihre Werbungskosten sorgfältig, damit Sie kein Geld verschenken. Der Pauschbetrag ist z. B. bereits dann überschritten, wenn Ihre Arbeitsstätte bei einer 5-Tage-Arbeitswoche mindestens 15 km von Ihrer Wohnung entfernt ist!

 


[Wege zur Arbeitsstätte (ersten Tätigkeitsstätte), Entfernungspauschale
Zeilen 31–39]

Sie können für die Fahrten zwischen Wohnung und Ihrer (ortsfesten) ersten Tätigkeitsstätte, unabhängig vom benutzten Verkehrsmittel, eine Pauschale von 0,30 EUR für jeden vollen Entfernungskilometer (Entfernungspauschale) geltend machen. Die Regelung gilt auch für Arbeiter, die in einem weiträumigen Tätigkeitsgebiet (z. B. Waldgebiet, Hafen) arbeiten, aber nur bezüglich der Entfernung des zur Wohnung nächstgelegenen Eingangs zum Tätigkeitsgebiets. Auch wenn Sie die Fahrt zur Arbeitsstätte als Mitfahrer oder ganz bzw. teilweise mit einem eigenen oder zur Nutzung überlassenen privaten Pkw oder einem Firmenwagen durchführen, steht Ihnen die Entfernungspauschale zu.

 

Bei Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel sind die Entfernungspauschale übersteigende, höhere tatsächliche Kosten abzugsfähig (Kennzahlen 114, 134, 154, 174). Zusätzlich können Sie Kosten, die durch einen Unfall auf einer Fahrt zur bzw. von der Arbeitsstätte entstanden sind, absetzen (vgl. Erläuterungen zu den Zeilen 46–48).

 

Soweit Sie kein eigenes oder Ihnen zur Nutzung überlassenes Kfz (z. B. Firmenwagen) benutzen, ist der Gesamtabzug der Entfernungspauschale auf maximal 4.500 EUR im Jahr begrenzt. Kein Abzug ist für Wegstrecken möglich, auf denen Sie von Ihrem Arbeitgeber (lohnsteuerfrei) mit betrieblichen Fahrzeugen befördert werden (Sammelbeförderung). Dies erkennt das Finanzamt an dem auf der Lohnsteuerbescheinigung (unter Nr. 2) eingetragenen Großbuchstaben F.

 

Praxis-Tipp: Fahrtkosten bei Einsatzwechseltätigkeit
Sind Sie keiner ortsgebundenen betrieblichen Einrichtung Ihres Arbeitgebers fest zugeordnet und Ihr Tätigkeitsschwerpunkt befindet sich auch nicht dort (Faustregel: weniger als 20 % der Arbeitszeit dort), sondern Sie sind im Wesentlichen z. B. an ständig wechselnden Einsatzorten, auf einem Fahrzeug oder bei Kunden des Arbeitgebers tätig, können Sie im Regelfall höhere Kosten abziehen (vgl. Erläuterungen zu den Zeilen 49 ff.).

 

 


[Erste Tätigkeitsstätte
Zeilen 31–34]

Hier machen Sie Angaben zu Ihrer ersten Tätigkeitsstätte (regelmäßige Arbeitsstätte), der Anzahl der Arbeitstage sowie zu Ihren Urlaubs- und Krankheitstagen. Für Arbeitnehmer, die stets zur selben (Arbeitgeber-)Einrichtung (= Sammelpunkt) fahren und von dort aus Ihre Tätigkeit beginnen (z. B. Fahrtätigkeit ab Busdepot) oder ihren Tätigkeitsort (z. B. Baustelle) aufsuchen, sind die Fahrten zum Sammelpunkt hier wie Wege zur ersten Tätigkeitsstätte zu erfassen. Keine Sammeltreffpunkte sind privat organisierte Treffpunkte (z. B. Park-and-ride-Parkplätze). Die (neu eingefügten) Zeilen 33 und 34 gelten auch für Arbeitnehmer mit einem weiträumigen Arbeitsgebiet bezüglich der Entfernung zum, der Wohnung am nächsten liegenden Eingang ins Arbeitsgebiet. Arbeitnehmer, die keiner festen betrieblichen Einrichtung zugeordnet sind (ohne erste Tätigkeitsstätte) bzw. keinen Sammeltreffpunkt arbeitstäglich aufsuchen, sondern direkt auswärts (z. B. bei Kunden, auf Baustellen) tätig werden, nehmen hier keine Eintragungen vor (vgl. Auswärtstätigkeit Zeilen 49 ff). 

