Ausfüllhilfe für Anlage KAP

 (Einkünfte aus Kapitalvermögen)

Hier finden Sie detaillierte Erläuterungen für jede Zeile der Anlage KAP. Außerdem können Sie die Anlage KAP hier als pdf herunterladen. 

Ab dem Veranlagungszeitraum 2018 gibt es für die Erklärung von Kapitaleinkünften drei Vordrucke:

Die Anlage KAP

Die Anlage KAP-BET

Die Anlage KAP-INV

Wir empfehlen Ihnen allerdings, die Steuererklärung mit einer professionellen Steuersoftware zu erstellen.

 

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In diesem Beitrag erfahren Sie:

 

Darüber hinaus finden Sie auf steuern.de zu diesem Teil Ihrer Steuererklärung auch die kostenlosen Gestaltungshinweise unserer Steuerexperten.

Wer muss die Anlage KAP ausfüllen?

Wichtig: Wann die Anlage KAP ausgefüllt werden muss

Durch die Einführung der Abgeltungsteuer (25 % Kapitalertragsteuer auf Kapitalerträge) ist die Besteuerung im Regelfall erledigt und die Abgabe der Anlage KAP nicht notwendig. In folgenden (Ausnahme-)Fällen müssen bzw. sollten Sie die Anlage KAP aber ausfüllen:

-  Ihr persönlicher (Spitzen-)Steuersatz liegt unter 25 % und Sie möchten die von der Bank zu hoch einbehaltene Kapitalertragsteuer erstattet bekommen ("Günstigerprüfung").

-  Sie haben im Veranlagungsjahr weniger als 801 EUR (Ehegatten 1.602 EUR) Kapitalerträge erzielt, aber weil Sie keinen bzw. einen zu niedrigen Freistellungsauftrag erteilt hatten, wurde von der Bank Steuer einbehalten.

-  Sie haben mit Ihren Freistellungsaufträgen den Sparerpauschbetrag nicht ausgenutzt, sodass Steuer einbehalten wurde.

-  Sie haben Verluste aus Börsengeschäften (z. B. Aktienverkäufen) erlitten, die von der Bank intern nicht mit Gewinnen verrechnet werden konnten.

-  Sie haben steuerpflichtige Kapitalerträge bekommen, die nicht der Abgeltungsteuer unterlegen haben (z. B. aus privaten Darlehen oder ausländischen Geldanlagen).

-  Sie wollen bisher von der Bank nicht berücksichtigte, ausländische Quellensteuer auf die Einkommensteuer anrechnen lassen.

-  Sie haben, obwohl Sie kirchensteuerpflichtig sind, der Bank Ihre Religionszugehörigkeit nicht mitgeteilt, weshalb die Bank keine Kirchensteuer einbehalten hat.

-  Sie wollen als Beteiligter an einer Kapitalgesellschaft (unternehmerische Beteiligung) die Erträge (freiwillig) nach dem Teileinkünfteverfahren mit der tariflichen Einkommensteuer besteuern lassen, um gleichzeitig hohe Ausgaben (insbesondere Finanzierungskosten) als Werbungskosten geltend machen zu können.

Jeder Ehegatte benötigt eine eigene Anlage KAP.

 

Wann die Anlage KAP-BET ausgefüllt werden muss

 

Die Anlage KAP-BET ist auszufüllen, wenn Sie aus Beteiligungen stammende Einkünfte aus Kapitalvermögen und anrechenbare Steuern haben, die gesondert und einheitlich festgestellt werden.

 

Wann die Anlage KAP-INV ausgefüllt werden muss

 

Die Anlage KAP-INV ist auszufüllen, wenn Sie Investmenterträge erzielt haben, die nicht dem inländischen Steuerabzug unterlegen haben.

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Überblick: So ist die Anlage KAP aufgebaut

Anlage KAP Seite 1

 

Kapitalerträge mit einbehaltener Kapitalertragsteuer (Zeilen 7–11)

Tragen Sie hier die inländischen Kapitalerträge sowie die Erlöse aus der Veräußerung von Wertpapieren und anderen Börsengeschäften auf dem Kapitalmarkt ein, für die von der Bank Steuer einbehalten worden ist.

