Ausfüllhilfe für Hauptvordruck der Einkommensteuererklärung

Hier finden Sie Erläuterungen für jede Zeile des Hauptvordrucks Ihrer Einkommensteuererklärung. Außerdem können Sie den Hauptvordruck bzw. Mantelbogen hier herunterladen. Wir empfehlen Ihnen allerdings, die Steuererklärung mit einer professionellen Steuersoftware zu erstellen.

 

Welche Steuersoftware für Ihre Anforderungen am besten geeignet ist, erfahren Sie in unserem Steuersoftware-Test.

 

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In diesem Beitrag erfahren Sie mehr zu folgenden Aspekten:

 

 

Darüber hinaus finden Sie auf steuern.de zu diesem Teil Ihrer Steuererklärung auch die kostenlosen Gestaltungshinweise unserer Steuerexperten.

Allgemein

Wichtig: Hauptvordruck muss immer ausgefüllt werden
Der Hauptvordruck (Mantelbogen), insbesondere Seite 1 und 2 mit den persönlichen Daten und der Bankverbindung, muss immer ausgefüllt werden. Außerdem ist die eigenhändige Unterschrift auf Seite 4 notwendig.

 

 

Überblick

 

Im Bedarfsfall ausfüllen

Seite 1

 

Angaben zur Person (Zeilen 7-14 und 16-23), zum Familienstand (Zeile 15) und zur Ehegattenveranlagung (Zeile 24) sowie zur Bankverbindung (Zeilen 25-28)

 

Seite 2

 

Sonderausgaben (Zeilen 36–56)

 

Die Eintragung von Versicherungsbeiträgen erfolgt auf der Anlage Vorsorgeaufwand.

 

Bei den anderen Sonderausgaben (Zeilen 36–56) wirkt sich eine Eintragung dann aus, wenn die Aufwendungen in der Summe höher als 36 EUR (72 EUR bei zusammenveranlagten Ehegatten) sind. 

 

Spenden an politische Parteien und unabhängige Wählervereinigungen führen zu einer Steuerermäßigung.

 

Seite 3

 

Außergewöhnliche Belastungen (Zeilen 61–70)

 

Angaben zu behinderten Menschen, Pflegekosten, Krankheitskosten etc. müssen immer gemacht werden, weil hier Pauschalen nicht automatisch berücksichtigt werden.

 

Haushaltsnahe Beschäftigungsverhältnisse, Dienst-, Pflege- und Handwerkerleistungen (Zeilen 71–79)

 

Beantragen Sie hier die Steuerermäßigung für Haushaltshilfen, Heimunterbringung sowie Dienstleistungen (z. B. Pflege, Betreuung, Garten-, Reinigungsarbeiten) und Handwerkerleistungen rund um Ihren Privathaushalt.

 

Seite 4

 

Sonstige Angaben und Anträge (Zeilen 91–101)

 

Hier geht es im Wesentlichen um die Berücksichtigung von Verlustrückträgen und -vorträgen, um Einkommensersatz (z. B. Eltern-, Kranken-, Mutterschaftsgeld), der nicht im Zusammenhang mit entgangenem Arbeitslohn (vgl. Anlage N, Zeilen 28–29) steht und um die Verteilung von Aufwendungen bei der Einzelveranlagung auf Antrag von Ehegatten/Lebenspartnern.

 

Weitere Angaben machen Personen mit zeitweiser unbeschränkter Steuerpflicht und Personen ohne Wohnsitz im Inland.

 

Grundangaben (Seite 1)

[Art der Erklärung, Steuernummer, Identifikationsnummer Zeilen 1–5]

Kreuzen Sie in den Zeilen 1 und 2 an, ob Sie neben der Veranlagung zur Einkommensteuer weitere Anträge stellen (z. B. Erklärung zur Feststellung des verbleibenden Verlusts). Tragen Sie in Zeile 3 Ihre Steuernummer und in Zeilen 7/16 Ihre steuerliche Identifikationsnummer ein. Die Steuernummer und Ihren Namen sollten Sie zur Sicherheit außerdem in der auf jeder Anlage vorhandenen Kopfzeile vermerken.

Persönliche Angaben

[Persönliche Angaben Zeilen 6–23]

Tragen Sie Ihre persönlichen Daten ein. Die Angaben zur Ehefrau haben Bedeutung für die Art der Steuerveranlagung und den anzuwendenden Steuertarif.