 

[Arbeitstage, maßgebende Entfernung, unterschiedliche Verkehrsmittel Zeilen 35–38]

Haben Sie einige Monate im Jahr ein Kfz und die restliche Zeit ein anderes Verkehrsmittel benutzt, dann machen Sie die Angaben in den Zeilen 35–38 jeweils in getrennten Zeilen. Ohne nähere Prüfung erkennt das Finanzamt bei einer 5-Tage-Woche 230 Tage und bei einer 6-Tage-Woche 280 Tage an. Maßgebend ist grundsätzlich die kürzeste einfache Straßenentfernung von Ihrer Wohnung zu Ihrer Arbeitsstätte, abgerundet auf volle Kilometer. Eine längere Wegstrecke ist zulässig, wenn sie verkehrsgünstiger ist und von Ihnen regelmäßig benutzt wird. Tragen Sie ein, wie viele Entfernungskilometer an den Tagen Sie jeweils mit Ihrem Pkw und ggf. wie viele Sie mit anderen im Vordruck aufgeführten Verkehrsmitteln zurückgelegt haben. Geben Sie hier auch an, ob und wie viele Entfernungskilometer Ihr Arbeitgeber Sie im Rahmen einer Sammelbeförderung gefahren hat.

 

[Fahrgemeinschaften Zeilen 35–38]

Bei Fahrgemeinschaften füllen Sie für die Tage, an denen Sie gefahren sind, eine Zeile aus und getrennt eine weitere Zeile für die Tage, an denen Sie mitgenommen worden sind. Für die «Mitfahrtage» gilt der Höchstabzugsbetrag von 4.500 EUR. Ehegatten, die gemeinsam zur Arbeit fahren, können – auch bei gleicher Arbeitsstätte – beide jeweils die Entfernungspauschale beanspruchen.

 

[Öffentliche Verkehrsmittel Zeilen 35–38]

Sind die jährlichen Kosten für öffentliche Verkehrsmittel (vorletzte Spalte der Zeilen 35–38) höher als die entsprechende Jahresentfernungspauschale, werden sie berücksichtigt.

 

[Behinderte MenschenZeilen 35–38]

Behinderte Menschen (Behinderungsgrad mindestens 70 % oder 50 % und eine erhebliche Gehbehinderung (Merkzeichen «G» oder «aG» im Behindertenausweis) können die tatsächlichen Kosten bzw. eine höhere Kilometerpauschale absetzen (letzte Spalte Eintragung «1»).

 

[Arbeitgeberersatz Zeile 39]

Hat Ihr Arbeitgeber Ihnen Fahrtkosten für Fahrten zur Arbeitsstätte steuerfrei ersetzt oder den Ersatz pauschal versteuert (Nr. 17 oder 18 Ihrer Lohnsteuerbescheinigung), mindert dies den Werbungskostenabzug.

 

[Berufsverbände Gewerkschaften Zeile 40]

Abzugsfähig sind z. B. Mitgliedsbeiträge, Aufnahmegebühren und Umlagen an Berufsverbände wie Gewerkschaften, Beamten-, Referendarverbände, Anwaltskammern, den Verein Deutscher Ingenieure (VDI), den Marburger Bund. Im Normalfall genügt es, den Berufsverband zu nennen, Zahlungsnachweise werden i. d. R. nicht verlangt.

 

[Arbeitsmittel Zeilen 41, 42]

Zu den Arbeitsmitteln gehören z. B. Aufwendungen für Fachbücher, Fachzeitschriften, berufliche verwendete Literatur, typische Berufskleidung oder Werkzeug.

 

Geben Sie im Erklärungsvordruck oder auf einem gesonderten Blatt die Arbeitsmittel einzeln an. I. d. R. erkennen die Finanzämter Aufwendungen bis 110 EUR ohne Belege an.

