Zusatzeinkünfte: Wie muss ich sie versteuern?

Eines gleich vorweg: Eine Vielzahl von Zusatzeinkünften wird "schwarz" verdient. Man sollte sich jedoch von vornherein darüber im Klaren sein, dass Schwarzarbeit erhebliche Risiken mit sich bringt. Neben der Steuernachzahlung kann es zur Festsetzung einer nicht unerheblichen Geldbuße oder Geldstrafe kommen. Es gibt aber auch Möglichkeiten, wie Sie Ihre Zusatzeinkünfte steuerlich legal optimieren können.

 

Wie sind meine Zusatzeinkünfte steuerlich zu behandeln?

Wenn Sie Ihre Zusatzeinkünfte im Rahmen einer Tätigkeit als Arbeitnehmer erzielen und mit Ihrem Arbeitgeber eine lohnsteuerpflichtige Beschäftigung vereinbart haben, ist er verpflichtet, Steuern und Abgaben abzuführen. Für das zweite und jedes weitere Dienstverhältnis gilt dann die Steuerklasse VI. Da sämtliche Freibeträge schon bei der ersten Steuerkarte berücksichtigt werden, ist der Abzug sehr hoch. Der Arbeitslohn sowie ggf. anfallende Werbungskosten sind auf der Anlage N aufzuführen. In bestimmten Fällen kann eine Aushilfslohnbesteuerung durchgeführt werden. Einzelheiten hierzu finden Sie unter dem Stichwort Minijobs.

 

Falls Sie Ihre Zusatzeinkünfte "selbstständig" verdienen, handelt es sich entweder um Einkünfte aus Gewerbebetrieb (z. B. Tätigkeit als Handwerker, Verkauf von Produkten, Vermittlungsgeschäfte). Verwenden Sie für diesen Fall die Anlage G. Oder es handelt sich um zusätzliche Einkünfte aus selbstständiger Tätigkeit (z. B. schriftstellerische, unterrichtende oder wissenschaftliche Tätigkeit). Für diesen Fall füllen Sie die Anlage S aus.

 

Praxis-Tipp: Passen Sie auf, dass Sie mit Ihren Zusatzeinkünften durch Privatverkäufe z. B. bei einer Internetplattform nicht zum Unternehmer werden. Denn auch Privatverkäufe können unter Umständen Umsatzsteuer auslösen, wenn eine intensive und auf Langfristigkeit angelegte Verkaufstätigkeit vorliegt. Im entschiedenen Fall wurde in 3 Jahren bei mehr als 1.200 Verkäufen ein Umsatz von 20.000 EUR bis 30.000 EUR jährlich erzielt.

 

Wann muss ich Umsatzsteuer an das Finanzamt bezahlen?

Die Nullbesteuerung können Sie anwenden, wenn Ihr Vorjahresumsatz durch die Zusatzeinkünfte nicht über 17.500 EUR liegt und der voraussichtliche Umsatz des laufenden Jahres weniger als 50.000 EUR beträgt. In diesem Fall müssen Sie keine Umsatzsteuer an das Finanzamt abführen. Sie erhalten aber auch die in Kostenrechnungen enthaltenen Umsatzsteuerbeträge nicht als Vorsteuer vom Finanzamt erstattet.

 

Achtung: Sie dürfen unter keinen Umständen auf Ihren Rechnungen Umsatzsteuer ausweisen (z. B. "1.000 EUR zzgl. 190 EUR Umsatzsteuer" oder "im Betrag sind 19 % Umsatzsteuer enthalten"). Sonst schulden Sie die Umsatzsteuerbeträge.

Kommt die Nullbesteuerung nicht in Betracht, muss Umsatzsteuer an das Finanzamt abgeführt werden. Andererseits werden die von anderen Unternehmern in Rechnung gestellten Umsatzsteuerbeträge vom Finanzamt als Vorsteuer erstattet.

 

 

Wenn die Regelbesteuerung zum Zuge kommt, müssen Sie eine Umsatzsteuererklärung abgeben.

 

Wann muss ich eine Einnahme-Überschussrechnung für meine Zusatzeinkünfte erstellen?

Betragen die zusätzlichen Einkünfte aus einer selbstständigen (Neben-)Tätigkeit weniger als 17.500 EUR, reicht eine formlose Gewinnermittlung.

 

Bei höheren Zusatzeinkünften ist die Verwendung des amtlichen Vordrucks EÜR "Einnahme-Überschussrechnung" vorgeschrieben.  

 

Einnahmen aus Fernsehshows

 

Anders als Gewinne aus Wetten, Lotterien und anderen Glücksspielen, soweit sie außerhalb einer betrieblichen und beruflichen Tätigkeit ausgeübt werden, sind Preisgelder für die Teilnahme an Unterhaltungssendungen, die nahezu ausschließlich von der Mitwirkung der Kandidaten leben, nach §22 Nr. 3 EStG steuerpflichtig (BFH, Urteil v. 28.11.2007, IX R 39/06).

 

 

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