 

Bei gleichgeschlechtlichen Ehen (Ehe für alle) und bei Lebenspartnern, die nach dem Lebenspartnerschaftsgesetz (LPartG) eine Lebenspartnerschaft begründet haben, muss sich im Falle der Zusammenveranlagung in den Zeilen 7 bis 14 als Person A die Person eintragen, die nach alphabetischer Reihenfolge des Nachnamens an erster Stelle steht; bei Namensgleichheit nach alphabetischer Reihenfolge des Vornamens; bei Gleichheit des Vornamens nach dem Alter der Personen (ältere Person).

 

[Familienstand Zeile 15]

Ihre Angaben zum Familienstand bestimmen, ob eine Einzel- oder eine Ehegattenveranlagung zur Einkommensteuer durchgeführt wird und haben damit Bedeutung für den anzuwendenden Steuertarif. Wenn Ihr Ehegatte im Vorjahr (2016) verstorben ist, führt das Finanzamt für 2017 zwar eine Einzelveranlagung durch, berechnet aber die Steuer (letztmals) nach dem für Sie günstigeren Splittingtarif (Witwensplitting).

 

[Veranlagungsarten bei Eheleuten/eingetragenen Lebenspartnern Zeile 24]

Ehegatten/eingetragene Lebenspartner, die beide im Inland wohnen und nicht getrennt leben, können zwischen den in Zeile 24 genannten Ehegattenveranlagungsarten durch Ankreuzen wählen. 

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Bankverbindung

[Bankverbindung Zeilen 25–28]

Die Finanzämter erstatten nur unbar. Bei fehlender oder unvollständiger Bankverbindung verzögert sich die Steuerrückzahlung. Bitte beachten Sie, dass der bargeldlose Zahlungsverkehr und damit die Erstattung nur möglich ist, wenn dem Finanzamt die IBAN (International Bank Account Number – weltweit gültige Kontonummer; hier können Sie jede IBAN prüfen) und bei Auslandsüberweisung die BIC (Bank Identifier Code – international gültige Bankleitzahl) bekannt sind.

Wichtig: Kontoänderung mitteilen
Teilen Sie dem Finanzamt unverzüglich schriftlich mit, wenn sich die von Ihnen angegebene Bankverbindung zwischenzeitlich geändert hat, damit die Erstattung nicht auf ein falsches Konto geht.

Vollmacht (Seite 2)

Empfangsvollmacht Zeilen 31–35

Hier können Sie z. B. Ihren Steuerberater, zur Entgegennahme Ihres Steuerbescheids bevollmächtigen oder sich den Steuerbescheid an eine von den Eintragungen in den Zeilen 11–13 abweichende Anschrift (z. B. Zweitwohnsitz) schicken lassen. Beachten Sie, dass die Eintragungen nur für den Einkommensteuerbescheid und eventuelle Änderungsbescheide für 2017 gelten.

Sonderausgaben

[Sonderausgaben]

Sonderausgaben werden in 2 große Gruppen eingeteilt: Vorsorgeaufwendungen (Versicherungen), die auf der Anlage Vorsorgeaufwand einzutragen sind und andere Sonderausgaben, die im Wesentlichen im Hauptvordruck (Zeilen 36–56) zu erfassen sind.

 

[Sonderausgaben Zeilen 36–56]

Haben Sie keine oder nur ganz geringe andere Sonderausgaben, wird für die anderen Sonderausgaben ein Pauschbetrag von 36 EUR bzw. 72 EUR bei Zusammenveranlagung von Ehegatten berücksichtigt.

 

[Gezahlte Versorgungsleistungen, Renten, dauernde Lasten Zeilen 36, 37]

Zahlen Sie eine Versorgungsleistung, z. B. Rente oder eine sog. dauernde Last (rentenähnliche Zahlungen) aufgrund einer vertraglichen Verpflichtung (im Regelfall als Gegenleistung für die Übertragung von (Betriebs)Vermögen im Rahmen einer Vermögensübergabe oder vorweggenommenen Erbfolge), können Sie unter bestimmten Voraussetzungen die gezahlten Beträge als Sonderausgaben geltend machen. Wenn Sie den Sonderausgabenabzug erstmals geltend machen, dann legen Sie Ihrer Steuererklärung eine Kopie des der Zahlung zugrunde liegenden Vertrags bei.

