Die besten Steuertipps 2021 für Unternehmer:innen

steuern.de Redaktion
Zuletzt aktualisiert:
02. September 2021
Lesedauer:
5 Minuten

Auch im Jahr 2021 bleibt pandemiebedingt die Situation für viele Unternehmen angespannt. Die Liquidität des Unternehmens wieder zu steigern ist daher von elementarer Bedeutung. Dies kann auch durch die Umsetzung von effektiven Steuertipps erfolgen. Wir haben im Folgenden für Sie die wichtigsten Steuertipps mit Blick auf die aktuellen Steueränderungen zusammengetragen.

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Die 10 besten Steuertipps 2021 für Unternehmer:innen und Selbstständige

Steuertipp 1: Homeoffice-Pauschale

Durch das Jahressteuergesetz 2020 wurde die Homeoffice-Pauschale eingeführt. Wenn Sie also wegen Corona Ihre unternehmerische Tätigkeit einstellen und sie daher vermehrt oder ausschließlich im Homeoffice tätig sind und dabei keinen Raum zur Verfügung haben, sondern nur eine Arbeitsecke oder Vergleichbares, so können sie den pauschalen Betriebsausgabenabzug geltend machen.
Pro Tag im Homeoffice können Sie 5 Euro und maximal 600 Euro pro Jahr vom Gewinn abziehen. Ein Nachweis ist nicht erforderlich.

TippZwar erwartet das Finanzamt keinen Nachweis zu den tatsächlich angefallenen Kosten. Ganz auf einen Nachweis zu verzichten ist dennoch nicht empfehlenswert. Nutzen Sie dafür beispielsweise ein Art Tagebuch. Ebenfalls wichtig ist, dass Sie bei neu angeschafften Gegenständen für Ihr Homeoffice die Rechnungen aufbewahren. Diese Kosten dürften zusätzlich zur Home-Office Pauschale abziehbar sein.

 

Steuertipp 2: Steuerfreie Corona-Prämie

Zu den Top-Steuertipps 2021 gehört die Gewährung der steuerfreien Corona-Prämie als Dankeschön an von den Corona-Pandemie betroffenen Arbeitnehmern sein. Die Zahlung musste zwischen dem 1. März und dem 30. Juni 2021 erfolgen zusätzlich zu dem ohnehin geschuldeten Arbeitslohn. Haben Sie also eine solche Zahlung bis zu 1.500 Euro geleistet, vergessen Sie nicht, diese im Rahmen der Steuererklärung geltend zu machen.

 

Steuertipp 3: GWG „kreieren“ dank Investitionsabzugsbetrag

Dank dem neuen § 7g EstG dürfen künftig mehr Unternehmen als bisher den Vorteil dieser Steuervergünstigung nutzen. Unser Tipp hierbei: Wenn Sie bereits 2020 die Voraussetzungen erfüllen, können Sie 2021 gezielt geringwertige Wirtschaftsgüter

Beispiel Sie erfüllen 2020 die Voraussetzungen für den Investitionsabzugsbetrag. Im Jahr 2021 planen Sie den längst überfälligen Kauf neuer Einrichtungsgegenstände für Ihr Lokal. Voraussichtliche Investitionskosten: 46.500 Euro, wobei jeder der Gegenstände netto rund 1.550 Euro kosten wird (Kauf im Juli 2021).

2020 Mit Investitionsabzug Ohne Investitionsabzug
Betriebsausgaben nach § 7g EstG -23.250 Euro (50% von 46.500 Euro) 0 Euro

 

2021    
Auflösung Investitionsabzugsbetrag +23.250 Euro 0 Euro
Minderung Gewinn um Auslösungsbetrag wenn die Anschaffungskosten gekürzt werden. -23.250 Euro 0 Euro
Abschreibung -23.250 Euro (Sofortabzug, da Anschaffungskosten für jeden Gegenstand netto nicht über 800 Euro liegen) 1.778 Euro (Linear: 46.500 Euro: Nutzungsdauer für Möbel 13 Jahre x 6/12, da Kauf im Juli 2021

