Beispielrechnung für Annabel, 23, Verkäuferin

 

Annabel ist gelernte Augenoptikerin und arbeitet als Fachverkäuferin und rechte Hand des Chefs bei einem Augenoptiker. Sie hat kürzlich mit ihrem Freund eine 4-Zimmer-Wohnung gekauft, und will sich nun auch beruflich weiterentwickeln. Da ihr Chef dringend eine Filialleiterin sucht, entscheidet sich Annabel für eine Weiterbildung zur Augenoptikermeisterin. Mit ihrem Chef vereinbart Annabel, dass sie nach der zehnmonatigen Vollzeitausbildung wieder in seinem Betrieb einsteigt, und nach einer Einarbeitungszeit die Leitung einer Filiale übernimmt. Dafür übernimmt er die Ausbildungskosten. Annabel spielt privat auch gerne Brettspiele mit Ihrer Familie. Leider kann man das nicht steuerlich absetzen - es sei denn man macht es beruflich.

 

Da die private Meisterschule etwa 200 Kilometer von ihrem Wohnort entfernt liegt, muss sich Annabel ein Zimmer nehmen. Ihr Vorteil: Sie kann einen Großteil der Ausgaben als Werbungskosten steuerlich geltend machen. Und weil die Schule im August beginnt und bis Mai dauert, kann sie in diesen beiden Jahren mit einer satten Steuererstattung rechnen.

 

Damit Annabel nichts vergisst, macht sie sich eine Liste der Ausgaben, die Sie steuerlich geltend machen kann, und für die sie künftig Belege sammeln muss:

 

  • Mietkosten für Zweitwohnung/Zimmer (250 Euro/Monat = 2.500 Euro)
  • Fahrtkosten (0,30 Euro/Kilometer für die Heimfahrten an 40 Wochenenden, daher 40 x 400 Kilometer x 0,30 Euro = 4.800 Euro)
  • Verpflegungsmehraufwendungen (lt. Verpflegungspauschalen, hier insgesamt ca. 2.200 Euro)
  • Parkgebühren (Stellplatz im Parkhaus, 30 Euro/Monat x 10 = 300 Euro)
  • Monatskarte für ÖPNV (10 x 50 Euro = 500 Euro)
  • Bücher, Unterlagen und andere Unterrichtsmaterialien (700 Euro)
  • Lerntreffen mit anderen Kursteilnehmern (inkl. der Fahrten dorthin, ca. 800 Euro)

 

Ergebnis: Annabel spart zirka 6.000 Euro in zwei Jahren

Insgesamt kann Annabel also 11.800 Euro an Werbungskosten steuerlich geltend machen. Da sie einen Großteil der Ausgaben auf zwei Kalenderjahre verteilt absetzt, und in den jeweils anderen Monaten voll verdient (inkl. Lohnsteuerabzug), erhält sie am Jahresende jeweils zirka 3.000 Euro vom Finanzamt zurück - ein hübsches Sümmchen, mit dem Sie einen Teil ihrer Ausgaben gegenfinanzieren kann.