Anlage Sonstiges Ausfüllhilfe

steuern.de Redaktion
Zuletzt aktualisiert:
05. August 2021
Lesedauer:
4 Minuten

Hier finden Sie Erläuterungen für jede Zeile der Anlage Sonstiges. Sie können die Anlage Sonstiges hier herunterladen (als pdf). Wir empfehlen Ihnen allerdings, die Steuererklärung mit einer professionellen Steuersoftware zu erstellen.

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Wann Sie die Anlage Sonstiges ausfüllen müssen

Wichtig:Besondere Anträge zur Veranlagung für den Vz. 2020 können auf der Anlage Sonstiges gestellt werden.

 

Im Bedarfsfall ausfüllen

Seite 1

Steuerermäßigung bei Belastung mit Erbschaftsteuer (Zeile 4)

Steuerbegünstigung für schutzwürdige Kulturgüter (Zeile 5)

Spendenvortrag (Zeile 6)

Verlustabzug, Vorjahresverluste, Verlustrücktrag (Zeilen 7–8)

Gesondert festgestellte negative Einkünfte nach § 2a EStG (Zeile 9)

Freibetrag für bestandsgeschützte Altanteile an Investmentfonds (Zeile 10)

Antrag zur Aufteilung der Abzugsbeträge bei Einzelveranlagung von Ehegatten/Lebenspartnern (Zeile 11)

Diese Eintragungen können Sie in der Anlage Sonstiges vornehmen

[Steuerermäßigung bei Belastung mit Erbschaftsteuer → Zeile 4]

Hier erfolgt nicht der Abzug der normalen Erbschaftsteuer. Die Steuerermäßigung kommt nur in Ausnahmefällen in Betracht, insbesondere bei:

  • Forderungen des Rechtsvorgängers, die beim Erbfall der Erbschaftsteuer unterliegen und nach Übergang auf den Erben von diesem bei Zufluss als steuerpflichtige Einnahmen oder Betriebseinnahmen nochmals der Einkommensteuer unterliegen
  • privaten Veräußerungsgeschäften i. S. d. § 23 EStG (z. B. Kauf und Verkauf privater Immobilien, die nicht eigenen Wohnzwecken gedient haben, innerhalb von 10 Jahren)

Die Steuerermäßigung kommt nur bei Erbschaft und nicht bei Schenkung in Betracht.

 

[Steuerbegünstigung für schutzwürdige Kulturgüter → Zeile 5]

Aufwendungen für Herstellungs- und Erhaltungsmaßnahmen an eigenen schutzwürdigen Kulturgütern (z. B. Baudenkmäler, geschützte Gebäudegruppen, Gartenanlage sowie Sammlungen, die mindestens 20 Jahre im Eigentum der Familie stehen), die der wissenschaftlichen Forschung oder der Öffentlichkeit (ggf. auch entgeltlich) zugänglich gemacht werden, können teilweise wie Sonderausgaben abgezogen werden. Die Steuerbegünstigung gilt nur für Kulturgüter, die weder zur Einkünfteerzielung noch zu eigenen Wohnzwecken genutzt werden und nur, soweit sie nicht durch öffentliche oder private Zuschüsse gedeckt sind. Die Voraussetzungen sind durch eine Bescheinigung der zuständigen Behörde nachzuweisen.

 

[Spendenvortrag → Zeile 6]

Liegt Ihnen zum 31.12.2019 ein gesonderter Feststellungsbescheid über vortragsfähige Spenden vor, kreuzen Sie dies bitte hier getrennt für den Steuerpflichtigen bzw. den Ehegatten an. Die vortragsfähigen Spenden werden von Amts wegen im Rahmen der Höchstbeträge in der Veranlagung 2020 als Sonderausgaben abgezogen.

 

[Verlustabzug, Vorjahresverluste, Verlustrücktrag → Zeilen 7–8]

Sind Ihnen in den Vorjahren Verluste entstanden, die bisher nicht ausgeglichen und vom Finanzamt in einem gesonderten Verlustfeststellungsbescheid ausgewiesen wurden, können Sie diese im aktuellen Jahr berücksichtigen.

