Ausfüllhilfe für Anlage Vorsorgeaufwand

(Vorsorgeaufwendungen)

 

Hier finden Sie Erläuterungen für jede Zeile der Anlage Vorsorgeaufwand. Außerdem können Sie die Anlage Vorsorgeaufwand hier herunterladen (als pdf). Wir empfehlen Ihnen allerdings, die Steuererklärung mit einer professionellen Steuersoftware zu erstellen.

 

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In diesem Beitrag erfahren Sie:

 

 

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Wann Sie die Anlage Vorsorgeaufwand ausfüllen müssen

Anlage Vorsorgeaufwand ist für bestimmte Versicherungen erforderlich

 

Die Anlage Vorsorgeaufwand benötigen Sie, wenn Sie im Gesetz abschließend aufgezählte Vorsorgeaufwendungen (Versicherungsbeiträge) als Sonderausgaben steuermindernd geltend machen wollen. Ehegatten, die zusammenveranlagt werden, geben eine gemeinsame Anlage Vorsorgeaufwand ab.

 

Für Beiträge zu Riester-Verträgen benötigen Sie die Anlage AV.

 

 [Überblick]

 

Seite 1

 

(Alters-)Vorsorgeaufwendungen (Zeilen 4–10)

 

Hier sind alle Versicherungsbeiträge zu erfassen, aus denen sich ein späterer Rentenanspruch ergibt, z. B. der gesetzliche Arbeitnehmer- und Arbeitgeberanteil zur gesetzlichen Rentenversicherung oder Einzahlungen in private (Rürup-)Rentenversicherungen oder berufsständische Versorgungseinrichtungen.

 

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Kranken- und Pflegeversicherungen (Zeilen 12–45)

 

Die Beiträge sind, je nachdem, ob Sie in einer gesetzlichen Krankenversicherung pflicht- oder freiwillig versichert sind (z. B. Arbeitnehmer, bzw. Selbstständige oder Rentner im Ausland) oder einer privaten Krankenversicherung (z. B. Beamte, Richter, Selbstständige) angehören, in unterschiedlichen Zeilen einzutragen. Mitglieder der gesetzlichen Versicherung können die Beiträge im Regelfall ihrer Lohnsteuerbescheinigung bzw. ihrem Rentenbescheid entnehmen, privat Versicherte der Mitteilung ihrer Krankenversicherung. Hier können Sie auch die Krankenversicherungsbeiträge für andere Personen (z. B. nicht bei Ihnen berücksichtigungsfähige Kinder oder Eltern) eintragen, wenn Sie der Versicherungsnehmer sind.

 

Seite 2

 

Weitere sonstige Vorsorgeaufwendungen (Zeilen 46–52)

Tragen Sie hier alle anderen begünstigten Versicherungsbeiträge, z. B. für Arbeitslosen-, Haftpflicht-, Unfall-, Risiko- oder Berufsunfähigkeitsversicherungen ein.

 

Ergänzende Angaben (Zeilen 53–58)

Die Eintragungen haben Bedeutung für die Berechnung der abzugsfähigen Altersvorsorgeaufwendungen und eine Günstigerprüfung nach der Rechtslage 2004 die vom Amts wegen durchgeführt und immer noch angewandt wird, wenn sie zu einem höheren Abzug führt.

 

 


[Sonderausgaben]

Vorsorgeaufwendungen (Versicherungen) gehören zu den Sonderausgaben. 

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Diese Vorsorgeaufwendungen werden steuerlich berücksichtigt

Die steuerlich abzugsfähigen Vorsorgeaufwendungen (Versicherungen) werden in Altersvorsorgeaufwendungen (Zeilen 4–10) und die sonstigen Vorsorgeaufwendungen (ab Zeile 12) unterteilt. Die Aufteilung ist notwendig wegen der unterschiedlichen steuerlichen Berücksichtigung. Die sonstigen Vorsorgeaufwendungen werden nochmals in «Basis»-Kranken- sowie Pflegepflichtversicherungsbeiträge einerseits und andere Versicherungsbeiträge andererseits gegliedert. Zusätzlich können noch Beiträge zu einer Riester-Rentenversicherung (Anlage AV) steuerlich berücksichtigt werden.

