Altersentlastungsbetrag: Wer profitiert davon?

steuern.de Redaktion
Zuletzt aktualisiert:
09. Dezember 2021
Lesedauer:
5 Minuten
Die schnelle Antwort

Wer bekommt den Altersentlastungsbetrag?

Den Altersentlastungsbetrag bekommen Steuerpflichtige, die älter als 64 Jahre sind. Es handelt sich um einen Steuerfreibetrag, der sich am Bruttoeinkommen und anderen Einkünften bemisst. Zusätzlich ist er abhängig vom Kalenderjahr, in dem der:die Steuerzahler:in das 64. Lebensjahr erreicht.

Der Altersentlastungsbetrag ist ein Steuerfreibetrag, der Steuerpflichtigen über 64 Jahren gewährt wird. Die Bemessungsgrundlage für den Altersentlastungsbetrag ist der Bruttoarbeitslohn zuzüglich Ihrer anderen Einkünfte (ohne Leibrenten und Pensionen). Die tatsächliche Höhe des Altersentlastungsbetrags ergibt sich aus dieser Bemessungsgrundlage und einem Faktor, der abhängig ist vom Kalenderjahr, in dem Steuerpflichtige das 64. Lebensjahr vollenden.

Mit einer Steuersoftware erstellen Sie Ihre Steuererklärung schneller, sicherer und einfacher. Welche ist die richtige für Sie? Steuern.de-Nutzer haben fünf Programme bewertet.

Bleiben Sie informiert:
Steuern.de Newsletter

Die besten Steuertipps und aktuelle Steuerthemen. 6-8 Mal im Jahr kostenlos in Ihr Postfach.

Wer profitiert vom Altersentlastungsbetrag?

Der Altersentlastungsbetrag soll eine gerechtere Besteuerung im Alter gewährleisten. Denn für Versorgungsbezüge, allgemeine Leibrenten und bestimmte Leistungen aus Altersvorsorgeverträgen gibt es spezielle steuerliche Vergünstigungen, z. B. in Form von Freibeträgen oder ermäßigter Besteuerung. Damit beispielsweise ältere Erwerbstätige nicht schlechter gestellt sind, wurde der Altersentlastungsbetrag eingeführt. Sie erhalten einen Altersentlastungsbetrag für ein bestimmtes Kalenderjahr, wenn Sie vor Beginn des Kalenderjahres das 64. Lebensjahr vollendet haben und folgende Bedingungen erfüllen:

Sie beziehen

  • Arbeitslohn aus einem gegenwärtigen (aktiven) Dienstverhältnis oder haben
  • andere Einkünfte, die in der Summe positiv sind (Versorgungsbezüge oder Leibrenten, die nur teilweise besteuert werden, gehören nicht dazu).
Anzeige

Wie hoch ist der Altersentlastungsbetrag?

Der Entlastungsbetrag berechnet sich nach einem bestimmten Prozentsatz, begrenzt auf einen Höchstbetrag. Prozentsatz und Höchstbetrag verringern sich für jeden neu hinzukommenden Altersjahrgang, bis der Entlastungsbetrag für diejenigen, die ab 2040 das 64. Lebensjahr vollenden, vollständig entfällt. Maßgebend ist das auf die Vollendung des 64. Lebensjahres folgende Kalenderjahr, also das Jahr, für das der Entlastungsbetrag erstmals möglich ist. Daraus ergibt sich (auszugsweise):

Voraussetzung erstmals erfüllt Prozentsatz Höchbetrag in EUR
2005 40,0 1.900
... ... ...
2021 15,2 722
2022 14,4 684
... ... ...
2039 0,8 38
2040 0,0

0

 

Info: Die neue Regierung plant die Steigerung des steuerpflichtigen Rentenanteils bis 2060 zu strecken. Ab 2023 soll er jeweils um 0,5 Prozentpunkte steigen, sodass die Vollbesteuerung 2060 erreicht ist.