Angaben zum Sparer-Pauschbetrag (Zeilen 12, 13)

Kapitalerträge ohne Steuerabzug (Zeilen 14–19)

Einzutragen sind alle Zinserträge, die mit dem Abgeltungsteuersatz von 25 % steuerpflichtig sind, bei denen aber keine Kapitalertragsteuer einbehalten wurde (z. B. Zinsen aus privaten Darlehen sowie Zinsen und Beteiligungserträge aus Geldanlagen bei ausländischen Banken).

Kapitalerträge mit persönlichem Steuersatz (Zeilen 20–27)

Zinserträge aus stillen Gesellschaften und partiarischen Darlehen sowie auf Antrag Erträge aus der Beteiligung an einer Kapitalgesellschaft werden mit dem persönlichen Steuersatz bzw. dem Teileinkünfteverfahren besteuert.

Anlage KAP Seite 2

 

Anzurechnende Steuern (Zeilen 48–56)

Einzutragen sind von der Bank einbehaltene inländische und ausländische Steuern.

 

Anlage KAP-BET

 

Erträge aus Beteiligungen (Anlage KAP-BET Zeilen 1–24) sowie dazugehörige Steuerabzugsbeträge (Anlage KAP-BET Zeilen 31–39)

Hierher gehören Kapitalerträge, die Ihnen als Beteiligter einer Gemeinschaft (z. B. Erbengemeinschaft) zugeflossen sind. Auch hier wird zwischen den oben genannten Gruppen unterschieden.

Die Angaben sind dem Feststellungsbescheid der Gesellschaft zu entnehmen.

 

Anlage KAP-INV Seite 1

 

Laufende Erträge aus Investmentanteilen, die nicht dem inländischen Steuerabzug unterlegen haben (Anlage KAP-INV Zeilen 1–8) 

Die Angaben sind der Steuerbescheinigung der Depotbank zu entnehmen.

 

Gewinne aus der Veräußerung von Investmentanteilen, die nicht dem inländischen Steuerabzug unterlegen (Anlage Kap-INV Zeilen 9–23)

Die Ermittlung nehmen Sie auf Seite 2 vor.

 

Anlage KAP-INV Seite 2

 

(Ermittlung der Veräußerungsgewinne zu Zeilen 9–23 (Anlage KAP-INV Zeilen 31–41)

 

 

[Allgemeine Übersicht]

Kapitalerträge sind Erträge aus der Überlassung von Kapital (z. B. Zinsen oder Dividende). Zu den Kapitalerträgen gehören auch Erlöse aus Börsengeschäften bzw. «Spekulationsgeschäften» (Wertpapierverkäufe, Optionen, Termingeschäfte, Futures etc.).

 

Als Einnahme auf der Anlage KAP ist im Normalfall die volle Höhe des Kapitalertrags einschließlich der eventuell einbehaltenen Steuern (Kapitalertrag-, Kirchen-, Quellensteuer) anzugeben (Anlage KAP Zeilen 7–47). Bei einigen Eintragungen (z. B. Zeilen 21 und 22) sind dagegen nur die Einkünfte (Einnahmen abzüglich Ausgaben) zu erfassen. Die einbehaltenen Steuern sind in den Zeilen 48–57 einzutragen.

 

Auf den Zinsbescheinigungen der Banken sind im Normalfall die Zeilen der Anlage KAP angegeben, in denen der jeweilige Kapitalertrag zu erfassen ist.

 

 

[Steueranrechnung, Steuerbescheinigung]

Falls eine Anrechnung der einbehaltenen Steuern auf die Einkommensteuer möglich ist, müssen Sie dazu die Originalsteuerbescheinigungen Ihrer Bank(en) beifügen.