 

Steuertipp 4: Anstellung naher Angehöriger

Vielleicht benötigen Sie ja Personal, dass angesichts der Corona-Krise vor allem bereits ist flexibel zu arbeiten. Dann lohnt es sich, nahe Angehörige wie den Ehegatten, Kinder oder die Eltern als Minijobber einzustellen. Der steuerliche Vorteil liegt darin, dass das Minijobgehalt sowie auch die pauschalen Abgaben an die Minijobzentrale bzw. an die Krankenkasse zu den gewinnmindernden  Betriebsausgaben zählen. Der Familien-Minijobber muss sein Minijobgehalt dagegen nicht mehr versteuern.

TippDamit das Finanzamt bei diesem Vorgehen keine Probleme macht, sollten Sie Aufzeichnung darüber machen, an welchen Tagen der Familien Minijobber in welchem zeitlichen Umfang welche Arbeiten ausgeübt hat. So können Sie etwaige Zweifel beim Finanzamt hinsichtlich der Ernstaftigkeit der Anstellung ausräumen.

 

Steuertipp 5: Dienstwagenbesteuerung optimieren

Wenn der Dienstwagen eines Mitarbeiters Privat und für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte genutzt werden darf, so muss der Mitarbeiter dafür jeden Monat Lohnsteuer zahlen. Ohne Fahrtenbuch wird der zu versteuernde geldwerte Vorteil für die Privatnutzung nach der 1-Prozent-Methode ermittelt und für die Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte nach der 0,03-Prozent-Methode.

TippSollte auch 2021 hauptsächlich aus dem Homeoffice gearbeitet werden und daher nicht mehr als an 180 Tagen zum Arbeitsplatz gependelt werden müssen, macht es Sinn, die Ermittlung des monatlichen geldwerten Vorteils nicht mehr mit der 0,03-Prozent-Methode durchzuführen, sondern auf die 0,002-Prozent-Methode umzustellen. Ihr Arbeitnehmer muss Ihnen dafür die Tage mitteilen, die er zur Arbeit gependelt ist mitteilen und Sie fügen dies zu

 

Steuertipp 6: Corona-Hilfen verlängert

Bis zum 30. Juni 2021 haben Unternehmer auf Antrag insbesondere von folgenden Corona-Hilfsmaßnahmen profitiert:

https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Downloads/BMF_Schreiben/Weitere_Steuerthemen/Abgabenordnung/2020-12-22-steuerliche-massnahmen-zur-beruecksichtigung-der-auswirkungen-des-coronavirus-verlaengerung.html BMF-Schreiben v. 22.12.2020.

Dieses Schreiben wurde durch das Folgende vom 18. März 2021 ersetzt: https://www.bundesfinanzministerium.de/Content/DE/Downloads/BMF_Schreiben/Weitere_Steuerthemen/Abgabenordnung/2021-03-18-steuerliche-massnahmen-zur-beruecksichtigung-der-auswirkungen-des-coronavirus-verlaengerung.html

Darin sind aufgrund der durch das Coronavirus weiterhin entstehenden wirtschaftlichen Schäden, die folgenden Maßnahmen verlängert worden:

  • Stundung im vereinfachten Verfahren: Kann ein Steuerzahler glaubhaft nachweisen, dass er erheblich negativ von der Corona-Krise betroffen ist, können Stundungsanträge bis zum 30. Juni 2020 für bis zu diesem Tag fällige Steuern gestellt werden. Das Finanzamt gewährt in diesem Fall großzügig eine zinslose Stundung bis zum 30. September 2021. Bei Ratenzahlung kann die zinslose Stundung auch bis zum 31. Dezember 2021 verlängert werden.
  • Absehen von Vollstreckungsmaßnahmen: Für bis zum 30. Juni 2021 fällig gewordene Steuern soll auf Antrag auf Vollstreckungsmaßnahmen bis zum 30. September 2021 verzichtet werden. Säumniszuschläge in der Zeit vom 1. Januar 2021 bis zum 30. September 2021 sollen erlassen werden. Wird eine Ratenzahlung vereinbart, kann sogar bis Ende 2021 auf Vollstreckungsmaßnahmen verzichtet werden.
  • Anpassung von Vorausauszahlungen im vereinfachten Verfahren: Kann dem Finanzamt plausibel nachgewiesen werden, dass ein Steuerzahler unmittelbar und erheblich von der Corona-Krise betroffen ist, kann ohne strenge Anforderungen die Herabsetzung der laufenden Vorauszahlungen für 2021 beantragt noch bis zum 31. Dezember 2021 beantragt werden.