 

[Vermeidung des Versorgungsausgleichs → Zeilen 38, 39]

Nur bei Ausgleichsleistungen zur Vermeidung eines Versorgungsausgleichs muss eine von

beiden Ehegatten unterschriebene Anlage U (s. auch Erläuterungen zu Zeilen 40, 41)

mit der Steuererklärung eingereicht werden.

 

[Unterhalt an den geschiedenen oder dauernd getrennt lebenden Ehegatten/Lebenspartner Zeilen 40, 41]

Unterhaltsleistungen an den geschiedenen oder dauernd getrennt lebenden Ehegatten sind mit dessen Zustimmung (zwingend erforderlich, amtlicher Vordruck Anlage U) bis zu 13.805 EUR als Sonderausgaben abzugsfähig. Wegen einer möglichen Erhöhung des Höchstbetrag sind die Beiträge zur (Basis-)Kranken- und Pflegeversicherung des unterhaltenen Ehegatten gesondert anzugeben, und zwar unabhängig davon, wer Versicherungsnehmer ist und wer die Beiträge zahlt. Stimmt der Ehegatte (Empfänger der Unterhaltsleistungen) dem Sonderausgabenabzug nicht zu, ist der Abzug der Unterhaltszahlungen als außergewöhnliche Belastungen (Anlage Unterhalt) zu prüfen. Der Abzug ist dabei nur bis zu einem jährlichen Höchstbetrag i. H. v. 8.820 EUR (zuzüglich (Basis-)Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge) möglich. Dieser Höchstbetrag vermindert sich dann, wenn der unterstützte Ehegatte eigene Einkünfte und Bezüge hat.

 

[Kirchensteuer, Kirchgeld Zeile 42]

Hier tragen Sie alle im Veranlagungsjahr von Ihnen oder Ihrem Ehegatten tatsächlich gezahlten Kirchensteuern (laut Lohnsteuer-Bescheinigung, Vorauszahlungen, Nachzahlungen für Vorjahre, Kirchgeld) ein. Die von Banken einbehaltene Kirchensteuer auf Kapitalerträge ist nicht als Sonderausgabe abzugsfähig, wenn die Kapitalerträge mit dem Abgeltungsteuersatz i. H. v. 25 % besteuert werden. Freiwillig gezahlte Gelder an Kirchengemeinden gehören zu den abzugsfähigen Spenden (Hauptvordruck, Zeile 45), wenn eine Spendenbescheinigung vorhanden ist.

 

[Eigene Berufsausbildungskosten Zeilen 43, 44]

Abzugsfähig sind alle Aufwendungen im Zusammenhang mit der Erstausbildung oder dem Erststudium des Steuerpflichtigen oder seines Ehegatten bis maximal 6.000 EUR (pro Person).

 

[Zuwendungen, Spenden, Mitgliedsbeiträge Zeilen 45–56]

Der Vordruck unterscheidet zwischen vier Arten von Zuwendungen: Parteizuwendungen (Zeile 47), Zuwendungen an unabhängige Wählervereinigungen (Zeile 48), Spenden in den Vermögensstock einer Stiftung (Zeilen 52–56) und Zuwendungen für gemeinnützige, mildtätige und kirchliche Zwecke (Zeile 45). Begünstigt sind ggf. auch Zuwendungen an gemeinnützige Organisationen im EU-Ausland (Zeile 46).

 

[Zuwendungen an Parteien und unabhängige Wählervereinigungen Zeilen 47, 48]

Für Spenden und Mitgliedsbeiträge an politische Parteien (Zeile 47) oder unabhängige (freie) Wählervereinigungen (Zeile 48) wird eine Steuerermäßigung berechnet, die direkt von der Einkommensteuer abgezogen wird. Für hohe Parteispenden kann zusätzlich ein Sonderausgabenabzug in Betracht kommen.

 

[Elektronisch übermittelte Zuwendungen Zeilen 49–51]

In die Zeilen 49–51 tragen Sie Zuwendungen ein, die durch den Zuwendungsempfänger elektronisch an die Finanzverwaltung übermittelt wurden.