 

 

[Grund für die Abgabe der Anlage KAP Zeilen 4–6]

Sind Sie sich nicht sicher, ob Ihr Grenzsteuersatz niedriger als 25 % ist, dann füllen Sie die Anlage KAP aus, wenn die Bank bei Ihnen Steuer einbehalten hat. Das Finanzamt prüft, ohne dass Ihnen Nachteile entstehen. In diesem Fall  (Eintrag "1" in Zeile 4), müssen Sie sämtliche Kapitalerträge angeben und auch insbesondere Angaben zum bisher in Anspruch genommenen Sparer-Pauschbetrag (= aufgrund eines Freistellungsauftrags freigestellte Zinsen) in Zeile 12 machen. Außerdem sind die bisher von der Bank einbehaltenen Steuern (Zeilen 48–53) anzugeben und die Steuerbescheinigungen beizufügen.

 

Die Anträge lt. den Zeilen 4, 5 und 24 können unabhängig voneinander gestellt werden. Der Antrag auf Günstigerprüfung (Zeile 4) ersetzt nicht den Antrag auf Anwendung der tariflichen Einkommensteuer (Zeile 24)

 

Praxis-Tipp: Von der Bank einbehaltene Kirchensteuer sind Sonderausgaben
Machen Sie vorsorglich die von der Bank einbehaltene Kirchensteuer bei den Sonderausgaben (Hauptvordruck Zeile 43) geltend. Der Sonderausgabenabzug ist möglich, wenn die "Günstigerprüfung" erfolgreich war, d. h. die Steuer auf die Kapitalerträge nicht mit dem Abgeltungsteuertarif, sondern mit Ihrem individuellen Steuersatz versteuert wird (aus dem Steuerbescheid erkennbar daran, dass die Kapitalerträge in die Berechnung des zu versteuernden Einkommens einbezogen werden). Prüfen Sie Ihren Steuerbescheid entsprechend auf den korrekten Sonderausgabenabzug! 

 

 

Den Antrag in Zeile 5 (Eintragung «1») stellen Sie z. B., wenn Sie Ihre Freistellungsaufträge ungünstig verteilt haben und Ihnen infolgedessen zu viel Abgeltungsteuer (Kapitalertragsteuer) einbehalten worden ist oder wenn Sie Verluste aus Börsengeschäften erlitten haben, die bankintern nicht mit Gewinnen verrechnet werden konnten. In diesen Fällen reicht es aus, nur die «falsch» besteuerten Erträge (Anlage KAP Zeilen 7–11; Spalte 1) und die von Ihnen korrigierten (z. B. um Verluste geminderten) Erträge (Spalte 2) anzugeben (Erläuterungen bitte auf einem separaten Blatt beifügen). 

 

In diesen Fällen sind Eintragungen bezüglich des bisher in Anspruch genommenen Sparer-Pauschbetrags (freigestellte Beträge) in den Zeilen 12 und 13 notwendig. Ebenso Eintragungen zu bisher einbehaltenen Steuern (Anlage KAP Zeilen 48–53). Treffen mehrere der genannten Gründe zu, sind entsprechend mehrere Eintragungen in den Zeilen 4–6 notwendig. 

 

In allen anderen Fällen reicht es aus, auf der Anlage KAP nur die Zeilen auszufüllen, die Kapitalerträge betreffen, bei denen durch die Kapitalertragsteuer (Abgeltungsteuer) die Besteuerung nicht erledigt ist.

 

 

[Kapitalerträge mit Steuerabzug Zeilen 7–11]

In diesen Zeilen erklären Sie, soweit notwendig (s. o.), Ihre Kapitalerträge, bei denen die Bank 25 % Kapitalertragsteuer (Abgeltungsteuer) sowie Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer einbehalten hat. Die Beträge können Sie i. d. R. der Bescheinigung der Bank entnehmen. Dazu gehören auch Gewinne aus Börsengeschäften (Spekulationsgeschäfte). 

Hierzu gehören auch die Erträge aus Investmentfonds, soweit die Depotbank dafür Abzugsteuern einbehalten hat. Nur wenn Sie Erträge aus Investmentfonds erzielt haben, für die keine Abzugsteuern einbehalten wurden, benötigen Sie die Anlage KAP-INV) (→ Tz 158b ff.).