 

[Arbeitszimmer Zeile 43]

Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer sind je nach Sachverhalt in voller Höhe, bis zu 1.250 EUR jährlich oder gar nicht abzugsfähig. Abzugsfähig ist, wenn Sie z. B. nur eine Arbeitsecke in einem ansonsten privat genutzten Raum eingerichtet haben bzw. wenn Sie ein Zimmer beruflich und privat nutzen.

 

Auch wenn Sie die Kosten für ein Arbeitszimmer steuerlich nicht geltend machen können, sind die Aufwendungen für im Zimmer befindliche Arbeitsmittel z. B. Schreibtisch, Regale etc. bei so gut wie ausschließlich beruflicher Nutzung voll abzugsfähig.

 

[Fortbildungskosten Zeile 44]

Abziehen können Sie außer Fortbildungskosten für die Weiterbildung im ausgeübten Beruf auch Umschulungskosten, Kosten einer zweiten Ausbildung oder ein Studium nach abgeschlossener (erster) Berufsausbildung. Oft fallen im Zusammenhang mit der Fortbildung Reisekosten an (vgl. Zeilen 49 ff.).

 

[Weitere Werbungskosten Zeilen 45–48]

Abzugsfähig sind z. B. die tatsächlichen Kosten für die Benutzung einer Fähre oder eines Flugzeugs für Wege zur ersten Tätigkeitsstätte oder Unfallkosten im Zusammenhang mit Fahrten dorthin (Zeile 45). Ab Zeile 46 ist Platz für weitere im Vordruck nicht aufgeführte Werbungskosten. Reicht Ihnen der Platz nicht aus, dann machen Sie die Angaben auf einem gesonderten Blatt.

 

Denken Sie auch an berufliche Versicherungen wie Berufshaftpflicht- oder Reisegepäckversicherung für Auswärtstätigkeiten. Werden sowohl berufliche als auch private Bereiche abgedeckt, können Sie pauschal 50 % der Beiträge bei den Werbungskosten geltend machen. Auch beruflich veranlasste Telekommunikationskosten (Telefon, Internet) sind abzugsfähig. Fallen bei Ihnen erfahrungsgemäß derartige Aufwendungen an, können Sie pauschal 20 % der Kosten, max. 20 EUR/Monat abziehen.

 

[Beruflich veranlasste Auswärtstätigkeiten Zeilen 49–56]

Arbeitnehmer, die keine erste Tätigkeitsstätte haben (keine dauerhafte Zuordnung und weniger als 1/3 der Arbeitszeit bzw. wöchentlich maximal zwei Tage an einer ortsfesten Einrichtung des Arbeitgebers bzw. eines vom Arbeitgeber bestimmten Dritten tätig), üben eine Auswärtstätigkeit (wechselnde Einsatzstellen, Fahrtätigkeit) aus und können Reisekosten als Werbungskosten abrechnen. Dasselbe gilt für Arbeitnehmer, die sich aus beruflichen Gründen vorübergehend außerhalb der Wohnung und der ersten Tätigkeitsstätte aufhalten (z. B. Dienstreise). Sowohl die Abzugsvoraussetzungen als auch die Höhe der abzugsfähigen Reisekosten wurden ab 2014 gesetzlich neu geregelt

 

Die abzugsfähigen Reisekosten sind (wie bisher) in vier Kostenarten eingeteilt: Fahrtkosten, Übernachtungskosten, Reisenebenkosten (Zeile 50) und Mehraufwendungen für Verpflegung (Zeilen 52–56).

 

[Firmenwagen, Sammelbeförderung Zeile 49]

Wird für die Fahrten ein Firmenwagen benutzt oder erfolgt die Beförderung zum Einsatzort durch den Arbeitgeber (mittels Sammelbeförderung), können mangels tatsächlicher Aufwendungen keine Fahrtkosten abgezogen werden.