 

[Stiftungsspenden Zeilen 52–56]

Spenden in den Vermögensstock einer Stiftung können bis zu 1 Mio. EUR (bei Zusammenveranlagung bis 2 Mio. EUR) auf bis zu 10 Jahre beliebig verteilt als Sonderausgaben geltend gemacht werden. Den 2017 bezahlten Betrag tragen Sie bitte in die Zeilen 52 oder 53 ein. In Zeile 55 bestimmen Sie, welchen Anteil davon Sie im Jahr 2017 abziehen. In Zeile 56 können Sie den Abzug entsprechender noch nicht berücksichtigter Zuwendungen aus Vorjahren für 2017 geltend machen. Andere (nicht in den Vermögensstock eingebrachte) Stiftungsspenden gehören in die Zeile 45 oder 49.

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Außergewöhnliche Belastungen (Seite 3)

[Außergewöhnliche Belastungen Zeilen 61–70]

Aufwendungen, die als außergewöhnliche Belastung abziehbar sind, werden in zwei Gruppen unterteilt. Die Aufwendungen allgemeiner Art (z.B. Krankheitskosten, Aufwendungen zur Beseitigung von Hochwasserschäden) werden im Gesetz nur mit ihren Voraussetzungen und nicht einzeln benannt. Sie sind in den Zeilen 67–70 einzutragen. Außerdem kennt das Gesetz sog. typisierte Einzelfälle (z.B. Pauschbetrag für behinderte Menschen oder Pflege-Pauschbetrag). Die Angaben dazu tragen Sie in die Zeilen 61–66 ein.

 

Zu den typisierten Einzelfällen gehören auch der Freibetrag wegen auswärtiger Unterbringung eines volljährigen Kindes in Berufsausbildung (Ausbildungsfreibetrag), zu beantragen auf Seite 2 der Anlage Kind und die Zahlung von Unterhalt; siehe Anlage Unterhalt.

 

 

Wichtig: Außergewöhnliche Belastungen immer beantragen
Bei außergewöhnlichen Belastungen werden vom Finanzamt keinerlei Pauschalen automatisch berücksichtigt. Sie müssen den Abzug durch Eintragung im Erklärungsvordruck beantragen.

 

 

[Behinderte Menschen Zeilen 61–64]

Behinderte Menschen können auf Antrag neben einem Pauschbetrag eine Vielzahl von steuerlichen Vergünstigungen erhalten.

 

Die Steuervergünstigungen hängen vom Grad der Behinderung und den Merkzeichen im Schwerbehindertenausweis ab. Deshalb müssen Sie bei erstmaliger Antragstellung oder Änderung den Grad der Behinderung nachweisen.

 

Die behinderten Kindern zustehenden Vergünstigungen können auf die Eltern übertragen werden. Die Übertragung muss auf der Anlage Kind beantragt werden.

 

[Hinterbliebene Zeilen 62, 64]

Als Hinterbliebener (Zeilen 62, 64) gelten Sie, wenn Sie laufende Hinterbliebenenbezüge (z. B. aufgrund des Bundesversorgungsgesetzes oder aus der gesetzlichen Unfallversicherung) erhalten.

 

[Pflegepauschbetrag Zeilen 65, 66]

Einen Pflegepauschbetrag von 924 EUR jährlich können Sie hier beantragen, wenn Sie persönlich einen Hilflosen unentgeltlich in Ihrer oder in dessen Wohnung im Inland oder im EU/EWR-Ausland pflegen (Nachweis mit Merkzeichen «H» Pflegegrad 4 oder 5 ist erforderlich).

 

[Andere außergewöhnliche Belastungen Zeilen 67–70]

Anders als bei den Sonderausgaben sind die außergewöhnlichen Belastungen im Hauptvordruck mit Fahrtkosten behinderter Menschen, Krankheits-, Kur- und Pflegekosten nur beispielhaft aufgeführt. Die Rspr. hat in vielen Einzelentscheidungen weitere Kostenarten anerkannt. In Frage kommen z. B. auch Beerdigungskosten, Aufwendung der Heimunterbringung, Sanierungskosten für die eigengenutzte Wohnung bzw. das selbst bewohnte Haus, wenn von ihm eine konkrete Gesundheitsgefährdung ausgeht oder der krankheits- bzw. behinderungsbedingte Umbau oder auch die Wiederbeschaffung von Hausrat und Kleidung nach Naturkatastrophen wie z. B. Orkan oder Hochwasser.

