Ausfüllhilfe für Anlage Unterhalt

(Angaben zu Unterhaltsleistungen an bedürftige Personen)

Hier finden Sie Erläuterungen für jede Zeile der Anlage Unterhalt. Außerdem können Sie die Anlage Unterhalt hier herunterladen (als pdf). Wir empfehlen Ihnen allerdings, die Steuererklärung mit einer professionellen Steuersoftware zu erstellen.

 

Welche Steuersoftware für Ihre Anforderungen am besten geeignet ist, erfahren Sie in unserem Steuersoftware-Test.

 

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In diesem Beitrag erfahren Sie:

 

 

Darüber hinaus finden Sie auf steuern.de zu diesem Teil Ihrer Steuererklärung auch die kostenlosen Gestaltungshinweise unserer Steuerexperten.

Wann Sie die Anlage Unterhalt benötigen

Wichtig: Unterhaltszahlungen an Angehörige
Die Anlage Unterhalt benötigen Sie in folgenden Fällen:

- Sie haben z. B. einen Angehörigen (insbesondere Ihre Eltern oder erwachsenen Kinder),
- den Ex-Ehegatten oder Ex-Lebenspartner nach aufgelöster Lebenspartnerschaft,
- den Partner in einer eheähnlichen Gemeinschaft,
- die Mutter Ihres unehelichen Kindes

finanziell unterstützt, weil die Person kein oder nur geringes eigenes Einkommen und Vermögen hat.

Haben Sie in verschiedenen Haushalten lebende Personen unterstützt, müssen Sie haushaltsbezogen jeweils eine eigene Anlage Unterhalt abgeben.

Für jede (im jeweiligen Haushalt) unterstützte Person muss auf der entsprechenden Anlage Unterhalt eine eigene Vordruckseite mit den verlangten Angaben zur Person ausgefüllt werden.

 

 [Überblick]

 

Seite 1

 

Angaben zum Haushalt der unterhaltenen Person und den Unterhaltsleistungen (Zeilen 4–16)

 

Die Angaben (Anschrift, Wohnsitzstaat, Personen im unterstützten Haushalt, Höhe des Unterhalts sowie der (Basis-)Kranken- und Pflegepflichtversicherungen der unterstützten Person) sind für die Berechnung des abzugsfähigen Betrags notwendig.

 

Auslandsunterhalt (Zeilen 17–26)

 

Für Unterstützungsleistungen ins Ausland gelten strenge Nachweisregelungen über die Zahlungen. U. U. werden die abzugsfähigen Höchstbeträge je nach Wohnsitzstaat gekürzt.

 

Seite 2

 

Angaben zur ersten im Haushalt lebenden Person (Zeilen 31–44)

 

Anhand der Angaben wird geprüft, ob die unterstützte Person die Abzugsvoraussetzungen erfüllt.

 

Angaben zum eigenen Einkommen der unterstützten Person (Zeilen 45–54)

 

Eigenes Einkommen und Bezüge der unterstützten Person bewirken eine Kürzung des abzugsfähigen Höchstbetrags.

 

Seiten 3, 4

 

Angaben zu weiteren im Haushalt lebenden Personen

Die Seiten entsprechen inhaltlich der Seite 2.

 

 

 

Praxis-Tipp: Mit Seite 2 des Formulars beginnen
Beginnen Sie beim Ausfüllen der Anlage Unterhalt am besten mit Seite 2 für die erste von Ihnen unterstützte Person. Denn nur, wenn eine der dort abgefragten Tatbestände zutrifft, sind Unterhaltsleistungen an diese Person abzugsfähig. Erst danach machen Sie die Angaben zum Haushalt der unterstützten Person und den Unterstützungszahlungen auf Seite 1. Leben im Haushalt weitere Personen, füllen Sie für jede Person eine eigene Seite (Seiten 3, 4) aus.

 

Angaben zum Haushalt der unterstützten Person(en) (Seite 1)

[Haushalt der unterstützten Person Zeilen 4–6]

Tragen Sie ein, wo die unterstützte Person lebt (Zeile 4). Soweit sich der Haushalt im Ausland befindet (Zeile 5), gelten strengere Nachweisregelungen und je nach Land eventuell gekürzte abzugsfähige Höchstbeträge (vgl. Erläuterungen zu den Zeilen 17–26). Leben im Haushalt der unterstützten Person mehrere Personen (Angaben in Zeile 6), werden die Unterhaltszahlungen auf alle im Haushalt lebenden Personen gleichmäßig aufgeteilt. Für jede Person ist in diesem Fall eine eigene Seite auf der Anlage Unterhalt auszufüllen.