 

[Fahrtkosten, Übernachtungs-, Reisenebenkosten Zeile 50]

Fahrt-, Übernachtungs- und Reisenebenkosten sind in tatsächlicher Höhe abzugsfähig. Wenn Sie ein privates Verkehrsmittel nutzen, können Sie entweder die tatsächlichen Kosten je Kilometer nachweisen oder ohne Kostennachweis bei Kfz-Nutzung 0,30 EUR/km, bei anderen motorbetriebenen privaten Verkehrsmitteln 0,20 EUR/km absetzen. Zu den Reisenebenkosten gehören im Wesentlichen Parkgebühren sowie Reiseversicherungen und der (Rest-)Wert der während der Auswärtstätigkeit gestohlenen Reiseausrüstung. Stellen Sie die Kosten am besten auf einem gesonderten Blatt zusammen.

 

[Mehraufwendungen für Verpflegung Zeilen 52–56]

Als Verpflegungskosten sind nur die beruflich veranlassten Mehraufwendungen pauschal abzugsfähig. Der Pauschbetrag beträgt für Anreise- und Abreisetage, sowie für Tage, an denen Sie zwar mehr als 8 Stunden, aber nicht den ganzen Tag abwesend sind 12 EUR, für die Tage mit 24-stündiger Abwesenheit 24 EUR (Zeilen 52–54). Hat Ihr Arbeitgeber Mahlzeiten gestellt, sind die Pauschalen zu kürzen (Zeile 55). Haben Sie Zuzahlungen leisten müssen, verringert sich der Kürzungsbetrag (konkret auf jede Mahlzeit bezogen). Ihr Arbeitgeber wird die Mahlzeitengestellung in der Lohnsteuerbescheinigung mit dem Buchstaben M ausweisen. Für Tätigkeiten im Ausland gelten je Land unterschiedlich hohe Pauschbeträge (Zeile 56).

 

[Arbeitgeberersatz Zeile 57]

Hat Ihr Arbeitgeber Ihnen Reisekosten (bis zur Höhe des möglichen Werbungskostenabzugs) steuerfrei ersetzt (Nr. 20 der Lohnsteuerbescheinigung), mindert der Kostenersatz (Zeilen 51, 57) die abzugsfähigen Werbungskosten.

 

[Doppelte Haushaltsführung Zeilen 61–87] 

Eine steuerlich berücksichtigungsfähige doppelte Haushaltsführung liegt grundsätzlich vor, wenn Sie einen eigenen Hausstand führen und aus beruflichem Anlass (z. B. Versetzung, Arbeitgeberwechsel) einen zweiten Haushalt (Zweitunterkunft) in der Nähe Ihrer ersten Tätigkeitsstätte unterhalten müssen. 

 

Während eine doppelte Haushaltsführung stets eine berufliche Tätigkeit an der ersten Tätigkeitsstätte erfordert, führt jede vorübergehende berufliche Tätigkeit außerhalb der ersten Tätigkeitsstätte zum (höheren) Reisekostenabzug. Ein beruflich veranlasster zweiter Haushalt ist auch möglich, wenn der Familienhausstand (aus privaten Gründen) vom Arbeitsort wegverlegt wird (Wegverlegungsfälle).

 

Die Voraussetzungen für eine steuerlich anzuerkennende doppelte Haushaltsführung sowie die Höhe der abzugsfähigen Mehraufwendungen wurden ab 2014 gesetzlich neu geregelt.

 

[Notwendige Angaben Zeilen 61–68]

Im Vordruck müssen Sie in diesen Zeilen die Angaben zum Grund der doppelten Haushaltsführung, zum auswärtigen Beschäftigungsort und zum Zeitpunkt der Gründung des zweiten Hausstands machen sowie darüber, ob Sie an Ihrem Hauptwohnsitz einen eigenen Hausstand unterhalten. Anhand dieser Angaben prüft das Finanzamt, ob ein Kostenabzug möglich ist. Ist der doppelten Haushaltsführung eine Auswärtstätigkeit von drei oder mehr Monaten unmittelbar vorausgegangen, können Sie keine Verpflegungsmehraufwendungen mehr geltend machen. Dasselbe gilt in Wegverlegungsfällen. In diesem Fall sind auch keine Umzugskosten abzugsfähig (Zeile 68).

 

[Wahlrecht Zeile 69]

Sind Sie mehr als einmal wöchentlich zum eigenen Hausstand gefahren, kann es steuerlich günstiger sein, auf den Kostenabzug wegen doppelter Haushaltsführung zu verzichten und stattdessen alle tatsächlich durchgeführten Fahrten als Wege zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte (Zeilen 31–39) anzugeben.

