Werbungskostenpauschale - Was ist das?

Selbst wenn Sie bei der Abgabe einer Einkommensteuererklärung keine Werbungskosten geltend machen, zieht das Finanzamt eine Werbungskostenpauschale ab.

Arbeitnehmern und Rentnern bietet das Finanzamt eine Werbungskostenpauschale an. Das bedeutet im Klartext: Auch wenn Sie bei Abgabe einer Einkommensteuererklärung keine Werbungskosten ansetzen, zieht das Finanzamt eine steuersparende Werbungskostenpauschale ab. Am lukrativsten fällt diese Pauschale für Arbeitnehmer aus.


Eine Werbungskostenpauschale gibt es u.a. in diesen beiden Einkunftsarten:

 

  • Bei Einkünften aus nichtselbständiger Arbeit beträgt die Werbungskostenpauschale 1.000 EUR.
  • Für Rentner, die eine gesetzliche Rente beziehen, gibt es eine Werbungskostenpauschale von 102 EUR.

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Werbungskostenpauschale für Arbeitnehmer im Detail

Gibt ein Arbeitnehmer in seiner Einkommensteuererklärung in der Anlage N zur Einkommensteuererklärung keine Werbungskosten an, zieht das Finanzamt automatisch eine Werbungskostenpauschale von 1.000 EUR ab. In der Praxis wird diese Pauschale auch als Arbeitnehmerpauschbetrag bezeichnet. Zur Werbungskostenpauschale in Höhe von 1.000 EUR gibt es folgende Besonderheiten:

 

  • Jahresbetrag: Bei der Werbungskostenpauschale handelt es sich um einen Jahresbetrag. Selbst wer nur einen Monat im Jahr einer nichtselbständigen Tätigkeit mit Lohnsteuerabzug nachgeht, profitiert vom Abzug der gesamten 1.000 EUR.
  • Einmalbetrag: Die Werbungskostenpauschale wird für jeden Arbeitnehmer nur einmal im Jahr gewährt. Selbst wenn ein Arbeitnehmer bei mehreren Arbeitgebern beschäftigt ist, wird die Pauschale von 1.000 EUR nur einmal abgezogen.
  • Begrenzung: Die Werbungskostenpauschale beträgt nur dann nicht 1.000 EUR, wenn der insgesamt erzielte Bruttoarbeitslohn geringer als 1.000 EUR ausfällt. Ein Verlust darf durch den Abzug der Pauschale also nicht entstehen.

 

Tipp:  Haben Sie in einem Jahr höhere Werbungskosten als 1.000 EUR, müssen Sie dem Finanzamt die Höhe dieser Werbungskosten durch Vorlage von Rechnungen und durch plausible Erläuterungen zur beruflichen Veranlassung nachweisen. 

 

Einen ausführlichen Beitrag zu Werbungskosten finden Sie hier.

Keine Werbungskostenpauschale für klassische Minijobber

Ist ein Arbeitnehmer im Rahmen einer geringfügigen Beschäftigung (= Minijob) angestellt, behält der Arbeitgeber bestimmte Pauschalen zur Kranken- und Rentenversicherung sowie normalerweise eine 2%ige Pauschale für Steuern ein und führt diese an die Bundesknappschaft ab. Durch die Abführung dieser 2%igen Pauschalsteuer wird erreicht, dass das Minijob-Gehalt in der Einkommensteuererklärung nicht mehr zu erfassen und damit auch nicht mehr zu versteuern ist.


Das bedeutet natürlich im Umkehrschluss, dass es für das Minijobgehalt keine Werbungskostenpauschale gibt.

 

Praxis-Tipp: Als Minijobber können Sie allerdings mit Ihrem Arbeitgeber auch vereinbaren, dass die Lohnsteuer nach Ihren individuellen Verhältnissen (Lohnsteuerklasse, ELStAM) einbehalten und abgeführt wird. In diesem Fall wird der Arbeitslohn in der Einkommensteuererklärung erfasst und die Werbungskostenpauschale darf abgezogen werden.

 

 

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Nichtaufgriffsgrenze ist keine Werbungskostenpauschale

In den Finanzämtern gibt es aus verwaltungsökonomischen Gründen  für Werbungskosten so genannte Nichtaufgriffsgrenzen. Danach wird meist nicht beanstandet, wenn ein Arbeitnehmer bei Werbungskosten über 1.000 EUR auch pauschale Werbungskosten für Ausgaben ohne Belege in Höhe von 110 EUR aufführt.


Der Unterschied dieser Nichtaufgriffsgrenzen zur Werbungskostenpauschale ist, dass ein Arbeitnehmer auf die Werbungskostenpauschale einen gesetzlichen Anspruch hat. Die Nichtaufgriffsgrenzen können, müssen allerdings nicht gewährt werden. Es besteht also kein Anspruch darauf, dass das Finanzamt die pauschalen 110 EUR Werbungskosten anerkennen muss.