 

Bereits erhaltener oder zu erwartender Kostenersatz (auch wenn erst in späteren Jahren gezahlt) von dritter Seite (z.B. durch eine Versicherung) mindert die abzugsfähigen Kosten und wird deshalb in Zeile 67 entsprechend abgefragt. Reicht die Vordruckzeile 67 nicht für alle Aufwendungen aus, stellen Sie die Kosten auf einem gesonderten Blatt zusammen.

 

Die Aufwendungen wirken sich steuerlich nur aus, soweit sie die sog. zumutbare Eigenbelastung, die von der Höhe der Einkünfte aus allen Einkunftsarten und den persönlichen Verhältnissen (Familienstand, berücksichtigungsfähige Kinder) abhängt, übersteigen.

 

 

Praxis-Tipp: Selbstbeteiligung bei Arzt und Apotheker immer eintragen
Bevor Sie die Aufwendungen zusammenstellen, prüfen Sie die Höhe Ihrer zumutbaren Eigenbelastung. Ob diese auch bei Krankheitskosten gilt, wird zwischenzeitlich in einem anhängigen Verfahren vom BFH geprüft. Tragen Sie also Ihre Krankheitskosten in jedem Fall immer vollständig im Erklärungsvordruck ein.

 

 

Praxis-Tipp: Kosten beinhalten Pflegeleistungen
Soweit in den beantragten Kosten Pflegeleistungen enthalten sind, können Sie für den wegen der zumutbaren Eigenbelastung nicht abzugsfähigen Teil eine Steuerermäßigung (Zeile 72) beantragen, indem Sie die Pflegekosten nochmals gesondert in Zeile 68-69 angeben.

Entsprechend ist für die in Zeile 67 enthaltenen Handwerkerlohnleistungen (z.B. bei behindertengerechtem Umbau) eine zusätzliche Angabe in Zeile 70 erforderlich. Die entsprechenden Beträge sind nicht zusätzlich in die Zeilen 71–73 einzutragen.

Haushaltsnahe Beschäftigungen, Dienstleistungen, Handwerkerleistungen (Seite 3)

[Haushaltshilfen, Pflege, Heimkosten, Dienstleistungen, HandwerkerleistungenZeilen 71–73]

Sie können eine Steuerermäßigung (direkter Abzug von der Steuer) beantragen, wenn die Tätigkeiten im eigenen Haushalt ausgeführt wurden. Auch die Pflege in der Wohnung der zu pflegenden Person und die Unterbringung in einem Heim zur dauernden Pflege oder aus Altersgründen sind begünstigt.

 

 

Wichtig: Konkurrenzregelung bei der Betreuung von Kindern
Für die Betreuung von Kinder, die das 14. Lebensjahr noch nicht vollendet haben, im eigenen Haushalt gibt es keine Steuerermäßigung, sondern den Sonderausgabenabzug (Anlage Kind, Seite 3).

Für Pflegekosten geht der Abzug als außergewöhnliche Belastungen (Hauptvordruck, Seite 3, Zeilen 67–69) vor. Ein insoweit nicht abziehbarer Teil der Aufwendungen kann zu einer Steuerermäßigung für haushaltsnahe Dienstleistungen oder der Heimunterbringung führen.

 

 

[Minijob Zeile 71]

Sind Sie selbst Arbeitgeber und beschäftigen die Haushaltshilfe im Rahmen eines Minijobs im eigenen Haushalt (Teilnahme am Haushaltsscheckverfahren), tragen Sie die Gesamtaufwendungen (ausgezahlter Lohn und alle an die Minijob-Zentrale abgeführten Beiträge) sowie die Art der Tätigkeit (z. B. Reinemachefrau, Küchen-, Haushaltshilfe, Kinderfrau) in Zeile 71 ein. Die am Jahresende von der Minijob-Zentrale erstellte Bescheinigung über die abgeführten Sozialabgaben ist beizufügen.

 

[Reguläres Beschäftigungsverhältnis Zeile 72]

Erfolgte die Anstellung im Rahmen eines regulären Arbeitsdienstverhältnisses, bei dem Pflichtbeiträge zur Sozialversicherung abgeführt werden, erfassen Sie die Art der Tätigkeit und die gesamten Lohnaufwendungen einschließlich Sozialversicherungsabgaben in Zeile 72. Hier wird vom Finanzamt regelmäßig der Sozialversicherungsnachweis über die abgeführten Sozialabgaben verlangt. 

