Was ist für Arbeitnehmer steuerlich absetzbar?

Auch Arbeitnehmer können einen Teil ihrer Ausgaben steuermindernd geltend machen.

Auch als Arbeitnehmer haben Sie viele Möglichkeiten, Ihre Steuerlast gezielt zu verringern. Hier finden Sie einige Hinweise, was Sie als Arbeitnehmer typischerweise steuerlich absetzen dürfen. Hier lesen Sie alles zu folgenden Aspekten:

 

  • Werbungskosten
  • Kinder
  • Haushaltsnahe Dienstleistungen
  • Sonderausgabenabzug
  • Außergewöhnliche Belastungen

  

 

Werbungskostenabzug: Diese Ausgaben werden anerkannt

Arbeitnehmer dürfen dem Finanzamt sämtliche Aufwendungen als steuermindernde Werbungskosten präsentieren, die im Zusammenhang mit ihrem Beruf angefallen sind. Abziehbar sind dabei nicht nur Kosten im Zusammenhang mit einem aktiv ausgeübten Beruf; Fortbildungskosten oder Bewerbungskosten können auch dann steuerlich abgesetzt werden, wenn derzeit keine Einnahmen aus nichtselbstständiger Arbeit erzielt werden.

 

Praxis-Tipp: Notiz auf der Rückseite der Rechnung
Arbeitnehmer, die dem Finanzamt Werbungskosten auflisten, müssen im Zweifel nachweisen, dass tatsächlich ein beruflicher Hintergrund besteht. Auf der sicheren Seite stehen Sie, wenn Sie beispielsweise auf der Rückseite von Rechnungen den Grund für den Kauf vermerken.

 

 

Typische Kosten eines Arbeitnehmers im Zusammenhang mit Einkünften aus nichtselbstständiger Arbeit sind insbesondere:

 

  • Fahrtkosten zur Arbeit (Entfernungspauschale)
  • Unfallkosten (für Unfälle auf dem Arbeitsweg oder bei einer beruflichen Auswärtstätigkeit)
  • Bewerbungskosten/Kontoführungsgebühren
  • Fortbildungskosten
  • Kosten anlässlich einer beruflichen Auswärtstätigkeit (Fahrtkosten, Verpflegungspauschalen, Übernachtungskosten)
  • Kosten für häusliches Arbeitszimmer
  • Kosten im Rahmen einer doppelten Haushaltsführung
  • Kosten für Kauf von beruflichen ArbeitsmittelnReinigungskosten für typische Berufskleidung
  • Umzugskosten bei beruflich veranlasstem Umzug
  • Sonstige Kosten (Reparaturkosten für berufliche Arbeitsmittel; Kosten wegen Berufskrankheit)

 

Wer keine Werbungskosten beantragt, bekommt einen Werbungskostenabzug in Höhe von 1.000 EUR zugesprochen (sog. Arbeitnehmer-Pauschbetrag).

 

Arbeitnehmer mit Kindern: So sichern Sie sich zusätzliche Steuervorteile

Arbeitnehmer mit Kindern sollten sich unbedingt die Mühe machen, die Anlage Kind zur Einkommensteuererklärung auszufüllen. Das hat folgenden Hintergrund:

 

  • Vergleich: Das Finanzamt vergleicht, ob der Arbeitnehmer durch Abzug eines Kinderfreibetrags eine höhere Steuererstattung als das bisher erhaltene Kindergeld bekommt. Ist das der Fall, winkt eine Steuerminderung in Höhe des Differenzbetrags.
  • Sonderausgaben: Wenn Eltern für volljährige Kinder noch Kindergeld erhalten, dürfen sie auf Antrag die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung der Kinder in ihrer Steuererklärung steuersparend geltend machen.
  • Ermäßigungen: Für Kinder winken Steuerermäßigungen für Schulgeldzahlungen, Kinderbetreuungskosten oder ein Ausbildungsfreibetrag für volljährige Kinder, die wegen einer Ausbildung auswärtig untergebracht sind.

 

Welche Kosten Sie im Zusammenhang mit Kindern steuerlich geltend machen können und wo Sie diese in Ihrer Steuererklärung angeben müssen, erfahren Sie auch in unserem Beitrag Kinderbetreuungskosten absetzen.