 

[Altersvorsorgeaufwendungen Zeilen 4–10]

Zu den Altersvorsorgeaufwendungen gehören die Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung (bei Arbeitnehmern), zu landwirtschaftlichen Alterskassen, zu berufsständischen Versorgungswerken (bei Arbeitnehmern und Selbstständigen) und privaten kapitalgedeckten Rentenversicherungen (sog. Rürup-Versicherungen).

 

[Gesetzliche Rentenversicherung Zeilen 4, 8]

Arbeitnehmer, die in der gesetzlichen Sozialversicherung versichert sind, tragen in Zeile 4 den Arbeitnehmeranteil zur gesetzlichen Rentenversicherung (ersichtlich aus Nr. 23 a/b der Lohnsteuerbescheinigung), ggf. getrennt für die Ehegatten ein. In Zeile 8 gehört der Arbeitgeberanteil zur gesetzlichen Rentenversicherung (Nr. 22a/b der Lohnsteuerbescheinigung).

 

[Berufsständische Versorgungseinrichtung Zeile 5]

Beiträge zu berufsständischen Versorgungseinrichtungen (Pflichtversicherung für Freiberufler z. B. angestellte und selbstständig tätige Ärzte, Apotheker, Architekten etc.) sind hier einzutragen, wenn die Einrichtung den gesetzlichen Rentenversicherungen vergleichbare Leistungen erbringt. Die entsprechenden steuerfreien Arbeitgeberzuschüsse gehören in Zeile 9, soweit sie nicht auf der Lohnsteuerbescheinigung (Nr. 22b) ausgewiesen sind.

 

[Freiwillige gesetzliche Rentenversicherung, einschließlich Minijob-Beiträge Zeile 6]

Arbeitnehmer, die (z. B. wegen der Höhe des Arbeitslohns) von der gesetzlichen Rentenversicherungspflicht befreit sind, sich dort aber freiwillig versichert haben, tragen ihre Beiträge in Zeile 6 ein. Dasselbe gilt für Arbeitnehmeranteile, die im Rahmen einer geringfügigen Beschäftigung (Minijob) vom Arbeitnehmer freiwillig gezahlt wurden (sog. Aufstockungsbeträge; vgl. aber Erläuterungen zu Zeile 10).

 

[Rürup-Verträge Zeile 7]

In Zeile 7 gehören Versicherungsbeiträge für eine private kapitalgedeckte Rentenversicherung, sog. Rürup-Verträge. Derartige Verträge werden nur anerkannt, wenn sie staatlich genehmigt (zertifiziert) sind. 

 

[Minijob Zeile 10]

Haben Sie im Rahmen einer geringfügigen Beschäftigung (450-EUR-Minijob) gearbeitet, müssen Sie im Regelfall aus dieser Tätigkeit keine Arbeitnehmerbeiträge zur Sozialversicherung entrichten. Ihr Arbeitgeber hat jedoch (pauschale) Arbeitgeberanteile gezahlt. Sie haben die Möglichkeit, die Arbeitgeberbeiträge freiwillig um eigene Arbeitnehmerbeiträge aufzustocken, um einen höheren Rentenanspruch zu erwerben. Nur wenn Sie derartige freiwillige Beiträge gezahlt haben (zu erfassen in Zeile 6), müssen Sie den Arbeitgeberanteil in Zeile 10 eintragen. Er verringert den abzugsfähigen Betrag. 

 

 

 

 

[Sonstige Vorsorgeaufwendungen]

Die sonstigen Vorsorgeaufwendungen werden in Kranken- und Pflegepflichtversicherungsbeiträge für eine Grundvorsorge (Basisabsicherung) und andere sonstige Vorsorgeaufwendungen unterteilt.

 

[Basisabsicherung zur Kranken- und Pflegeversicherung Zeilen 12–45]

Die Aufwendungen für die Basisabsicherung (Krankheit und Pflege) sind in voller Höhe abzugsfähig. Voraussetzung für den Abzug bei Zahlungen an private Versicherungen ist, dass Sie Ihrer Krankenkasse nicht untersagt haben, die geleisteten Beiträge der Finanzverwaltung elektronisch zu melden (vgl. auch Zeile 47).

