Ausfüllhilfe für Anlage Vorsorgeaufwand

(Vorsorgeaufwendungen)

 

Hier finden Sie Erläuterungen für jede Zeile der Anlage Vorsorgeaufwand. Außerdem können Sie die Anlage Vorsorgeaufwand hier herunterladen (als pdf). Wir empfehlen Ihnen allerdings, die Steuererklärung mit einer professionellen Steuersoftware zu erstellen.

 

Welche Steuersoftware für Ihre Anforderungen am besten geeignet ist, erfahren Sie in unserem Steuersoftware-Test.

 

Hier geht's zum Steuersoftware-Test

 

 

In diesem Beitrag erfahren Sie:

 

 

Darüber hinaus finden Sie auf steuern.de zu diesem Teil Ihrer Steuererklärung auch die kostenlosen Gestaltungshinweise unserer Steuerexperten.

Wann Sie die Anlage Vorsorgeaufwand ausfüllen müssen

Anlage Vorsorgeaufwand ist für bestimmte Versicherungen erforderlich

 

Die Anlage Vorsorgeaufwand benötigen Sie, wenn Sie im Gesetz abschließend aufgezählte Vorsorgeaufwendungen (Versicherungsbeiträge) als Sonderausgaben steuermindernd geltend machen wollen. Ehegatten, die zusammenveranlagt werden, geben eine gemeinsame Anlage Vorsorgeaufwand ab.

 

Für Beiträge zu Riester-Verträgen benötigen Sie die Anlage AV.

 

 [Überblick]

 

Seite 1

 

(Alters-)Vorsorgeaufwendungen (Zeilen 4–10)

 

Hier sind alle Versicherungsbeiträge zu erfassen, aus denen sich ein späterer Rentenanspruch ergibt, z. B. der gesetzliche Arbeitnehmer- und Arbeitgeberanteil zur gesetzlichen Rentenversicherung oder Einzahlungen in private (Rürup-)Rentenversicherungen oder berufsständische Versorgungseinrichtungen.

 

Seiten 1 und 2

 

Kranken- und Pflegeversicherungen (Zeilen 11–45)

 

Die Beiträge sind, je nachdem, ob Sie in einer gesetzlichen Krankenversicherung pflicht- oder freiwillig versichert sind (z. B. Arbeitnehmer, bzw. Selbstständige oder Rentner im Ausland) oder einer privaten Krankenversicherung (z. B. Beamte, Richter, Selbstständige) angehören, in unterschiedlichen Zeilen einzutragen. Mitglieder der gesetzlichen Versicherung können die Beiträge im Regelfall ihrer Lohnsteuerbescheinigung bzw. ihrem Rentenbescheid entnehmen, privat Versicherte der Mitteilung ihrer Krankenversicherung. Hier können Sie auch die Krankenversicherungsbeiträge für andere Personen (z. B. nicht bei Ihnen berücksichtigungsfähige Kinder oder Eltern) eintragen, wenn Sie der Versicherungsnehmer sind.

 

Seite 2

 

Weitere sonstige Vorsorgeaufwendungen (Zeilen 46–52)

Tragen Sie hier alle anderen begünstigten Versicherungsbeiträge, z. B. für Arbeitslosen-, Haftpflicht-, Unfall-, Risiko- oder Berufsunfähigkeitsversicherungen ein.

 

Ergänzende Angaben (Zeilen 53–58)

Die Eintragungen haben Bedeutung für die Berechnung der abzugsfähigen Altersvorsorgeaufwendungen und eine Günstigerprüfung nach der Rechtslage 2004 die vom Amts wegen durchgeführt und immer noch angewandt wird, wenn sie zu einem höheren Abzug führt.

 

 


[Sonderausgaben]

Vorsorgeaufwendungen (Versicherungen) gehören zu den Sonderausgaben. 