 

Erträge aus Bausparverträgen (Zinsen, Bonus), die nicht in Zusammenhang mit einem vermieteten Objekt stehen, sind ebenfalls hier zu erfassen. Dagegen gehören Bausparzinsen in Zusammenhang z. B. mit einem Mietshaus zu den Mieteinkünften (Anlage V, Zeile 19).

 

Zu den Veräußerungsgewinnen zählen z. B. Gewinne aus Aktienverkäufen (zusätzlich zu erfassen in Zeile 8) und dem Verkauf von GmbH-Anteilen sowie der Veräußerung von Zertifikaten und Futures, ebenso wie erhaltene Stillhalterprämien bei Optionsgeschäften. Gezahlte Glattstellungsprämien mindern die Einnahmen. Dies gilt aber nur, sofern die Anschaffung der Papiere bzw. das Geschäft nach 2008 erfolgt ist. Ansonsten sind die (Spekulations-)Erträge nicht steuerpflichtig.

 

Verkäufe von Aktien oder GmbH-Anteilen sind auf der Anlage G zu erfassen, wenn Sie zu mindestens 1 % an der Gesellschaft beteiligt sind. Sie unterliegen dem Teileinkünfteverfahren.

 

 

[Veräußerungsgewinne /-verluste aus bestandsgeschützten Alt-Anteilen  → Anlage KAP Zeile 8a]

Soweit in den Erträgen (Anlage KAP Zeile 7) Veräußerungsgewinne /-verluste aus bestandsgeschützten Alt-Anteilen enthalten sind), sind diese hier einzutragen. Der Freibetrag von 100.000 EUR wird vom Finanzamt berücksichtigt.

 

 

[Keine Anlage AUS bei Kapitalerträgen]

Für die Erfassung der Kapitalerträge spielt es keine Rolle, ob es sich um in- oder ausländische Kapitalerträge handelt. Die ausländische Quellensteuer bzw. Steuer nach der Zinsinformationsverordnung (ZIV) kann direkt auf die deutsche Steuer angerechnet werden (Zeilen 51–53). Die Anlage AUS wird für ausländische Kapitalerträge nicht benötigt.

 

 

[Veräußerungsverluste Zeilen 10, 11]

Verluste aus der Veräußerung von Wertpapieren dürfen nur mit (zukünftigen) Gewinnen aus derartigen Geschäften verrechnet werden. Dabei ist zwischen Verlusten aus der Veräußerung von Aktien (Eintragung in Zeile 11) und Verlusten aus anderen Börsengeschäften (Eintragung in Zeile 10) zu unterscheiden.

 

 

[Kapitalerträge ohne Steuerabzug Zeilen 14–19]

In diesen Zeilen sind Kapitalerträge zu erklären, bei denen keine Steuer einbehalten worden ist, die aber dem Abgeltungsteuersatz von 25 % unterliegen und deshalb im Rahmen der Einkommensteuerveranlagung nachversteuert werden müssen. Dazu zählen vor allem Zinsen, die Sie für privat gegebene Darlehen erhalten haben (Zeile 14; vgl. aber auch Anmerkungen zu den Zeilen 20–25 bei Darlehen an Angehörige), von ausländischen Banken direkt (ohne eine inländische Bank) ausgezahlte Zinsen oder "Spekulationsgeschäfte", die über ausländische Banken abgewickelt wurden. Aktienverkäufe sind zusätzlich in Zeile 16 zu erklären. Vom Finanzamt erhaltene Erstattungszinsen für Steuererstattungen aus früheren Jahren sind ebenfalls mit dem Abgeltungstarif (25 %) zu versteuern (Zeile 19).

Nicht hier zu erfassen sind Erträge aus Investmentfonds, für die keine Abzugsteuern einbehalten wurden. Hierfür benötigen Sie die Anlage KAP-INV.