 

Je nachdem, ob Sie in einer gesetzlichen oder einer privaten Kasse krankenversichert sind, müssen Sie die Eintragungen in verschiedenen Vordruckzeilen machen.

 

[In der gesetzlichen Versicherung versicherte Arbeitnehmer, Rentner, Selbstständige Zeilen 12–30]

Die Zeilen 12–30 gelten für Arbeitnehmer, Selbstständige und Rentner, die in der gesetzlichen Krankenkasse pflichtversichert oder freiwillig versichert sind. Tragen Sie die Kranken- und Pflegepflichtversicherungsbeiträge jeweils getrennt ein. Im Krankenversicherungsbeitrag kann ein (nicht begünstigter) Beitragsanteil enthalten sein, aus dem sich ein Anspruch auf Krankengeld ergibt. Dieser führt zu einer pauschalen Kürzung der abziehbaren Beiträge i. H. v. 4 %. Soweit in den Krankenversicherungsbeiträgen derartige Beitragsteile nicht enthalten sind, müssen Sie die Krankenversicherungsbeiträge ein zweites Mal gesondert angeben (Zeile 14), um eine Kürzung zu vermeiden. Beitragsrückerstattungen mindern die abzugsfähigen Beträge und werden gesondert abgefragt (Zeilen 16 und 17). 

 

[Gesetzlich pflichtversicherte Arbeitnehmer Zeilen 12–17]

Die Zeilen 12–17 sind für in der gesetzlichen Krankenkasse pflichtversicherte Arbeitnehmer und für in der gesetzlichen Krankenversicherung freiwillig versicherte Arbeitnehmer, bei denen der Arbeitgeber die Beiträge abführt (sog. Firmenzahler), vorgesehen. Die verlangten Angaben können i. d. R. der Lohnsteuerbescheinigung (Nr. 25, 26) entnommen werden.

 

[Zusatzbeiträge]

In voller Höhe abzugsfähig sind von der Krankenkasse erhobene Zusatzbeiträge (Zeile 13). Ein zusätzlicher Anspruch auf Krankengeld besteht nicht. Deshalb ist hier keine Kürzung um 4 % vorzunehmen. Diese Zusatzbeiträge werden nicht elektronisch übermittelt und tauchen auch nicht auf der Lohnsteuerbescheinigung auf. Sie müssen selbst an die Eintragung denken. Entnehmen Sie die Höhe der Bescheinigung Ihrer Krankenkasse.

 

[Freiwillig gesetzlich versicherte Arbeitnehmer, Selbstständige, RentnerZeilen 18–24]

Die Zeilen 18–24 sind für Arbeitnehmer vorgesehen, die sich freiwillig in der gesetzlichen Krankenversicherung versichert haben, die Beiträge in voller Höhe selbst überweisen und ggf. einen Zuschuss ihres Arbeitgebers auf ihr Konto erhalten (sog. Selbstzahler), sowie für Selbstständige, die sich freiwillig in der gesetzlichen Krankenversicherung versichert haben, und für Rentner. Beiträge, aus denen sich ein Anspruch auf Krankengeld ergibt, müssen gesondert (Zeile 20) eingetragen werden, weil daraus der Kürzungsbetrag von 4 % gerechnet wird. Ebenso sind erstattete Beiträge auszuweisen (Zeilen 22 und 23). Die Betragshöhe kann der Bescheinigung der Krankenkasse entnommen werden; bei Rentnern sind die Beiträge zur Krankenversicherung (Zeile 18) und Pflegeversicherung (Zeile 21) regelmäßig im Rentenbescheid/Rentenbezugsmitteilung ausgewiesen. Rentner zahlen keinen Beitragsteil für Krankengeldanspruch; ihre Beiträge werden nicht um 4 % gekürzt. 

 

Achten Sie als betroffener Arbeitnehmer darauf, dass Sie in den Zeilen 18 und 21 den gesamten von Ihnen gezahlten Versicherungsbeitrag (incl. Teil, den Ihr Arbeitgeber Ihnen steuerfrei erstattet hat) eintragen. Der vom Arbeitgeber erstattete Teil der Kranken- oder Pflegeversicherung (Nr. 24 a/b der Lohnsteuerbescheinigung) ist in die Zeilen 37–39 des Vordrucks anzugeben. Er mindert den abzugsfähigen Betrag (Zeile 18 bzw. 21).