Das eBook zur Steuererklärung:

Das steuern.de eBook Steuererklärung spart Zeit und Geld - hier finden Sie Tipps & Infos für Ihre Steuererklärung:

 

kostenlose Leseprobe herunterladen

 

eBook Steuererklärung kaufen

Diese Vorsorgeaufwendungen werden steuerlich berücksichtigt

Die steuerlich abzugsfähigen Vorsorgeaufwendungen (Versicherungen) werden in Altersvorsorgeaufwendungen (Zeilen 4–10) und die sonstigen Vorsorgeaufwendungen (ab Zeile 11) unterteilt. Die Aufteilung ist notwendig wegen der unterschiedlichen steuerlichen Berücksichtigung. Die sonstigen Vorsorgeaufwendungen werden nochmals in «Basis»-Kranken- sowie Pflegepflichtversicherungsbeiträge einerseits und andere Versicherungsbeiträge andererseits gegliedert. Zusätzlich können noch Beiträge zu einer Riester-Rentenversicherung (Anlage AV) steuerlich berücksichtigt werden.

 

[Altersvorsorgeaufwendungen Zeilen 4–10]

Zu den Altersvorsorgeaufwendungen gehören die Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung (bei Arbeitnehmern), zu landwirtschaftlichen Alterskassen, zu berufsständischen Versorgungswerken (bei Arbeitnehmern und Selbstständigen) und privaten kapitalgedeckten Rentenversicherungen (sog. Rürup-Versicherungen).

 

[Gesetzliche Rentenversicherung Zeilen 4, 9,10]

Arbeitnehmer, die in der gesetzlichen Sozialversicherung versichert sind, tragen in Zeile 4 den Arbeitnehmeranteil zur gesetzlichen Rentenversicherung (ersichtlich aus Nr. 23 a/b der Lohnsteuerbescheinigung), ggf. getrennt für die Ehegatten ein. In Zeile 9 gehört der Arbeitgeberanteil zur gesetzlichen Rentenversicherung (Nr. 22a/b der Lohnsteuerbescheinigung).

 

[Landwirtschaftliche Altersklassen und berufsständische Versorgungseinrichtung Zeile 5]

Beiträge zu berufsständischen Versorgungseinrichtungen (Pflichtversicherung für Freiberufler z. B. angestellte und selbstständig tätige Ärzte, Apotheker, Architekten etc.) sind hier einzutragen, wenn die Einrichtung den gesetzlichen Rentenversicherungen vergleichbare Leistungen erbringt. Die entsprechenden steuerfreien Arbeitgeberzuschüsse (Nr. 22b der Lohnsteuerbescheinigung) sind von den Gesamtaufwendungen abzuziehen.

 

[Freiwillige gesetzliche Rentenversicherung, einschließlich Minijob-Beiträge Zeile 6]

Arbeitnehmer, die (z. B. wegen der Höhe des Arbeitslohns) von der gesetzlichen Rentenversicherungspflicht befreit sind, sich dort aber freiwillig versichert haben, tragen ihre Beiträge in Zeile 6 ein. Dasselbe gilt für Arbeitnehmeranteile, die im Rahmen einer geringfügigen Beschäftigung (Minijob) vom Arbeitnehmer freiwillig gezahlt wurden (sog. Aufstockungsbeträge; vgl. aber Erläuterungen zu Zeile 10).

 

[Erstattete Beiträge und steuerfreie Zuschüsse  Zeile 7] 

Hier sind die erstatteten Beiträge und/oder steuerfreien Zuschüsse zu den in den Zeilen 4 bis 6 zu erklärenden Beiträgen einzutragen. Ausgenommen sind die direkt von den Beiträgen laut Zeile 8 abzuziehenden Zuschüsse zu zertifizierten Basisrentenverträgen und Arbeitgeberanteile/-zuschüsse laut den Zeilen 9 und 10. 