 

[Haushaltsnahe Dienstleistungen Zeile 72]

Wenn Sie hauswirtschaftliche Tätigkeiten, z. B. die Reinigung Ihrer Wohnung, Gartenpflegearbeiten, einen privat veranlassten Umzug etc. von einem Fachbetrieb erledigen lassen, können Sie hier die Kosten der reinen Dienstleistung (Lohnanteil mit Umsatzsteuer ohne Material, die Fahrt und Maschinenkosten; gesonderter Ausweis in der Rechnung erforderlich) eintragen.

 

[Pflegeleistungen, Betreuung, Heimkosten Zeile 72]

 Pflege- und Betreuungsleistungen (Grundpflege) können geltend gemacht werden, unabhängig davon, ob die Leistungen in einem Heim, bei Ihnen zu Hause oder im Haushalt der zu pflegenden Person erbracht werden. Leben Sie oder Ihr Angehöriger krankheits- oder behinderungsbedingt in einem Heim (z. B. mit Pflegestufe 0, I, II, III, Merkzeichen «H», «BL»), ist ein höherer Kostenabzug bei den außergewöhnlichen Belastungen (Zeilen 67–70) möglich. 

 

[Handwerkerleistungen Zeile 73]

Auch Handwerkerleistungen (keine Materialkosten; nur Arbeitslohn, Fahrt- und Maschinenkosten zzgl. Umsatzsteuer) im Zusammenhang mit dem eigenen Haushalt (eigene oder gemietete Wohnung) sind begünstigt. Dazu zählen sämtliche Renovierungs-, Erhaltungs- und Modernisierungsmaßnahmen ebenso wie alle Wartungen und Reparaturen rund ums Haus, z. B. auch die Reparatur von Haushaltsgeräten oder die Wartung der Heizung oder teilweise die Kosten für den Schornsteinfeger. Auch Aufwendungen für einen Anbau oder den Dachgeschossausbau bei einem bereits vorhandenen Haushalt sind begünstigt. 

 

 

Wichtig: Überweisung ist zwingend
Eine Steuerermäßigung für haushaltsnahe Dienst- und Handwerkerleistungen (Zeilen 72 und 73) ist nur möglich, wenn Sie eine Rechnung besitzen und der Rechnungsbetrag nicht in bar (Zahlung durch Überweisung oder Lastschrifteinzug etc.) bezahlt wurde. Eine Belegvorlage ist nur notwendig, wenn Sie vom Finanzamt dazu aufgefordert werden. 

Unterschiedliche Höchstbeträge nebeneinander nutzen
Die richtige Zuordnung der unterschiedlichen Aufwendungen zu den Zeilen 71-73 ist wegen der unterschiedliche Höchstbeträge zu beachten. Allerdings können die Höchstbeträge nebeneinander in Anspruch genommen werden. 

 

 

[Aufteilung der Höchstbeträge → Zeilen 74–79]

Die Höchstbeträge sind haushaltsbezogen und ggf. auf mehrere Personen zu verteilen. Deshalb müssen Sie in Zeile 75 die Namen der Mitbewohner benennen.

 

Bei einer Einzelveranlagung auf Antrag nach § 26a EStG, werden Sonderausgaben, außergewöhnliche Belastungen und die Steuerermäßigung nach § 35a EStG demjenigen Ehegatten zugerechnet, der die Aufwendungen getragen hat. Auf gemeinsamen Antrag wird die Summe dieser abziehbaren Aufwendungen hälftig geteilt. 

 

Leben 2 Alleinstehende in einem gemeinsamen Haushalt, können sie die Höchstbeträge des § 35a EStG insgesamt jeweils nur einmal (einer allein, jeweils hälftig oder auf gemeinsamen Antrag beliebig verteilt) in Anspruch nehmen. 