 

[Ausländische Krankenversicherung Zeilen 25–29]

Haben Sie Beiträge in eine ausländische Krankenversicherung, die einer inländischen (Pflicht-)Versicherung vergleichbar ist (nicht Auslandsreisekrankenversicherungen), eingezahlt, können Sie die Beitragsanteile für die Basisabsicherung (ohne Beitragsteile für Krankengeldanspruch und Wahlleistungen) hier eintragen und wie inländische Beiträge geltend machen.

 

[Wahlleistungen Zeile 30]

Sie sind in der gesetzlichen Krankenkasse pflicht- oder freiwillig versicherter Arbeitnehmer, Selbstständiger oder Rentner. Zusätzlich zu den Beiträgen zur gesetzlichen Krankenversicherung (Zeilen 12–24) können Sie alle Beitragsanteile Ihrer Krankenversicherung, die einen Anspruch auf Krankengeld (4 %-Kürzungsanteil) oder Wahl- oder Komfortleistungen begründen, sowie andere zusätzliche Krankenversicherungen (z. B. Auslandsreise- und Krankenhaustagegeldversicherung) hier eintragen. Die Beiträge zu Wahlleistungen sind nur bis zu einer Höchstgrenze abzugsfähig, soweit diese durch die Beiträge zur Basisabsicherung noch nicht erreicht ist (vgl. Anmerkungen zu den Zeilen 46–52).

 

[Private Kranken-/Pflegeversicherungen Zeilen 31–36]

Die Zeilen 31–36 gelten für in privaten Krankenversicherungen Versicherte. Das sind in erster Linie Selbstständige, Beamte und Richter. Kranken- und Pflegepflichtversicherungsbeiträge an private Krankenkassen sind im gleichen Umfang wie gesetzliche Beiträge abzugsfähig, d. h. soweit sie die Basisabsicherung ohne Wahlleistungen abdecken (vgl. Anmerkungen zu den Zeilen 12–30) in voller Höhe, soweit sie Wahlleistungen oder einen Anspruch auf Krankengeld abdecken nur begrenzt. Aus der Bescheinigung Ihrer Krankenversicherungsgesellschaft können Sie die Beitragsteile, die jeweils auf Basis- bzw. auf Wahlleistungen entfallen, entnehmen. Der unbegrenzte Kostenabzug für Basisbeiträge ist nur möglich, wenn Sie der Datenübermittlung von Ihrer Krankenkasse an die Finanzbehörden nicht widersprochen haben. Rückerstattete Beiträge sind gesondert anzugeben, denn sie mindern den abzugsfähigen Betrag (Zeile 33). Steuerfreie Zuschüsse Dritter, z. B. der Rentenversicherungsanstalt bei pensionierten Beamten, die für eine frühere Tätigkeit auch in der gesetzlichen Rentenversicherung versichert waren, gehören in Zeile 34. In Zeile 35 sind die Beitragsteile der Krankenversicherung zu erfassen, die nicht der Basisabsicherung dienen (Krankengeldanspruch, Wahlleistungen). In Zeile 36 erfassen Sie Beiträge zu einer freiwilligen zusätzlichen Pflegeversicherung.

 

[Andere Personen, geschiedene oder dauernd getrennt lebende Ehegatten Zeilen 40–45]