 

[Abzugsfähige Kosten] 

Die Zeilen 68–86 betreffen die im Rahmen einer doppelten Haushaltsführung abzugsfähigen Kosten.

 

[Fahrtkosten Zeilen 70–78]

In den Zeilen 71–78 können Sie die Aufwendungen für Fahrten zwischen Ihrem Hauptwohnsitz (eigener Hausstand) und Ihrem (auswärtigen) Tätigkeitsort eintragen. Für mit einem Firmenwagen (teilweise) durchgeführte Fahrten oder bei Beförderung durch den Arbeitgeber im Rahmen einer unentgeltlichen Sammelbeförderung sind keine Fahrtkosten abzugsfähig (Zeile 70).

 

Die Kosten der ersten Fahrt zu Beginn und (soweit zutreffend) letzten Fahrt am Ende der doppelten Haushaltsführung sind grundsätzlich in tatsächlicher Höhe abziehbar (Kosten bei Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel Zeile 73, bei Kfz-Nutzung ohne Nachweis 0,30 EUR/km in Zeile 71, bei Nutzung eines anderen motorgetriebenen privaten Verkehrsmittel 0,20 EUR/km). 

 

In den Zeilen 74–77 tragen Sie die Kosten für eine Familienheimfahrt wöchentlich ein, soweit Sie diese tatsächlich durchgeführt haben. Wenn Sie nicht behindert sind, erhalten Sie, unabhängig vom benutzten Verkehrsmittel, eine Entfernungspauschale von 0,30 EUR je Entfernungskilometer (Zeile 74). Diese Pauschale steht Ihnen auch zu, wenn Sie keine Kosten hatten (Ausnahme: Sammelbeförderung oder Firmenwagennutzung). Haben Sie öffentliche Verkehrsmittel benutzt, können Sie stattdessen höhere tatsächliche Kosten (Zeile 75) absetzen. Sind Sie geflogen, sind nur die tatsächlichen Kosten abzugsfähig (Zeile 78). Behinderte können bei Kfz-Nutzung eine Entfernungspauschale von 0,60 EUR/km oder die tatsächlichen Kfz-Kosten (Zeile 76) geltend machen. Bei Benutzung öffentlicher Verkehrsmittel sind auch die Pauschale übersteigende Kosten abzugsfähig (Zeile 77).

 

Auch die Kosten infolge eines Unfalls auf einer derartigen Fahrt können Sie absetzen (Zeile 85).

 

Angaben für Fahrten zwischen Ihrer Zweitwohnung und Ihrer ersten Tätigkeitsstätte gehören in die Zeilen 31–39.

 

[Unterkunft am Beschäftigungsort Zeilen 79, 80]

Der Abzug der tatsächlichen Kosten für die zweite Unterkunft (Miete, Nebenkosten, Abschreibung für Möbel, Garagen-, Stellplatzmiete) ist – unabhängig von der Wohnungsgröße – auf einen monatlichen Höchstbetrag von 1.000 EUR begrenzt (Zeilen 79, 80). Fügen Sie Belege über die entstandenen Aufwendungen bei.

 

[Verpflegung Zeilen 81–84]

Die Pauschalen für Verpflegungsmehraufwendungen sind nur für die ersten drei Monate ab Bezug der Zweitunterkunft absetzbar. Maßgebend für die Höhe der Pauschbeträge ist jeweils die tägliche Abwesenheit von der Lebensmittelpunktwohnung (Hauptwohnung). An den An-und Abreisetagen (am Wochenende) sind jeweils 12 EUR abzugsfähig, an ganztätigen Abwesenheitstagen 24 EUR. Liegt die Zweitunterkunft im Ausland, gelten je nach Land andere Pauschbeträge (Zeile 84).

 

[Umzugskosten, Telefonate Zeile 85]

In Zeile 85 können Sie weitere durch die doppelte Haushaltsführung entstandene Kosten geltend machen. Dazu gehören im Wesentlichen Telefongebühren für Gespräche mit der Familie (bis zur Höhe eines 15-minütigen Gesprächs wöchentlich) für alle Wochen, in denen keine Familienheimfahrt stattgefunden hat. Außerdem sind tatsächlich entstandene Umzugs- sowie Renovierungskosten bei Bezug bzw. bei Aufgabe der Zweitunterkunft mit dem Rückumzug zur Hauptwohnung abzugsfähig. Keine Umzugskosten sind in den Wegverlegungsfällen abzugsfähig, da der Umzug selbst hier privat veranlasst ist.