 

[Unterhaltsleistungen, Unterstützungszeitraum Zeilen 7–16]

Leben im Haushalt mehrere Personen, sind sämtliche Zahlungen für den laufenden Lebensunterhalt (Wohnung, Kleidung, Nahrung), die an die Haushaltsmitglieder geleistet wurden, einzutragen. Der gesamte Betrag wird nach Köpfen gleichmäßig verteilt. Ein Abzug der Unterhaltsleistungen ist nur für Monate möglich, in denen eine Unterstützung (Zeilen 7, 9) stattgefunden hat, d. h. grundsätzlich ab dem Monat der ersten Zahlung (Zeilen 8, 10). Bei Ehegatten wird unabhängig vom Zahlungszeitpunkt immer Unterhalt für das gesamte Jahr angenommen. Die Zahlungen müssen Sie grundsätzlich anhand geeigneter Unterlagen belegen (Ausnahme: Person lebte bei Ihnen im Haushalt, vgl. Zeile 36). Erfolgte die Unterstützung nur für einen Teil des Jahres, wird ggf. der Jahreshöchstbetrag gekürzt. Die Höhe der (Basis-)Krankenversicherung oder Pflegepflichtversicherung der unterstützten Person, für die sie selbst Versicherungsnehmer ist, tragen Sie in die Zeilen 11, 13 bzw. 15 ein. Um diese Beiträge erhöht sich der bei Ihnen berücksichtigungsfähige Abzugshöchstbetrag. Nicht abzugsfähig ist der Beitragsanteil, aus dem sich ein Anspruch auf Krankengeld ergibt (ersichtlich aus der Bescheinigung der Krankenkasse). Deshalb sind die Eintragungen in den Zeilen 12, 14 bzw. 16 notwendig.

 

[Unterstützte Person lebt im Ausland Zeilen 17–26]

 In diesem Fall benötigen Sie zusätzlich aus dem Wohnsitzstaat eine in mehreren Sprachen (über die Formularverwaltung der Internetseiten des BMF abrufbar oder beim Finanzamt in Papierform) erhältliche sog. Unterhaltserklärung über die persönlichen Verhältnisse, das eigene Einkommen und das Vermögen der unterstützten Person (Eintragung in Zeile 34). Ist die Person nicht Ihr Ehegatte und in erwerbsfähigem Alter (unter 65 Jahre), ist der Abzug von Unterhaltszahlungen im Regelfall nicht möglich (Erwerbsobliegenheit).

  

Bei Auslandssachverhalten gelten für den Nachweis der Unterhaltszahlungen zudem erhöhte Anforderungen. Machen Sie die geforderten Angaben über den Zahlungsweg (Überweisung Zeile 17, Mitnahme anlässlich von Heimfahrten Zeilen 18–20) und fügen Sie die im Vordruck verlangten Nachweise bei. 

 

Erfolgte die Heimfahrt zum eigenen Haushalt im Ausland und lebte dort der Ehegatte, ist das eine Familienheimfahrt. Hier gelten Vereinfachungsregelungen. Für bis zu maximal vier Fahrten (Zeilen 21–25) im Kalenderjahr wird ein Nettomonatslohn (Zeile 26) als mitgenommener Betrag ohne Nachweis akzeptiert. Je nach Staat wird der abzugsfähige Höchstbetrag nach der Ländergruppeneinteilung halbiert oder geviertelt.

 

Checkliste Anlage Unterhalt

 

 

Folgende Abzugsmöglichkeit geprüft? Vgl. Ausfüllhinweise zur Zeile!


Sie haben eine der folgenden Personen unterstützt?

 

          Eltern, Großeltern, Schwiegereltern

          erwachsene Kinder, für die Sie keine Anlage Kind ausgefüllt haben

          mit Ihnen in Haushaltsgemeinschaft lebende Geschwister (Zeile 41)

          den im Ausland lebenden Ehegatten oder Partner einer eingetragenen Lebenspartnerschaft (Zeile 39)

          den geschiedenen oder von Ihnen getrennt lebenden Ehegatten oder Ex-Partner einer (aufgelösten) Lebenspartnerschaft (Zeile 38)

          Ihren Partner in eheähnlicher Gemeinschaft (Zeilen 40, 42)

          die Mutter Ihres nichtehelichen Kindes

 

 

Die Person lebte bei Ihnen im Haushalt?

 

Das Finanzamt erkennt ohne Nachweis 8.820 EUR Unterhalt an (Zeile 36). Der Höchstbetrag erhöht sich um die Basiskranken- und Pflegepflichtversicherungsbeiträge der unterstützten Person (Zeilen 11–16).

 

 

Sie haben für die bedürftige Person (Basis-)Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge als Versicherungsnehmer übernommen?

 

Sie können die Beiträge als eigene Sonderausgaben berücksichtigen, indem Sie sie auf der Anlage Vorsorgeaufwand (Zeile 40 ff.) eintragen.

 

 

Sie haben eine im Ausland lebende Person unterstützt?

 

Sie benötigen in diesem Fall eine amtliche Unterhaltserklärung und den lückenlosen Nachweis des Geldflusses (Zeilen 17–26, 34).