Kranken- und Pflegepflichtversicherungsbeiträge für andere Personen (z. B. Eltern) können Sie hier eintragen, wenn Sie Versicherungsnehmer sind, d. h. die Beiträge selbst schulden und bezahlt haben. Kranken- und Pflegepflichtversicherungsbeiträge für die Basisabsicherung Ihres eingetragenen Lebenspartners tragen Sie bei Antrag auf Zusammenveranlagung immer in die Spalten Ehemann/Ehefrau ein. Wird auf Antrag eine Einzelveranlagung von Ehegatten durchgeführt, können Sie die Beiträge als Sonderausgaben abziehen, wenn Sie Versicherungsnehmer sind, d. h. laut Versicherungsvertrag verpflichtet sind, die Beiträge zu zahlen. Erstattete Beiträge mindern den Abzug. Beiträge für den getrennt lebenden oder geschiedenen Ehegatten/Lebenspartner sind hier nicht einzutragen. Diese werden bei der Einkommensteuerveranlagung des Ehegatten als Sonderausgabe abgezogen. Haben Sie die Aufwendungen getragen, können Sie diese evtl. als Unterhaltsleistungen (Zeilen 40, 41 des Hauptvordrucks oder über die Anlage Unterhalt) steuerlich geltend machen.

 

[Kinder]

Ein Sonderausgabenabzug ist auch für Beiträge von Kindern, die bei Ihnen steuerlich nicht mehr berücksichtigt werden können (z. B. Kinder älter als 25 Jahre) möglich. Dies gilt aber nur, wenn Sie selbst Versicherungsnehmer sind. Wegen Beiträgen für ein bei Ihnen steuerlich nicht mehr berücksichtigungsfähiges Kind, das selbst Versicherungsnehmer ist, prüfen Sie eine Eintragung in der Anlage Unterhalt.

 

Praxis-Tipp: Kranken- und Pflegepflichtversicherungsbeiträge für Kinder mit Anspruch auf Kindergeld
Kranken- und Pflegepflichtversicherungsbeiträge für Kinder, die bei Ihnen steuerlich berücksichtigt werden, können Sie auf der Anlage Kind (Zeilen 31–37) als Sonderausgaben geltend machen, wenn Sie Versicherungsnehmer sind oder Sie dem Kind als Versicherungsnehmer die Beiträge ersetzt haben.

 

 

[Weitere sonstige Vorsorgeaufwendungen Zeilen 46–52 und Zeile 11]

Für sämtliche sonstigen Vorsorgeaufwendungen (Kranken-, Pflege- und andere Versicherungen) gibt es insgesamt einen Höchstbetrag. Dieser beträgt 2.800 oder 1.900 EUR je Person. Liegen die Aufwendungen für die Basiskranken- und Pflegepflichtversicherung über dem Höchstbetrag, können diese Aufwendungen trotzdem in voller Höhe abgezogen werden. Andere Versicherungsaufwendungen (z. B. zu Arbeitslosen-, Haftpflicht- oder Unfallversicherungen) wirken sich dann aber steuerlich nicht mehr aus. Derartige Aufwendungen kommen deshalb nur zum Abzug, wenn mit den Beiträgen zur Basiskranken- und Pflegepflichtversicherung der Höchstbetrag noch nicht erreicht ist. Die Aufwendungen zu den anderen Versicherungen können dann noch in Höhe des Unterschiedsbetrags zwischen dem Höchstbetrag und den Beiträgen zur Basiskranken- und Pflegepflichtversicherung steuermindernd berücksichtigt werden.

 

Der Höchstbetrag von 1.900 EUR kommt zur Anwendung, wenn Sie

 

  • steuerfreie Zuschüsse zu Ihren Krankenversicherungsbeiträgen erhalten haben (z. B. steuerfreier Arbeitgeberzuschuss zur Sozialversicherung oder Zuschuss der gesetzl. Rentenversicherung zur Krankenversicherung des Rentners), oder
  • ganz oder teilweise Anspruch auf Erstattung oder Übernahme von Krankheitskosten haben, ohne dafür eigene Beiträge entrichten zu müssen (z. B. Beihilfeanspruch von Beamten, Richtern, Berufssoldaten und Geistlichen).

 


In diesen Fällen tragen Sie bitte in Zeile 11 eine "1" ein.

 

Der Höchstbetrag von 2.800 EUR (Eintragung "2" in Zeile 11) kommt in allen anderen Fällen zur Anwendung. Eine "2" tragen Personen ein, die ihre Beiträge zur Krankenversicherung allein zahlen (z. B. Selbstständige, Gewerbetreibende, Freiberufler).