 


Steueranrechnung für Handwerkerleistungen und haushaltsnahe Dienstleistungen

Arbeitnehmer können für Handwerkerleistungen und haushaltsnahe Dienstleistungen eine Steueranrechnung beantragen. Gemeint sind Kosten für Handwerker und selbstständige Dienstleister, die im Privathaushalt - egal ob gemietet oder Eigenheim - eingesetzt werden.

 

Folgende Steuervorteile können Arbeitnehmer im Zusammenhang mit der Steueranrechnung in ihrer Einkommensteuererklärung beantragen:

 

  • Handwerkerleistungen: Anrechenbar sind 20 % der bezahlten Arbeitsleistung, maximal 1.200 EUR pro Jahr.
  • Haushaltsnahe Dienstleistungen: Anrechenbar sind 20 % der bezahlten Arbeitsleistung, maximal 4.000 EUR pro Jahr.

 

Die Steueranrechnung gibt es übrigens nur, wenn ein Arbeitnehmer dem Finanzamt auf Anfrage eine Rechnung vorlegen und nachweisen kann, dass er den Rechnungsbetrag überwiesen hat. Bei Barzahlung ist die Steueranrechnung verloren.

 

Praxis-Tipp: Selbst Arbeitnehmer, die in ihrem Privathaushalt keinen Handwerker oder Dienstleister engagiert haben, können von der Steueranrechnung profitieren. Dazu hilft ein Blick in die Nebenkostenabrechnung des Mieters oder in die Wohngeldabrechnung eines Wohnungsverwalters für das Eigenheim. Sind dort nämlich Aufwendungen für Handwerker - oder für den selbstständigen Hausmeister - aufgeführt, winkt die Steueranrechnung.

 

 

Sonderausgabenabzug für Arbeitnehmer

Arbeitnehmern steht für die durch den Arbeitgeber abgeführten Beiträge zur Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung ein Sonderausgabenabzug in folgender Höhe zu:

 

  • Kranken- und Pflegeversicherung: die Beiträge ohne Zusatztarife sind in voller Höhe als Sonderausgaben abziehbar.
  • Rentenversicherung: Von den Beiträgen zur Rentenversicherung darf ein Arbeitnehmer 82 % abziehen (2015: 80 %).

 

Neben diesen Versicherungsaufwendungen sind noch folgende Sonderausgaben abziehbar:

  • Riester-Beiträge: Beitragszahlungen bis zu 2.100 EUR in einen Riesterbetrag sind als Sonderausgaben abziehbar. Von dem Steuervorteil sind jedoch die erhaltenen Riester-Zulagen abzuziehen.
  • Spenden: Wer für kirchliche, gemeinnützige oder wissenschaftliche Zwecke spendet, kann diese Ausgaben als Sonderausgaben geltend machen.
  • Unterhalt: Muss ein Arbeitnehmer an seinen Ex-Ehegatten bzw. an seinen Ex-Lebenspartner Unterhaltszahlungen leisten, sind diese bis zu einem Betrag von 13.805 EUR als Sonderausgaben abziehbar. Daneben dürfen noch die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung der unterstützten Person abgezogen werden. Voraussetzung für den Sonderausgabenabzug: Der unterstützte Ex-Partner versteuert die erhaltenen Unterhaltsleistungen.
  • Kirchensteuer: Kirchensteuerzahlungen dürfen als Sonderausgaben steuermindernd geltend gemacht werden.

 


Außergewöhnliche Belastung für Arbeitnehmer

Müssen Arbeitnehmer Zuzahlungen zu Medikamenten, Brillen, Zahnersatz oder ärztlichen Behandlungen leisten, kommt ein Abzug für außergewöhnliche Belastungen in Betracht. Das Problem dabei: Das Finanzamt ermittelt eine sogenannte zumutbare Eigenbelastung, die von der Höhe der Einkünfte und vom Familienstand des Arbeitnehmers abhängig ist. Je höher die Einkünfte, desto niedriger ist der Abzugsbetrag. Weitere Informationen dazu siehe Außergewöhnliche Belastungen: Was verbirgt sich dahinter und wie kann ich sie steuerlich nutzen.

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