TippBedenken Sie, dass das Finanzamt irgendwann wieder auf Sie zukommen wird und die dann fälligen Steuern einfordern wird, denn aufgeschoben heißt nicht aufgehoben. Dies im Hinterkopf sollten Unternehmer vorsorgen und eine finanzielle Steuerrücklage schaffen.

 

Steuertipp 7: Fristverlängerung Steuererklärung 2019

Hatten Sie als Selbstständiger aufgrund der Coronapandemie nicht genügend Zeit die notwendigen Unterlagen für die Steuererklärung 2019 zusammenzustellen? Dann können Sie diese noch bis Ende August 2021 einreichen.

TippFalls Sie von dieser Möglichkeit Gebrauch machen und Sie bereits bis zum 31. März 2021 die für den Steuerbescheid 2019 erwarteten Nachzahlungen als freiwillige Steuerzahlung gleistet haben, können Sie sich nun über den Erlass der 0,5 Prozent Nachzahlungszinsen freuen.

Da aber auch gleichzeitig die - regulär 15-monatige - zinsfreie Karenzzeit des 233a Abs. 2 Satz 1 AO für den Besteuerungszeitraum 2019 um 6 Monate verlängert betrifft, welche gleichermaßen Erstattungs- wie Nachzahlungszinsen betrifft sollte die freiwillige Steuerzahlung auch geleistet werden, wenn am 1. Oktober 2021 nicht mit einem Steuerbescheid zu rechnen ist.

 

Steuertipp 8: Investitionsabzugsbetrag retten

Sofern Sie 2017 einen Investitionsabzugsbetrag Gewinn abgezogen haben und nun in Folge der Corona-Pandemie bis Ende 2020 noch nicht investiert haben, würde das Finanzamt den Betrag eigentlich rückwirkend kippen. Aber im Rahmen des Corona-Steuerhilfegesetzes hat sich der Investitionszeitraum nun von drei auf vier Jahre verlängert. Sie müssen daher im Jahr 2021 zwingend investieren, damit das Finanzamt bezüglich des Betrags nicht nochmal auf Sie zukommt.

 

Steuertipp 9: Wechsel der Rechtsform wegen Soli

Seit dem 1. Januar fällt seit dem 1. Januar 2021 der Solidaritätszuschlag weg. Dies gilt jedoch nicht für Unternehmen die in der Rechtsform der Kapitalgesellschaft betrieben werden. Hier wird der Solidaritätszuschlag weiterhin auf die Körperschaftssteuer erhoben. Es empfiehlt sich daher das Gespräch mit dem Steuerberater zu suchen und zu erwägen, ob sich langfristig nicht ein Wechsel der Rechtsform lohnt.

 

Steuertipp 10: Nachrüstungen elektronischer Kassen um technische Sicherheitseinrichtungen

Die Frist zur Nachrüstung elektronischer Kassen mit technischen Sicherheitseinrichtungen (TSE) wurde in 15 Bundesländern verlängert bis zum 31. März 2021.

Fehlt nun den elektronischen Kassen eine TSE, stellt dies einen groben Verstoß gegen die Grundsätze ordnungsgemäßer Kassenführung dar. In der Folge kann das Finanzamt Zuschätzungen zu Umsatz und Gewinn anstellen.


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