 

[Rürup-Verträge Zeile 8]

In Zeile 7 gehören Versicherungsbeiträge für eine private kapitalgedeckte Rentenversicherung, sog. Rürup-Verträge. Derartige Verträge werden nur anerkannt, wenn sie staatlich genehmigt (zertifiziert) sind. Der Sonderausgabenabzug setzt voraus, dass Sie gegenüber Ihrem Anbieter des Basisrentenvertrags eingewilligt haben, dass dieser Ihre Vertragsdaten und die Höhe Ihrer Beiträge unter Angabe Ihrer Identifikationsnummer der Zentralen Stelle für Altersvorsorge übermittelt. Die Einwilligung gilt auch für die nachfolgenden Beitragsjahre. 

 

[Minijob Zeile 10]

Haben Sie im Rahmen einer geringfügigen Beschäftigung (450-EUR-Minijob) gearbeitet, müssen Sie im Regelfall aus dieser Tätigkeit keine Arbeitnehmerbeiträge zur Sozialversicherung entrichten. Ihr Arbeitgeber hat jedoch (pauschale) Arbeitgeberanteile gezahlt. Sie haben die Möglichkeit, die Arbeitgeberbeiträge freiwillig um eigene Arbeitnehmerbeiträge aufzustocken, um einen höheren Rentenanspruch zu erwerben. Nur wenn Sie derartige freiwillige Beiträge gezahlt haben (zu erfassen in Zeile 6), müssen Sie den Arbeitgeberanteil in Zeile 10 eintragen. Er verringert den abzugsfähigen Betrag. 

  

[Sonstige Vorsorgeaufwendungen → Zeilen 11-52]

Die sonstigen Vorsorgeaufwendungen werden in Kranken- und Pflegepflichtversicherungsbeiträge für eine Grundvorsorge (Basisabsicherung) und andere sonstige Vorsorgeaufwendungen unterteilt.

 

[Höchstbetrag für Basisabsicherung und andere sonstige Vorsorgeaufwendungen  Zeile 11]

Für sämtliche sonstigen Vorsorgeaufwendungen (Kranken-, Pflege- und andere Versicherungen) gibt es insgesamt einen Höchstbetrag. Dieser beträgt 2.800 EUR oder 1.900 EUR je Person.

Die Aufwendungen für die Basisabsicherung (Basiskranken- und Pflegepflichtversicherung) sind immer in voller Höhe abzugsfähig, auch soweit sie über dem Höchstbetrag liegen. Voraussetzung für den Abzug der Zahlungen ist, dass Sie in die elektronische Datenübermittlung durch die Versicherung eingewilligt oder dieser nicht widersprochen haben (vgl. auch Zeile 47).

 

Aufwendungen für andere sonstige Vorsorgeaufwendungen sind nur abziehbar, soweit der Höchstbetrag für Vorsorgeaufwendungen noch nicht durch die Basisabsicherung verbraucht ist.

 

Der Höchstbetrag von 1.900 EUR kommt zur Anwendung, wenn Sie

 

  • steuerfreie Zuschüsse zu Ihren Krankenversicherungsbeiträgen erhalten haben (z. B. steuerfreier Arbeitgeberzuschuss zur Sozialversicherung oder Zuschuss der gesetzl. Rentenversicherung zur Krankenversicherung des Rentners), oder
  • ganz oder teilweise Anspruch auf Erstattung oder Übernahme von Krankheitskosten haben, ohne dafür eigene Beiträge entrichten zu müssen (z. B. Beihilfeanspruch von Beamten, Richtern, Berufssoldaten und Geistlichen).

 


In diesen Fällen tragen Sie bitte in Zeile 11 eine "1" ein.

 

Der Höchstbetrag von 2.800 EUR (Eintragung "2" in Zeile 11) kommt in allen anderen Fällen zur Anwendung. Eine "2" tragen Personen ein, die ihre Beiträge zur Krankenversicherung allein zahlen (z. B. Selbstständige, Gewerbetreibende, Freiberufler).