 

Weitere Angaben

[Individueller Steuersatz, Darlehen an Angehörige, stille Gesellschaften, partiarische Darlehen Zeilen 20-25]

Für die wenigen Kapitalerträge, die nicht dem Abgeltungsteuersatz von 25 % unterliegen, sondern mit dem persönlichen (tariflichen) Steuersatz, eventuell unter Berücksichtigung des Teileinkünfteverfahrens, versteuert werden müssen, sind die Zeilen 20–25 vorgesehen. Ausgaben in Zusammenhang mit derartigen Erträgen können Sie als Werbungskosten geltend machen, wenn diese den Sparer-Pauschbetrag übersteigen. Einzutragen sind im Vordruck deshalb nicht die Erträge, sondern die nach Abzug der Ausgaben verbleibenden Einkünfte.

 

Zu dieser Gruppe gehören zum einen private Darlehen an Angehörige oder «eigene» Gesellschaften, aber nur, wenn derjenige, der das Darlehen bekommen hat, die Schuldzinsen steuerlich als Werbungskosten oder Betriebsausgaben geltend machen kann (sonst Zeile 14). 

 

Sind Sie entweder zu mindestens 25 % an einer Kapitalgesellschaft (GmbH, AG) beteiligt oder zu mindestens 1 % und in bedeutender Stellung beruflich für die Gesellschaft tätig (= unternehmerische Beteiligung), können Sie beantragen, dass die Kapitaleinkünfte, die Sie aus der Beteiligung erzielen (Gewinnausschüttungen, Veräußerungsgewinne), nicht mit dem Abgeltungsteuersatz von 25 %, sondern nach dem Teileinkünfteverfahren (nur 60 % der Einkünfte steuerpflichtig) mit dem persönlichen Steuersatz besteuert werden (Zeile 24). Dies kann vorteilhaft sein, weil Sie gleichzeitig Werbungskosten (z. B. Finanzierungskosten) über den Sparer-Pauschbetrag hinaus geltend machen können. Der Antrag gilt immer für alle Erträge aus der Beteiligung und, wenn er nicht widerrufen wird, für 5 Jahre. Ab dem Jahr, in dem der Antrag widerrufen wird, ist kein neuer Antrag für diese Beteiligung mehr möglich. Deshalb ist die Kapitalgesellschaft namentlich anzugeben (Zeile 25). Einzutragen sind jeweils die Einkünfte, also die um die Werbungskosten geminderten Einnahmen.

 

[Erträge aus Lebensversicherungen  Zeile 23]

Kapitalerträge aus nach dem 31.12.2004 abgeschlossenen Lebensversicherungen, deren Leistung nach Vollendung des 60. Lebensjahres und nach Ablauf von zwölf Jahren seit Vertragsabschluss ausgezahlt wurde, sind zur Hälfte steuerfrei. Einzutragen sind die gesamten Kapitalerträge; die Berücksichtigung des steuerfreien Teils erfolgt durch das Finanzamt.

 

 

[Antrag auf Anwendung der tariflichen Einkommensteuer → Anlage KAP Zeilen 24 und 25]

Der Antrag auf Anwendung der tariflichen Einkommensteuer für die in Zeile 25 eingetragenen Beträge muss in Zeile 24 durch Eintragung einer „1“ explizit gestellt werden. 

Der Antrag auf Günstigerprüfung (Zeile 4) ersetzt nicht den Antrag auf Anwendung der tariflichen Einkommensteuer (Zeile 24).

 

 

[Verdeckte Gewinnausschüttungen → Anlage KAP Zeile 26]

Einzutragen sind erzielte verdeckte Gewinnausschüttungen, die bei der Kapitalgesellschaft als Betriebsausgabe geltend gemacht wurden.

Die auf Sie entfallenden Erträge können Sie diesem Feststellungsbescheid entnehmen.

 

 

[Spezial-Investmentfonds → Anlage KAP Zeile 27]

Soweit Sie Einkünfte aus Spezial-Investmentfonds bezogen haben, ist hier eine „1“ einzutragen.