 

Die Kosten für die notwendige Einrichtung der Zweitwohnung (Möbel, Ausstattungsgegenstände) und Reparaturen sind in die Kosten der Unterkunft (Zeile 79) einzubeziehen.

 

[Arbeitgeberersatz Zeile 87]

 

Hat Ihnen z. B. Ihr Arbeitgeber Aufwendungen (steuerfrei) ersetzt (Nr. 21 Ihrer Lohnsteuerbescheinigung), ist der Kostenersatz (Zeile 87) bis zur Höhe eines möglichen Werbungskostenabzugs (Zeile 85) steuerfrei. Entsprechend verringern sich die abzugsfähigen Aufwendungen.

 

Checkliste Anlage N

 


Folgende Abzugsmöglichkeit geprüft? Vgl. Ausfüllhinweise zur Zeile!



Ohne Einzelnachweis können Sie geltend machen:

          für Arbeitsmittel (einschließlich Arbeitskleidung) 110 EUR (Zeilen 41, 42)

          für beruflich veranlasste Kontoführungsgebühren 16 EUR (Zeile 46)

          Beiträge zu Gewerkschaften bzw. Berufsverbänden, wenn Sie den Berufsverband namentlich nennen (Zeile 40)

          Telekommunikationskosten (Telefon, Internet), pauschal 20 % der Kosten, max. 20 EUR/Monat, wenn bei Ihnen erfahrungsgemäß derartige Aufwendungen anfallen (Zeilen 46–48)


Beruflich veranlasste Versicherungen

"Gemischte" Versicherungen (z. B. Privathaftpflicht, die auch berufliche Bereiche abdeckt) sind ggf. teilweise abzugsfähig (Zeilen 46–48).


Wege zur ersten Tätigkeitsstätte (Arbeitsstätte)


Die Entfernungspauschale erhalten Sie auch dann, wenn Sie keine Aufwendungen hatten (Ausnahme: Sammelbeförderung durch den Arbeitgeber) (Zeilen 31–39).

 

Sind Ihre tatsächlichen Kosten für öffentliche Verkehrsmittel im Jahr höher als die Jahresentfernungspauschale, können Sie die tatsächlichen Kosten absetzen (Zeilen 35–38, vorletzte Spalte).

 

Unfallkosten sind zusätzlich zur Entfernungspauschale abzugsfähig (Zeilen 46–48).

 

Sind Sie behindert, steht Ihnen für Wege zur Arbeitsstätte möglicherweise ein höherer Kostenabzug zu (Zeilen 35–38, vorletzte Spalte).


Sie haben nach Abschluss einer Berufsausbildung eine Umschulung bzw. eine zweite Berufsausbildung gemacht oder studiert?

Die Kosten sind (vorwegegenommene) Werbungskosten (Zeile 44).


Sie üben eine Auswärtstätigkeit aus (Dienstreise, Tätigkeit auf einem Fahrzeug, Beschäftigung an wechselnden Einsatzstellen bzw. Tätigkeit außerhalb der ersten Tätigkeitsstätte)?

Sie können Fahrtkosten und Verpflegungspauschalen in den Zeilen 49–57 geltend machen.


Sie unterhalten 2 Haushalte?


Prüfen Sie, ob die Kosten des zweiten Haushalts steuerlich abzugsfähig sind (Zeilen 61–87).


Prüfen Sie – unabhängig davon, ob eine doppelte Haushaltsführung steuerlich anzuerkennen ist – ob die Fahrten von der weiter entfernt liegenden Wohnung abzugsfähig sind (Zeilen 31–39).

 


Haben Sie ein häusliches Arbeitszimmer?


Auch wenn Sie die Kosten des Arbeitszimmers nicht geltend machen können, sind die Aufwendungen für im Arbeitszimmer befindliche Arbeitsmittel abzugsfähig (Zeilen 41–43).