Pflegekosten: Die wichtigsten Informationen aus steuerlicher Sicht

Wenn ein naher Angehöriger pflegebedürftig wird, ist das immer eine emotionale Ausnahmesituation. Damit Sie finanziell zumindest etwas entlastet werden, können Sie die Pflegekosten bzw. die Ausgaben für die Betreuung steuerlich geltend machen. Unter welchen Voraussetzungen und bis zu welcher Höhe das Finanzamt Pflegekosten oder Betreuungskosten anerkennt, lesen Sie hier.

 

 

Welche Pflegekosten und Ausgaben für die Betreuung akzeptiert das Finanzamt?

Im Zusammenhang mit der Pflege sind verschiedene Ausgaben steuerlich abziehbar. Zur besseren Übersicht haben wir Ihnen die wichtigsten Konstellationen und abzugsfähigen Kosten nachfolgend zusammengestellt. Es werden folgende Konstellationen unterschieden:

 

1. Pflegekosten für einen Angehörigen:

 

  • Pflege in Ihrem Haushalt
  • Pflege im Haushalt des Angehörigen
  • Altersbedingter Heimaufenthalt
  • Pflegebedingter, behinderungsbedingter oder krankheitsbedingter Heimaufenthalt

 

2. Pflegekosten für Sie selbst oder für Ihren Ehegatten:

 

  • Pflege in Ihrem Haushalt
  • Altersbedingter Heimaufenthalt
  • Pflegebedingter, behinderungsbedingter oder krankheitsbedingter Heimaufenthalt

 

 

Folgende Kosten sind abziehbar:

 

  • Unterhaltsaufwendungen gegenüber anderen Personen

 

Abziehbar sind die Ausgaben für Unterbringung, Nahrung, Kleidung und Dinge des täglichen Bedarfs. Einkünfte und Bezüge der unterstützten Person werden angerechnet.

 

  • Pauschbetrag für behinderte Menschen

 

Ein Pauschbetrag ist nur für Sie, Ihren Ehegatten und evtl. für Ihr Kind abziehbar.

 

  • Pflegepauschbetrag

 

Der Pauschbetrag kann nur abgezogen werden, wenn Sie die Pflege in Ihrer Wohnung oder in der Wohnung des zu Pflegenden persönlich durchführen.

 

  • Behinderungs- oder pflegebedingte Krankheitskosten

 

Die Aufwendungen für Sie, Ihren Ehegatten oder eine andere Person können unter Berücksichtigung einer zumutbaren Belastung als außergewöhnliche Belastung abgezogen werden.

 

  • Aufwendungen für haushaltsnahe Dienstleistungen

 

Diese sind abziehbar, soweit sie in Ihrem Haushalt entstehen und bei Unterbringung in einem eigenständigen und abgeschlossenen Haushalt im Heim.

 

Pflegekosten von Eltern bei Heimunterbringung von Kindern

Wird ein Pauschbetrag für behinderte Kinder nicht von den Eltern in Anspruch genommen, können - neben den Krankheits- und Pflegekosten - folgende Ausgaben geltend gemacht werden:

 

  • Fahrten zur Betreuungseinrichtung in Höhe der Kosten öffentlicher Verkehrsmittel, um das Kind zu betreuen bzw. zu pflegen
  • Unterbringungskosten der Eltern am Ort der Betreuungseinrichtung
  • Therapeutisch notwendige Aufwendungen für einen gemeinsamen Urlaub in angemessener Höhe
  • Aufwendungen für Pflegevorrichtungen (z. B. Hebelift, Spezialbett)
  • Aufwendungen für Pflegedienste, um Besuche des Kindes in der Wohnung der Eltern zu erleichtern, wenn der behandelnde Arzt die Notwendigkeit zur Linderung oder Heilung attestiert.
  • Tatsächliche Kosten, die durch die persönliche Pflege und Betreuung des Kindes in der Wohnung entstehen.
  • Auch bei Übertragung des Pauschbetrags auf die Eltern können diese eigene zwangsläufige Aufwendungen für das behinderte Kind als allgemeine außergewöhnliche Belastungen geltend machen.

 

Steuerfreie Pflegegelder/Pflegehilfe

Alle Leistungen der gesetzlichen oder privaten Pflegeversicherung an Sie sind steuerfrei. Das Pflegegeld oder ein Kostenersatz durch die Pflegeversicherung für die selbst übernommene oder selbst organisierte Pflege mindert den als außergewöhnliche Belastungen abziehbaren Betrag. Soweit die Pflege im eigenen Haushalt stattfindet, kann für das erhaltene Pflegegeld gleichzeitig eine Steuerermäßigung in Anspruch genommen werden (→ Haushaltsnahe Tätigkeiten/Dienstleistungen).


Pflegesachleistungen, die sog. häusliche Pflegehilfe, mindern ebenfalls den als außergewöhnliche Belastungen abzugsfähigen Betrag. Hier ist keine Steuerermäßigung möglich.