 

 

[Einbehaltene Steuern Zeilen 48–53]

Tragen Sie hier die Höhe der Steuern ein, die von der Bank einbehalten und an das Finanzamt abgeführt wurden. Dazu gehört auch die ausländische Quellensteuer, die für ausländische Kapitalerträge einbehalten wurde. Sie kann direkt auf die deutsche Kapitalertragsteuer angerechnet werden. Ebenfalls einzurechnen sind die Abzugsteuern auf Erträge, die in der Anlage KAP-INV erklärt werden, nicht aber solche auf Erträge aus der Anlage KAP-BET. Die zu viel einbehaltene Abgeltungsteuer (z. B. aufgrund ungünstig erteilter Freistellungsaufträge) wird erstattet. Die einbehaltenen Steuern werden wie Steuervorauszahlungen angerechnet, aber nur sofern der Abgeltungsteuertarif nicht zur Anwendung kommt (z. B. erfolgreiche Günstigerprüfung).

 

 

[Steueranrechnung Zeilen 54–56]

Gehören die Zinserträge zu einer anderen Einkunftsart (z. B. Zinsen für Mietkonto zur Einkunftsart Vermietung, betriebliche Zinserträge), sind die Zinsen auf der jeweiligen Anlage (z. B. Anlage V, Zeile 16) zu erfassen. Sie werden nicht mit dem Abgeltungsteuersatz von 25 %, sondern mit dem persönlichen Steuersatz versteuert. Die von der Bank einbehaltenen Abgeltung-, Kirchensteuern und Solidaritätszuschlag (Zeile 54–56) werden bei Vorlage der Originalsteuerbescheinigung angerechnet. 

 

 

[Beschränkung des Kapitalertragsteuerabzugs Zeile 57]

Nur drei Fünftel der Kapitalertragsteuer kann angerechnet werden, wenn die Voraussetzungen des § 36a EStG nicht erfüllt sind. Dieser verlangt u.a., dass die Wertpapiere mindestens 45 Tage gehalten wurden und der Eigentümer nicht verpflichtet ist, die Kapitalerträge ganz oder überwiegend an andere Personen weiterzuleiten. Liegen diese Voraussetzungen nicht vor, ist in Zeile 57 eine 1 einzutragen.

Außerdem muss die entsprechende Kapitalertragsteuer in Zeile 48 bzw. 54 abgezogen werden, allerdings kann die nicht anrechenbare Kapitalertragsteuer auf Antrag bei der Ermittlung der Einkünfte abgezogen werden. Die jeweilige Ermittlung ist in einer gesonderten Aufstellung zu erläutern.

Anlage KAP-BET

[Erträge aus Beteiligungen → Anlage KAP-BET Zeilen 1–39]

Sind Ihnen aus einer Beteiligung (z. B. Erbengemeinschaft) Kapitalerträge zuzurechnen, wurden diese Einkünfte vom Finanzamt für alle Beteiligten einheitlich und gesondert festgestellt. Die auf Sie entfallenden Erträge sowie die anrechenbaren Steuern können Sie diesem Feststellungsbescheid entnehmen.

 

Anlage KAP-INV

In der Anlage KAP-INV sind Eintragungen für Investmenterträge vorzunehmen, die nicht dem inländischen Steuerabzug unterlegen haben. Diese sind nicht aus den Steuerbescheinigungen der (deutschen) Depotbanken ersichtlich. 

 


[Laufende Erträge aus Investmentanteilen, die nicht dem inländischen Steuerabzug unterlegen haben → Anlage KAP-INV Zeilen 4–8]

Anzugeben sind die Ausschüttungen nach § 2 Abs. 11 InvStG, getrennt nach Art des Fonds (Assetklasse) vor Anwendung der jeweiligen Teilfreistellung.Da die Vorabpauschale für 2018 erst im Jahr 2019 als zugeflossen gilt, sind diese für den Vz. 2018 nicht einzutragen.

 


[Gewinne und Verluste aus der Veräußerung von Investmentanteilen, die nicht dem inländischen Steuerabzug unterlegen → Anlage KAP-INV Zeilen 9– 23]

Für jede Fondsart sind ggf. drei Werte einzutragen: Der laufende Gewinn aus der Veräußerung von Investmentanteilen, die nicht dem inländischen Steuerabzug unterlegen haben, der darin enthalten Teil, der auf bestandsgeschützte Alt-Anteile entfällt, sowie Gewinne oder Verluste aus der fiktiven Veräußerung der Bestände zum 31.12.2017.