 

Bei Ehegatten werden die Höchstbeträge getrennt ermittelt. Für in der gesetzlichen Krankenversicherung mitversicherte nicht berufstätige Ehegatten ist in Zeile 11 eine "1" einzutragen, weil diese als Mitversicherte (Familienversicherung) einen eigenen Anspruch auf Kostenerstattung haben.

 

Bei Beamten hat der nicht berufstätige Ehegatte einen mittelbaren Beihilfeanspruch im Krankheitsfall. In diesem Fall ist auch eine "1" einzutragen. Die frühere Auffassung der Finanzverwaltung, dass der nicht berufstätige Ehegatte eines Beamten keinen Beihilfeanspruch hat, hat der BFH verworfen (BFH, Urteil v. 23.1.2013, X R 43/09, BFH/NV 2013 S. 826).


Praxis-Tipp: Grundsätzlich alle Versicherungsbeiträge vollständig eintragen
Tragen Sie sämtliche Versicherungsbeiträge auch dann ein, wenn Ihre Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge den Höchstbetrag übersteigen. Denn zusätzlich erfolgt von Amts wegen eine Günstigerprüfung, ob sich nach der bis 2004 geltenden Rechtslage ein höherer Sonderausgabenabzug ergibt. Dabei werden alle Versicherungsbeiträge einbezogen. Außerdem sind zwischenzeitlich beim BVerfG Verfassungsbeschwerden anhängig, mit denen die Beschwerdeführer den unbeschränkten Sonderausgabenabzug weiterer Versicherungsbeiträge (z. B. Beiträge zur Arbeitslosenversicherung) begehren.

 

 

[Arbeitslosenversicherungen Zeilen 46, 48]

Tragen Sie als Arbeitnehmer die im gesetzlichen Arbeitnehmeranteil zur Sozialversicherung enthaltenen Beiträge zur Arbeitslosenversicherung (Nr. 27 der Lohnsteuerbescheinigung) ein. Haben Sie eine freiwillige (private) Arbeitslosenversicherung abgeschlossen, gehören die Beiträge in Zeile 48.

 

[Kranken/Pflegeversicherung Zeile 47]

Haben Sie der elektronischen Übermittlung Ihrer Kranken- und Pflegepflichtversicherungsbeiträge an die Finanzverwaltung widersprochen, sind auch Ihre Beiträge für die Basisabsicherung nur bis zum Höchstbetrag abzugsfähig und hier einzutragen (Zeile 47). 

 

[Berufs-/Erwerbsunfähigkeits-, Unfall-, Haftpflicht, Risikoversicherungen Zeilen 49, 50]

Hier erfassen Sie Beiträge zu einer freiwilligen privaten Berufs- und Erwerbsunfähigkeitsversicherung (ohne Rürup-Versicherung). Zu den Unfallversicherungen zählen alle Arten von privaten Unfallversicherungen (z. B. Kfz-Insassenunfallversicherung). Zu den Haftpflichtversicherungen gehören Beiträge zu einer Privathaftpflicht- genauso wie eine Kfz- oder eine Tierhalterhaftpflichtversicherung. Auch die Beiträge zur Grundstückshaftpflichtversicherung des zu eigenen Wohnzwecken genutzten Grundstücks können Sie hier eintragen. Haben Sie zur Absicherung für den Unterhalt von Kindern und Ehepartner eine Risikolebensversicherung abgeschlossen, so sind die Beiträge auch in Zeile 50 anzugeben.

Praxis-Tipp: Bestimmte Versicherungsbeiträge sind Betriebsausgaben bzw. Werbungskosten
Stehen die vorgenannten Versicherungsbeiträge im Zusammenhang mit der Erzielung von Einkünften (z. B. Berufshaftpflicht, Haftpflicht für das vermietete Grundstück), sind die Beiträge als Betriebsausgaben oder Werbungskosten und nicht als Sonderausgaben abziehbar. Beiträge zu Unfallversicherungen, die auch berufliche bzw. betriebliche Unfälle einbeziehen, können pauschal zur Hälfte als Werbungskosten (Zeilen 46–48 der Anlage N) oder Betriebsausgaben der Höhe nach unbegrenzt steuerlich abgezogen werden. Eine betriebliche bzw. berufliche Haftpflichtversicherung wird ebenfalls bei den der Höhe nach unbegrenzt abzugsfähigen Werbungskosten (Zeilen 46–48 der Anlage N) bzw. den Betriebsausgaben erfasst.