 

Bei Ehegatten werden die Höchstbeträge getrennt ermittelt. Für in der gesetzlichen Krankenversicherung mitversicherte nicht berufstätige Ehegatten ist in Zeile 11 eine "1" einzutragen, weil diese als Mitversicherte (Familienversicherung) einen eigenen Anspruch auf Kostenerstattung haben.

 

Bei Beamten hat der nicht berufstätige Ehegatte einen mittelbaren Beihilfeanspruch im Krankheitsfall. In diesem Fall ist auch eine "1" einzutragen. Die frühere Auffassung der Finanzverwaltung, dass der nicht berufstätige Ehegatte eines Beamten keinen Beihilfeanspruch hat, hat der BFH verworfen (BFH, Urteil v. 23.1.2013, X R 43/09, BFH/NV 2013 S. 826).

 

 

Praxis-Tipp: Grundsätzlich alle Versicherungsbeiträge vollständig eintragen
Tragen Sie sämtliche Versicherungsbeiträge auch dann ein, wenn Ihre Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge den Höchstbetrag übersteigen. Denn zusätzlich erfolgt von Amts wegen eine Günstigerprüfung, ob sich nach der bis 2004 geltenden Rechtslage ein höherer Sonderausgabenabzug ergibt. Dabei werden alle Versicherungsbeiträge einbezogen. Außerdem sind zwischenzeitlich beim BVerfG Verfassungsbeschwerden anhängig, mit denen die Beschwerdeführer den unbeschränkten Sonderausgabenabzug weiterer Versicherungsbeiträge (z. B. Beiträge zur Arbeitslosenversicherung) begehren.

 

 

[Gesetzlich pflichtversicherte Arbeitnehmer und Firmenzahler Zeilen 12–16]

Die Zeilen 12–16 sind für in der gesetzlichen Krankenkasse pflichtversicherte Arbeitnehmer und für in der gesetzlichen Krankenversicherung freiwillig versicherte Arbeitnehmer, bei denen der Arbeitgeber die Beiträge abführt (sog. Firmenzahler), vorgesehen. Die verlangten Angaben können i. d. R. der Lohnsteuerbescheinigung (Nr. 25, 26) entnommen werden.

Mit den Beiträgen zur gesetzlichen Krankenversicherung (Zeile 12, Eintragung 100 %) erlangt der Steuerpflichtige grundsätzlich einen Anspruch auf Krankengeld. Dieser gehört nicht zur Basisabsicherung und führt zu einer pauschalen Kürzung der abziehbaren Beiträge i.H.v. 4 % im Rahmen der Veranlagung.

 

Soweit in den Krankenversicherungsbeiträgen Beitragsteile enthalten sind, die keinen Anspruch auf Krankengeld begründen, (z.B. bei Bezug einer Betriebsrente, bei pflichtversicherten Praktikanten, Studenten, Erwerbslosen, Personen in Elternzeit oder die Elterngeld beziehen), müssen Sie diese entsprechenden Krankenversicherungsbeiträge ein zweites Mal angeben (Zeile 13), um eine Kürzung zu vermeiden.

 

Beitragsrückerstattungen mindern die abzugsfähigen Beträge des laufenden Jahres und werden gesondert abgefragt (Zeilen 15 und 16).

 

Einzelne Krankenkassen erheben von ihren Mitgliedern einen individuellen einkommensabhängigen Zusatzbeitrag zur gesetzlichen Krankenversicherung. Dieser gehört zu den begünstigten Aufwendungen der Basisvorsorge. Bei sozialversicherungspflichtigen Arbeitnehmern und Firmenzahlern wird der Zusatzbeitrag vom Arbeitgeber einbehalten und elektronisch der Finanzbehörde gemeldet. Er ist bereits in Zeile 12 enthalten.

Beiträge zu Wahlleistungen oder Zusatzversicherungen in der gesetzlichen Krankenversicherung gehören in die Zeile 23.