 

 

[Veräußerungsgewinne → Anlage KAP-INV Zeilen 9, 12, 15, 18 und 21]

Soweit Gewinne aus der Veräußerung von Investmentanteilen, die nicht dem inländischen Steuerabzug unterlegen haben, angefallen sind, sind diese vor Anwendung der jeweiligen Teilfreistellung und getrennt nach Fondsarten zu erfassen. Die Berechnung der Gewinne soll auf Seite 2 der Anlage KAP-INV (Zeilen 31 bis 41) erfolgen.

 


[Veräußerungsgewinne aus bestandsgeschützten Alt-Anteilen → Anlage KAP-INV Zeilen 10, 13, 16, 19 und 22]

Soweit in den Beträgen Veräußerungsgewinne aus bestandsgeschützten Alt-Anteilen i. S. d. § 56 Abs. 6 Satz 1 Nr. 2 InvStG enthalten sind, sind diese hier zu vermerken, damit der personenbezogenen Freibetrag von 100.000 EUR abgezogen und fortgeschrieben werden kann. 

 


[Fiktive Veräußerungsgewinne des Fondsbestands zum 31.12.2017 → Anlage KAP-INV Zeilen 11, 14, 17, 20 und 23]

Steuerlich gilt der Fondsbestand zum 31.12.2017 als verkauft und zum 1.1.2018 als wieder angeschafft. Der dabei entstehende Gewinn oder Verlust aus der fiktiven Veräußerung der Anteile wurde zum 31.12.2017 gesondert festgestellt, ist aber erst in dem Zeitpunkt zu versteuern, in dem die Alt-Anteile tatsächlich veräußert werden. Ist der Verkauf erfolgt, sind die festgestellten Gewinne und Verluste aus dieser fiktiven Veräußerung von Alt-Anteilen (§ 56 Abs. 2 i. V. m. Abs. 3 Satz 1 InvStG) gesondert einzutragen. Sie wirken sich im Jahr des tatsächlichen Verkaufs auf die Besteuerung aus. Für die Einkünfte aus der fiktiven Veräußerung von Alt-Anteilen wird keine Teilfreistellung berücksichtigt. Auch wird kein Freibetrag wie bei der Veräußerung der bestandsgeschützten Alt-Anteile gewährt.

 


[Zwischengewinn nach dem Investmentsteuergesetz 2004→ Anlage KAP-INV Zeile 24]

Nicht alle Zwischengewinnbestandteile nach § 1 Abs. 4 Nr. 1 bis 4 InvStG 2004 wandeln sich zum 31. Dezember 2017 in ausschüttungsgleiche Erträge um. Derartige Zwischengewinne zum 31. Dezember 2017 sind bei der Ermittlung des fiktiven Veräußerungsgewinns zum 31.12.2017 abzuziehen, müssen dann aber beim tatsächlichen Verkauf der Anteile, unabhängig davon, ob es sich um bestandsgeschützte oder nicht bestandsgeschützte Alt-Anteile handelt, als Kapitalertrag versteuert werden. Diese Zwischengewinne sind in Zeile 24 zu erklären.

 

 

[Berechnung der Veräußerungsgewinne und -verluste → Anlage KAP-INV Zeilen 31-41]

Die Ermittlung des Veräußerungsgewinna bzw. -verlustes ist für jeden Fond getrennt vorzunehmen. Sollten Fondsanteile von mehr als 3 Fonds veräußert worden sein, so sind entsprechend viele Anlagen KAP-INV einzureichen. Hierzu ist in Anlage KAP-INV Zeile 3 eine laufende Nummer der jeweiligen Anlage zu vergeben.In der Zeile 31 ist die internationale Wertpapierkennnummer ISIN (International Securities Identification Number) und in der Zeile 32 die Fondsbezeichnung anzugeben.In der Zeile 33 ist die Art des Investmentfonds (Assetklasse ) einzugeben:

 

1 = Aktienfonds

2 = Mischfonds

3 = Immobilienfonds

4 = (besonderer) Immobilienfonds

5 = sonstiger Investmentfonds


Die Eingabe ist erforderlich, um die Teilfreistellungssätze ermitteln zu können.In der Zeile 34 ist die Anzahl der veräußerten Anteile des entsprechenden Investmentfonds einzutragen.Die Zeilen 35 bis 38 dienen der Ermittlung des Gewinns. Die sich für jede Fondsart ergebende Summe der Veräußerungsgewinne/- verluste ist in die Zeilen 9, 12, 15, 18 bzw. 21 der ersten Anlage KAP-INV zu übertragen.Für Investmentanteile, die vor dem 1.1.2009 angeschafft wurden, ist der in der Zeile 38 ermittelte Betrag in die Zeile 40 zu übertragen. Die sich für jede Fondsart ergebende Summe ist dann in die Zeilen 10, 13, 16, 19 bzw. 22 der ersten Anlage KAP-INV einzutragen.Für Investmentanteile, die nach dem 31.12.2008 aber vor dem 1.1.2018, angeschafft wurden ist der zum 31.12.2017 ermittelte Gewinn oder Verlust aus der fiktiven Veräußerung für jeden Fonds getrennt in der Zeile 41 zu erfassen. Die Summe der Veräußerungsgewinne aus der fiktiven Veräußerung von Alt-Anteilen ist in die Zeilen 11, 14, 17, 20 bzw. 23 der ersten Anlage KAP-INV zu übertragen. Ab 2019 sind noch die Vorabpauschalen zur Vermeidung einer doppelten Besteuerung für den Zeitraum der Besitzzeit vom Veräußerungsgewinn abzuziehen.

Checkliste Anlage KAP: Diese Abzugsmöglichkeiten haben Sie

Folgende Abzugsmöglichkeit geprüft? Vgl. Ausfüllhinweise zur Zeile!


Ihre Zinserträge betragen weniger als 801 EUR bzw. bei Ehegatten 1.602 EUR?

Prüfen Sie, ob bei Zinsgutschrift von der Bank Kapitalertragsteuer einbehalten wurde. Füllen Sie die Anlage KAP aus und holen Sie sich die einbehaltenen Steuern zurück (Zeile 5).

 


Sie haben Ihren Freistellungsauftrag ungünstig erteilt?

Sie können den unrichtigen Steuerabzug der Banken durch Abgabe der Anlage KAP im Veranlagungsverfahren korrigieren lassen (Zeile 5).

 


Ihr persönlicher Grenzeinkommensteuersatz liegt möglicherweise unter 25 %?

Soweit Kapitalertragsteuer einbehalten wurde, geben Sie auf jeden Fall eine Anlage KAP ab und tragen Sie Ihre Zinserträge ein (Zeile 4).

 


Sie sind an einer GmbH oder AG zu mindestens 25 % beteiligt oder zu mindestens 1 % und dort auch Arbeitnehmer und haben die Beteiligung mit Kredit finanziert?

Prüfen Sie, ob es sinnvoll ist, die Erträge nach dem Teileinkünfteverfahren zu versteuern. Dann müssen Sie zwar 60 % der Einkünfte mit dem tariflichen Steuersatz versteuern, können aber sämtliche Werbungskosten (insbesondere Finanzierungskosten) steuerlich geltend machen (Zeilen 24 und 25).

 


Sie haben ausländische Kapitalerträge erzielt, für die bisher nur ausländische Quellensteuer einbehalten wurde?

Die Zinsen unterliegen der deutschen Einkommensteuer im Regelfall mit dem Abgeltungsteuersatz von 25 %. Die ausländische Steuer können Sie aber auf die deutsche Steuer anrechnen lassen (Zeilen 5052).

 


Sie wollen einbehaltene Steuern anrechnen lassen?

Dazu benötigen Sie stets die Originalsteuerbescheinigungen (Zeilen 4856).