Sind im aktuellen Jahr neu entstandene negative Einkünfte nicht oder nicht vollständig mit positiven Einkünften ausgeglichen worden, können Sie den negativen Gesamtbetrag ins Vorjahr zurück- oder in künftige Jahre vortragen lassen Bitte geben Sie in Zeile 8 an, ob und in welcher Höhe ein Rücktrag ins Jahr 2019 erfolgen soll. Die Höchstbetragsgrenzen beim Verlustrücktrag nach § 10d EStG wurden für Verluste der Vz. 2020 und 2021 von 1 Mio. € auf 5 Mio. € bei Einzelveranlagung und von 2 Mio. € auf 10 Mio. € bei Zusammenveranlagung vorübergehend angehoben.

 

TIPP: Jetzt noch Einkommensteuererklärung für Vz. 2017–2019 bei negativen Einkünften abgebenHaben Sie für die Jahre 2017–2019 bisher keine Steuererklärung abgegeben und war die Summe Ihrer Einkünfte negativ (weil Sie z. B. arbeitslos waren und Ihnen nur Ausgaben i. Z. m. Bewerbungen oder Verluste aus Vermietung entstanden sind), dann beantragen Sie für 2017 (Abgabe bis 31.12.2020) bis 2018 (Abgabe bis 31.12.2022) noch die Veranlagung zur Einkommensteuer bzw. die Feststellung eines Verlustvortrags, indem Sie eine Steuererklärung abgeben. Damit sichern Sie sich die Möglichkeit der Verlustverrechnung in den Folgejahren.

 

[Negative Einkünfte mit Bezug zu Drittstaaten]

Mit der Abfrage nach verbleibenden negativen Einkünften i. S. d. § 2a EStG wird die Berücksichtigung personell festgestellter Verluste sichergestellt.

 

[Freibetrag für bestandsgeschützte Altanteile an Investmentfonds Zeile 9]
Beinhaltet Ihr Steuerbescheid 2019 einen entsprechenden Freibetrag, müssen Sie dies hier durch Ankreuzen deutlich machen. Der Freibetrag wird nicht automatisch berücksichtigt.

 

[Antrag zur Aufteilung der Abzugsbeträge bei Einzelveranlagung von Ehegatten/Lebenspartnern Zeile 11]
Sonderausgaben, außergewöhnliche Belastungen und die Steuerermäßigungen nach §§ 35a, 35c EStG werden im Rahmen einer Einzelveranlagung von Ehegatten auf Antrag nach § 26a EstG demjenigen Ehegatten zugerechnet, der sie wirtschaftlich getragen hat.

Wollen Sie diese steuerlichen Vergünstigungen jeweils zur Hälfte abzuziehen, stellen Sie hier den übereinstimmenden Antrag dazu durch Eintragung einer „1“ . Eine abweichende Verteilung der Steuerermäßigung für haushaushaltsnahe Beschäftigung oder Dienstleistungen bzw. Handwerkerleistungen nach § 35a EStG können Sie auch auf der Anlage Haushaltsnahe Aufwendungen in den Zeilen 12–14 beantragen.

Checkliste Anlage Sonstiges

Folgende Abzugsmöglichkeit geprüft? Vgl. Ausfüllhinweise zur Zeile!

Haben Sie den Sonderausgabenabzug früherer Spenden geprüft?
Liegt Ihnen zum 31.12.2019 ein Bescheid über die gesonderte Feststellung vortragsfähiger Spenden vor (Zeile 6)?

Haben Sie den Verlustabzug negativer Einkünfte des Jahres 2019 geprüft?
Konnten nicht alle negativen Einkünfte, die im Jahr 2020 entstanden sind, mit positiven Einkünften im Jahr 2020 ausgeglichen werden steht Ihnen ein Verlustrück- oder -vortrag in andere Jahre zu (Zeilen 7–8).

Haben Sie in Ihrem eigenen oder gemieteten Haus bzw. Haushalt (einschl. Garten) Arbeiten durch Beschäftigte, Dienstleister oder Handwerker ausführen lassen und werden Sie und Ihr Ehegatte nach § 26a EStG jeweils einzeln zur Einkommensteuer veranlagt? (Zeile 11)  

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