 

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Angaben zur unterstützten Person (Seite 2)

[Angaben zur unterstützten Person Zeilen 31–44]

Anhand der Angaben wird geprüft, ob ein Abzug von Unterhaltszahlungen an die unterstützte Person möglich ist. Falls die Bedingungen nicht das ganze Jahr über vorlagen, müssen Sie den Zeitraum genau angeben. Der für das Jahr abzugsfähige Höchstbetrag wird dann nur zeitanteilig berücksichtigt.

 

[Gesetzlich unterhaltsberechtigte Person/gleichgestellte Person]

Voraussetzung für einen Kostenabzug ist grundsätzlich, dass die unterhaltene Person Ihnen oder Ihrem Ehegatten gegenüber unterhaltsberechtigt ist oder einer solchen Person gleichgestellt ist (vgl. Erläuterungen zu Zeile 41). 

 

[Haushaltszugehörigkeit Zeile 36]

Lebt die unterstützte Person bei Ihnen im Haushalt, wird vom Unterhalt in Höhe des gesetzlichen Höchstbetrags von 8.354 EUR (jährlich) ausgegangen. Außerdem ist die Haushaltszugehörigkeit für den Abzug von Unterhaltsleistungen an gleichgestellte Personen erforderlich (vgl. Erläuterungen zu Zeile 41).

 

[Kindergeldanspruch Zeile 37]

Für Zeiträume, in denen für die unterstützte Person Kindergeldanspruch bzw. Anspruch auf einen Kinderfreibetrag bestand, ist der Kindsunterhalt damit steuerlich berücksichtigt. Bei steuerlich nicht berücksichtigungsfähigen Kindern (Kinder, für die keine Anlage Kind ausgefüllt wird), z. B. arbeitslose Kinder über 21 Jahre, Kinder im freiwilligen Wehrdienst oder über 25 Jahre alte Kinder in Berufsausbildung, ist der Abzug von Unterhalt über die Anlage Unterhalt möglich.

 

[Eheähnliche Gemeinschaft/Haushaltsgemeinschaft Zeile 41]

Unterhaltszahlungen an nicht unterhaltsberechtigte Personen sind nur abzugsfähig, wenn die unterstützte Person eine gleichgestellte Person ist. Dies setzt zum einen voraus, dass die Person mit Ihnen in Hausgemeinschaft lebt, d. h. «ein Wirtschaften aus einem Topf» erfolgt (Zeile 36) und der Person wegen der Unterhaltsleistungen öffentliche Leistungen (Arbeitslosengeld II bzw. Hartz IV, Wohngeld etc.) gestrichen oder gekürzt werden. Infrage kommen z. B. der Partner in eheähnlicher Gemeinschaft (ohne gemeinsames Kind oder älteres gemeinsames Kind) sowie Verwandte bzw. Verschwägerte (Geschwister).

 

[Vermögen Zeile 42]

Hatte die unterstützte Person außer Hausrat und einem angemessenen Hausgrundstück weiteres Vermögen von über 15.500 EUR, gilt sie nicht mehr als bedürftig mit der Folge, dass Unterstützungsleistungen steuerlich nicht abzugsfähig sind.

 

[Mehrere Zahlende Zeilen 43, 44]

Wird die von Ihnen unterhaltene Person auch von anderen Personen unterstützt, vermerken Sie dies in Zeile 43 und geben in Zeile 44 den von anderen Personen geleisteten Unterhalt und den Unterhaltszeitraum an. In diesem Fall wird der abzugsfähige Betrag auf alle (im Inland lebenden) unterstützenden Personen aufgeteilt.

 

[Eigene Einkünfte und Bezüge der unterstützten Person Zeilen 45–54]

Der Abzug von Unterstützungsleistungen für im Inland lebende Personen ist auf einen Höchstbetrag von 8.354 EUR jährlich (bei Personen im Ausland eventuell weniger) je unterstützter Person, ggf. erhöht um die Basiskranken- und Pflegepflichtversicherungsbeiträge der unterstützten Person, begrenzt. Der Höchstbetrag wird jedoch um die eigenen Einkünfte und Bezüge, soweit sie 624 EUR jährlich überschreiten und öffentlichen Ausbildungshilfen (BAföG-Zuschüsse), die die unterstützte Person während des Unterhaltszeitraums (vgl. Erläuterungen zu den Zeilen 7–10) hatte, gekürzt. Angerechnet wird nur das Einkommen, das auf volle Unterstützungsmonate («innerhalb des Unterstützungszeitraums») entfällt, nicht dagegen Einkommen «außerhalb des Unterstützungszeitraums». Hatte die unterstützte Person Kapitalerträge (Zinsen), die dem Abgeltungsteuersatz (25 %) unterlegen haben, handelt es sich um Bezüge (Eintragung in den Zeilen 51, 52), ansonsten liegen Einkünfte vor (Zeilen 49, 50)