 

Der Altersentlastungsbetrag wird in 3 Schritten ermittelt:

1.   Jeweiliger Prozentsatz des Arbeitslohns aus einer aktiven Tätigkeit (ohne Versorgungsbezüge und ohne Kapitalerträge, die mit 25% ESt Abgeltungstarif belastet und nicht im zu versteuernden Einkommen enthalten sind) und

2.   jeweiliger Prozentsatz aus der positiven Summe der übrigen Einkünfte (ohne Leibrenten),

3.   maximal entsprechender Höchstbetrag.

 

Praxis-Beispiel: Karl K. hat im Laufe des Jahres 2020 das 64. Lebensjahr vollendet. Im Kalenderjahr 2021 beträgt sein Arbeitslohn 24.000 EUR, davon entfallen 16.000 EUR auf Versorgungsbezüge (Betriebsrente oder Pension). Außerdem hat er Einkünfte aus einer freiberuflichen Nebentätigkeit in Höhe von 2.000 EUR und einen Verlust aus Vermietung und Verpachtung von 2.500 EUR. Der Altersentlastungsbetrag beträgt 15,2 Prozent des Arbeitslohns aus dem aktiven Dienstverhältnis (24.000 EUR - 16.000 EUR) 8.000 EUR = 1.216 EUR, höchstens jedoch 722 EUR. Die freiberuflichen Einkünfte und die Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung werden für die Berechnung des Altersentlastungsbetrags nicht berücksichtigt, weil ihre Summe negativ ist.

Tipp: Liegt Ihr persönlicher Steuersatz unter 25 % und haben Sie Einkünfte aus Kapitalvermögen, die dem Steuerabzug durch Kapitalertragsteuer unterliegen, sollten Sie einen Antrag auf Günstigerprüfung nach § 32d Abs. 6 EStG stellen, weil dann zum einen Ihre Kapitaleinkünfte mit dem niedrigeren persönlichen Steuersatz besteuert werden können, und zum anderen der Altersentlastungsbetrag zusätzlich zum Abzug kommen kann, wenn Sie den Höchstbetrag noch nicht ausgeschöpft haben.

Was passiert bei Zusammenveranlagung von Eheleuten?

Im Fall der Zusammenveranlagung (Ehegattensplitting) ist der Altersentlastungsbetrag personenbezogen zu berücksichtigen. Das bedeutet, dass auch nur die Einkünfte des- oder derjenigen als Bemessungsgrundlage herangezogen werden, der oder die die Voraussetzungen für den Altersentlastungsbetrag erfüllt. Eine Verdopplung des Freibetrags erfolgt nicht.

Rentensteuerrechner: Wie viel Rente bekomme ich?

Mit welcher Netto-Rente kann ich rechnen? Reicht mir das für einen sorglosen Ruhestand? Der Zeitpunkt Ihres Renteneintritts sowie die Höhe Ihrer Rente zu diesem Zeitpunkt sind maßgeblich für Ihren individuellen Rentenfreibetrag - und damit für die Höhe Ihrer späteren Netto-Renteneinkünfte. Unser Rentensteuerrechner berechnet Ihnen auf Basis dieser Angaben, wie hoch Ihre Alterseinkünfte wirklich sind.

Anzeige
TAXMAN für Rentner & Pensionäre

Die Steuersoftware speziell für Rentner und Pensionäre:

  • einfach zu bedienende Benutzeroberfläche
  • inklusive Ratgeber mit Steuertipps für Rentner
  • integrierter Steuerprüfer verhindert Fehler

mehr Infos zu TAXMAN für Rentner


Finden Sie die beste Steuersoftware

Mit einer Steuersoftware machen Sie die Steuererklärung schneller, sicherer und bekommen mehr Geld zurück. Diese Programme passen zu Ihnen.

zum Steuersoftwaretest

Lohnsteuerhilfevereine und Steuerberater:innen in Ihrer Nähe

In unserem Steuerberaterverzeichnis finden Sie kompetente Hilfe bei schwierigen Steuerfällen.