Sonstige Angaben und Anträge (Seite 4)

[Antrag auf Festsetzung der Arbeitnehmer-Sparzulage → Zeile 91]

Liegen mehrere elektronische Bescheinigungen über vermögensbildende Anlagen vor, kann hier die Festsetzung der Arbeitnehmer-Sparzulage für alle VL-Bescheinigungen durch Eintragung einer „1“ beantragt werden. Die notwendigen Daten werden von Ihrem Anbieter durch eine elektronische Vermögensbildungsbescheinigung an das Finanzamt übermittelt. Die bisherige Anlage VL wird ab 2017 nicht mehr ausgestellt.

 

[Steuerermäßigung bei Belastung mit Erbschaftsteuer → Zeile 92]

Hier erfolgt nicht der Abzug der normalen Erbschaftsteuer. Die Steuerermäßigung kommt nur in Ausnahmefällen in Betracht, insbesondere bei:

  • Forderungen des Rechtsvorgängers, die beim Erbfall der Erbschaftsteuer unterliegen und nach Übergang auf den Erben von diesem bei Zufluss als steuerpflichtige Einnahmen oder Betriebseinnahmen nochmals der Einkommensteuer unterliegen
  • privaten Veräußerungsgeschäften i.S.d. § 23 EStG (z.B. Kauf und Verkauf privater Immobilien, die nicht eigenen Wohnzwecken gedient haben, innerhalb von 10 Jahren)

Die Steuerermäßigung kommt nur bei Erbschaft und nicht bei Schenkung in Betracht.

 

[Steuerbegünstigung für schutzwürdige Kulturgüter → Zeile 93]

Aufwendungen für Herstellungs- und Erhaltungsmaßnahmen an eigenen schutzwürdigen Kulturgütern (z.B. Baudenkmäler, geschützte Gebäudegruppen, Gartenanlage sowie Sammlungen, die mindestens 20 Jahre im Eigentum der Familie stehen), die der wissenschaftlichen Forschung oder der Öffentlichkeit (ggf. auch entgeltlich) zugänglich gemacht werden, können teilweise wie Sonderausgaben abgezogen werden. Die Steuerbegünstigung gilt nur für Kulturgüter, die weder zur Einkünfteerzielung noch zu eigenen Wohnzwecken genutzt werden und nur, soweit sie nicht durch öffentliche oder private Zuschüsse gedeckt sind. Die Voraussetzungen sind durch eine Bescheinigung der zuständigen Behörde nachzuweisen. 

 

[Verlustabzug, Vorjahresverluste, VerlustrücktragZeilen 94–95]

Sind Ihnen in den Vorjahren Verluste entstanden, die bisher nicht ausgeglichen und vom Finanzamt in einem gesonderten Verlustfeststellungsbescheid ausgewiesen wurden, können Sie diese im aktuellen Jahr berücksichtigen. Sind im aktuellen Jahr neu entstandene negative Einkünfte nicht oder nicht vollständig ausgleichbar, können Sie den negativen Gesamtbetrag ins Vorjahr zurück- oder in künftige Jahre vortragen lassen.

 

Praxis-Tipp: Jetzt noch Einkommensteuererklärung für Vz. 2014–2016 bei negativen Einkünften abgeben
Haben Sie für das Jahr 2014–2016 bisher keine Steuererklärung abgegeben und war die Summe Ihrer Einkünfte negativ (weil Sie z. B. arbeitslos waren und Ihnen nur Ausgaben im Zusammenhang mit Bewerbungen oder Verluste aus Vermietung entstanden sind), dann beantragen Sie für 2014 (Abgabe bis 31.12.2018) bis 2016 (Abgabe bis 31.12.2020) noch die Veranlagung zur Einkommensteuer bzw. die Feststellung eines Verlustvortrags, indem Sie eine Steuererklärung abgeben. Damit sichern Sie sich die Möglichkeit der Verlustverrechnung in den Folgejahren.

 

 

[Einkommensersatzleistungen Zeile 96]

Die als Ersatz von Einkommen gezahlten Beträge (z. B. gezahltes Eltern-, Kranken-, Mutterschaftsgeld bei Gewerbetreibenden und Freiberuflern) sind zwar steuerfrei, bewirken jedoch, dass die steuerpflichtigen Einkünfte mit einem höheren Steuersatz (Progressionsvorbehalt) besteuert werden. Haben Sie als Arbeitnehmer derartige Leistungen erhalten, müssen Sie deren Höhe nicht hier, sondern auf der Anlage N, Zeilen 28–29, angeben.