 

[Freiwillig gesetzlich versicherte Arbeitnehmer, Selbstständige, RentnerZeilen 17–22]

In die Zeilen 17–22 tragen Rentner ihre selbst gezahlten Beiträge ein. Bei Rentnern sind die Beiträge zur Krankenversicherung (Zeile 17) und Pflegeversicherung (Zeile 19) regelmäßig im Rentenbescheid/in der Rentenbezugsmitteilung ausgewiesen.

Die Zeilen 17–22 sind für Arbeitnehmer vorgesehen, die sich freiwillig in der gesetzlichen Krankenversicherung versichert haben, die Beiträge in voller Höhe selbst überweisen und ggf. einen Zuschuss ihres Arbeitgebers auf ihr Konto erhalten (sog. Selbstzahler), sowie für Selbstständige, die sich freiwillig in der gesetzlichen Krankenversicherung versichert haben, und für pflichtversicherte Künstler. Ein unbegrenzter Abzug für Basisbeiträge zur Kranken- und sozialen Pflegeversicherung ist nur möglich, wenn in die elektronische Datenübermittlung der Krankenkasse eingewilligt oder dieser nicht widersprochen wurde. In die Zeile 17 gehört auch der Zusatzbeitrag.


Beiträge, aus denen sich ein Anspruch auf Krankengeld ergibt, müssen gesondert in Zeile 18 eingetragen werden, weil daraus der Kürzungsbetrag von 4 % gerechnet wird. Rentner mit ungekürzter Altersrente haben keinen Krankengeldanspruch; ihre Beiträge werden nicht um 4 % gekürzt.

Ebenso sind erstattete Beiträge auszuweisen (Zeilen 20 und 21). Die Erstattungshöhe kann der Bescheinigung der Krankenkasse entnommen werden.  

Achten Sie als betroffener Arbeitnehmer darauf, dass Sie in den Zeilen 17 und 19 den gesamten von Ihnen gezahlten Versicherungsbeitrag (inkl. Teil, den Ihr Arbeitgeber Ihnen steuerfrei erstattet hat) eintragen. Der vom Arbeitgeber erstattete Teil der Kranken- oder Pflegeversicherung (Nr. 24 a/b der Lohnsteuerbescheinigung) ist in die Zeilen 37–39 des Vordrucks anzugeben. Er mindert den abzugsfähigen Betrag (Zeile 17 bzw. 19).

 

[Wahlleistungen → Zeile 23]

Sie sind in der gesetzlichen Krankenkasse pflicht- oder freiwillig versicherter Arbeitnehmer, Selbstständiger oder Rentner. Zusätzlich zu den Beiträgen zur gesetzlichen Krankenversicherung (Zeilen 12–22) können Sie alle darüber hinausgehenden Beitragsanteile für Wahl- oder Komfortleistungen sowie für andere zusätzliche Krankenversicherungen (z.B. Auslandsreise- und Krankenhaustagegeldversicherung) hier eintragen. Diese Beiträge sind nur begrenzt abzugsfähig (vgl. Anmerkungen zu den Zeilen 46–52). 

 

[Private Kranken-/Pflegeversicherungen Zeilen 24-29]