 

 

Zu den abzugsfähigen Risikoversicherungen zählen neben der Risikolebensversicherung auch Beiträge zu Witwen-, Waisen- und Sterbekassen. 

 

Nicht begünstigt sind Sachversicherungen wie z. B. Kfz-Kaskoversicherungen, Versicherungen gegen Elementarschäden, Diebstahl-, Hausrat- sowie Rechtsschutzversicherungen (Anteil auf Arbeitsrechtsschutz sind Werbungskosten).

 

[Rentenversicherungen mit Laufzeitbeginn vor 2005 Zeilen 51, 52]

Renten- und Kapitallebensversicherungen sind hier nur eintragungsfähig, wenn der Versicherungsvertrag vor 2005 abgeschlossen wurde und die erste Beitragszahlung vor diesem Zeitpunkt erfolgt ist.

 

[Rentenversicherungen mit Kapitalwahlrecht Zeile 51]

In Zeile 51 tragen Sie Rentenversicherungen (mit Laufzeitbeginn vor 2005) ein, die für die Auszahlung der Versicherungsleistung ein Kapitalwahlrecht (Einmalauszahlung oder regelmäßige Zahlungen) vorsehen. Darunter fallen regelmäßig Kapitallebensversicherungen (mit mindestens zwölfjähriger Laufzeit). Begünstigt sind aber auch Ausbildungs-, Aussteuer- und Erbschaftsteuerversicherungen. Nicht begünstigt sind Lebensversicherungen, für die Sie vermögenswirksame Leistungen erhalten.

 

[Rentenversicherungen ohne Kapitalwahlrecht Zeile 52]

In Zeile 52 gehören Renten- und Lebensversicherungen (mit Laufzeitbeginn vor 2005), bei denen die Auszahlung nicht in einem Betrag, sondern regelmäßig in Form einer regelmäßigen Zahlung ("Rente") erfolgt.

Ergänzende Angaben zu Vorsorgeaufwendungen

[Beamte, GmbH-Gesellschafter-Geschäftsführer Zeilen 53–58]

Die Angaben sind für die Höhe des steuerlichen Abzugs von Vorsorgeaufwendungen (Versicherungen) im Rahmen der Günstigerprüfung nach der alten Rechtslage vor 2005 und für die Berechnung von Altersvorsorgeaufwendungen (Zeilen 4–10) von Bedeutung. Eintragungen sind bei Beamten (Zeilen 53, 56, 57) und bei beherrschenden Gesellschafter-Geschäftsführern (Beteiligung > 50 %) mit Anwartschaft auf eine Altersversorgung ohne eigene Beitragsleistung, die sozialversicherungsrechtlich als Selbstständige behandelt werden, erforderlich.

 

Checkliste Anlage Vorsorgeaufwand

 


Folgende Abzugsmöglichkeit geprüft? Vgl. Ausfüllhinweise zur Zeile!

 

Haben Sie an alle Versicherungen gedacht?
(Privat-, Kfz-, Tierhalterhaftpflichtversicherung, Kfz-Insassenunfallversicherung, Reisekrankenversicherung)

Abzugsfähig sind auch Abschlussgebühren und Versicherungsteuer (Zeilen 46–52).

 

Tragen Sie (auch als Arbeitnehmer) zur Sicherheit alle Ihre Versicherungsbeiträge ein, denn es wird, anders als beim Lohnsteuerabzug, bei der Steuerveranlagung keine Vorsorge­pauschale mehr berücksichtigt.

 

 

Sie haben Krankenversicherungsbeiträge für Ihre Kinder, Ihren geschiedenen Ehe­gatten oder einen bedürftigen Angehörigen bezahlt bzw. deren Kosten ersetzt?

 

Die entsprechenden Eintragungen sind, je nachdem, wer Versicherungsnehmer ist und um welche Person es sich handelt, auf unterschiedlichen Formularen (Anlage Vorsorgeaufwand, Anlage Kind, Anlage Unterhalt, Hauptvordruck) zu machen.