 

[Einzelveranlagung von Ehegatten/Lebenspartnern Zeile 97]

Sonderausgaben, außergewöhnliche Belastungen und die Steuerermäßigung nach § 35a EStG werden im Rahmen einer Einzelveranlagung von Ehegatten auf Antrag nach § 26a EStG demjenigen Ehegatten zugerechnet, der sie wirtschaftlich getragen hat. Auf übereinstimmenden Antrag sind diese steuerlichen Vergünstigungen jeweils zur Hälfte abzuziehen. Eine andere Aufteilung ist nicht möglich.

 

Sollten Sie diesen Antrag stellen wollen, müssen Sie hier eine "1" eintragen.

 

[Ergänzende Angaben zur Steuererklärung – Auslandswohnsitz Zeilen 98]

Hatten Sie in 2017 zumindest zeitweise keinen Wohnsitz im Inland oder wohnt Ihr Ehegatte im EU-Ausland, müssen Sie eine „1“ eintragen und die Anlage WA-ESt dem Hauptvordruck beifügen.

 

Möchten Sie ergänzende Angaben zu anderen Vordrucken Ihrer Steuererklärung machen (z.B. Anlage Vorsorgeaufwand – eigene Versicherungsbeiträge für mehrere andere Personen), weil dort keine entsprechenden Eintragungsmöglichkeiten vorgesehen sind, tragen Sie hier auch die „1“ ein und fügen der Steuererklärung eine formlose Anlage mit entsprechendem Hinweis hinzu.

 

[Auslandsvermögen Zeile 99]

Unterhalten Sie Geschäftsbeziehungen zu einer ausländischen Bank (Bankkonten, Schließfächer), können Sie dieses hier anzeigen.

 

[Unterschrift Zeile 100 – 101]

Die Einkommensteuererklärung muss eigenhändig unterschrieben werden; bei Zusammenveranlagung von Ehegatten müssen beide unterschreiben. Bei über das Internet versandten Erklärungen (ELSTER-Erklärung) ist die Unterschrift auf der ausgedruckten ("komprimierten") Steuererklärung zu leisten, es sei denn, Sie haben eine Erklärung mit Authentifizierung (digitale Unterschrift) gewählt.

 

In Zeile 100 ist eine „1“ einzutragen, wenn ein Steuerberater die Erklärung erstellt hat.

 

Checkliste Hauptvordruck

 

 

Folgende Abzugsmöglichkeit geprüft? Vgl. Ausfüllhinweise zur Zeile!


Haben Sie Zuwendungen zur Förderung steuerbegünstigter Zwecke geleistet?


Abzugsfähig sind i. d. R. Spenden und Mitgliedsbeiträge (Zeilen 45–56).


Hatten Sie in größerem Umfang z. B. Krankheitskosten oder kosten in Zusammenhang mit einer Naturkatastrophe?
(Zeilen 67–69).


Haben Sie eine Behinderung?
(Zeilen 61–66).


Haben Sie Angehörige (Eltern, Großeltern, Schwiegereltern, erwachsene Kinder, mit Ihnen in Haushaltsgemeinschaft lebende Geschwister, Ihren geschiedenen oder von Ihnen getrennt lebenden Ehegatten, Ihren gleichgeschlechtlichen Lebenspartner) unterstützt oder deren Heimkosten getragen?
(Zeile 67-68 und Anlage Unterhalt).

 

 

Sind Sie pflegebedürftig oder leben Sie in einem Heim?

 

Machen Sie Ihren Eigenanteil an den Pflegekosten steuerlich geltend (Zeilen 67 bzw. 74).

 

 

Lebt in Ihrem Haushalt ein pflegebedürftiger Angehöriger oder hatten Sie Ausgaben für die Betreuung und Pflege in dessen eigenem Haushalt?

 

Sie können u. U. den Pflegepauschbetrag (Zeile 65, 66), den Kostenabzug als außergewöhnliche Belastung (Zeile 67) und/oder eine Steuerermäßigung für Pflegekosten (Zeile 74) erhalten.

 

 

Haben Sie in Ihrem eigenen oder gemieteten Haus bzw. Haushalt (einschl. Garten) Arbeiten durch Beschäftigte, Dienstleister oder Handwerker ausführen lassen? (Zeilen 71-75).