Die Zeilen 24-29 gelten für in privaten Krankenversicherungen Versicherte. Das sind in erster Linie Selbstständige, Beamte und Richter. Kranken- und Pflegepflichtversicherungsbeiträge an private Krankenkassen sind im gleichen Umfang wie gesetzliche Beiträge abzugsfähig, d. h. soweit sie die Basisabsicherung ohne Wahlleistungen abdecken (vgl. Anmerkungen zu den Zeile 11) in voller Höhe, soweit sie Wahlleistungen oder einen Anspruch auf Krankengeld abdecken nur begrenzt. Aus der Bescheinigung Ihrer Krankenversicherungsgesellschaft können Sie die Beitragsteile, die jeweils auf Basis- bzw. auf Wahlleistungen entfallen, entnehmen. Der unbegrenzte Kostenabzug für Basisbeiträge ist nur möglich, wenn Sie der Datenübermittlung von Ihrer Krankenkasse an die Finanzbehörden nicht widersprochen haben. Rückerstattete Beiträge sind gesondert anzugeben, denn sie mindern den abzugsfähigen Betrag (Zeile 26). Steuerfreie Zuschüsse Dritter, z. B. der Rentenversicherungsanstalt bei pensionierten Beamten, die für eine frühere Tätigkeit auch in der gesetzlichen Rentenversicherung versichert waren, gehören in Zeile 27. In Zeile 28 sind die Beitragsteile der Krankenversicherung zu erfassen, die nicht der Basisabsicherung dienen (Krankengeldanspruch, Wahlleistungen). In Zeile 29 erfassen Sie Beiträge zu einer freiwilligen zusätzlichen Pflegeversicherung.

 

[Ausländische Krankenversicherung → Zeilen 31-36]

Haben Sie Beiträge in eine ausländische Krankenversicherung, die einer inländischen (Pflicht-)Versicherung vergleichbar ist (nicht Auslandsreisekrankenversicherungen), eingezahlt, können Sie die Beitragsanteile für die Basisabsicherung (ohne Beitragsteile für Krankengeldanspruch und Wahlleistungen) hier eintragen und wie inländische Beiträge geltend machen. 

Kranken- und Pflegepflichtversicherungsbeiträge für andere Personen (z. B. Eltern) können Sie hier eintragen, wenn Sie Versicherungsnehmer sind, d. h. die Beiträge selbst schulden und bezahlt haben. Haben Sie für mehr als eine Person als Versicherungsnehmer entsprechende Beiträge geleistet, machen Sie die Angaben bitte in einer formlosen Anlage mit der Überschrift „Ergänzende Angaben zur Steuererklärung“ und tragen in Zeile 98 des Hauptvordrucks eine „1“ ein.

Zahlen Sie Basiskranken- und Pflegeversicherungsbeiträge für ein bei Ihnen steuerlich nicht mehr berücksichtigungsfähiges Kind oder z.B. für einen Elternteil und sind diese selbst Versicherungsnehmer, erfolgt die Eintragung in der Anlage Unterhalt prüfen.

 

[Andere Personen, geschiedene oder dauernd getrennt lebende Ehegatten → Zeilen 40–45]

Beiträge für den getrennt lebenden oder geschiedenen Ehegatten/Lebenspartner sind hier nicht einzutragen. Diese werden bei der Einkommensteuerveranlagung des Ehegatten als Sonderausgabe abgezogen. Haben Sie die Aufwendungen getragen, können Sie diese evtl. als Unterhaltsleistungen (Zeilen 40, 41 des Hauptvordrucks oder über die Anlage Unterhalt) steuerlich geltend machen.

 

 

Eigene Kranken- und Pflegepflichtversicherungsbeiträge für Kinder mit Anspruch auf Kindergeld 
Kranken- und Pflegepflichtversicherungsbeiträge für Kinder, die bei Ihnen steuerlich berücksichtigt werden, können Sie auf der Anlage Kind (Zeilen 31–37) als Sonderausgaben geltend machen, wenn Sie dem Kind (Versicherungsnehmer) die Beiträge ersetzt haben.

  

 

[Arbeitslosenversicherungen Zeilen 46, 48]

Tragen Sie als Arbeitnehmer die im gesetzlichen Arbeitnehmeranteil zur Sozialversicherung enthaltenen Beiträge zur Arbeitslosenversicherung (Nr. 27 der Lohnsteuerbescheinigung) ein. Haben Sie eine freiwillige (private) Arbeitslosenversicherung abgeschlossen, gehören die Beiträge in Zeile 48.

 

[Kranken/Pflegeversicherung, fehlende Zustimmung zur elektronischen Meldung Zeile 47]

Haben Sie der elektronischen Übermittlung Ihrer Kranken- und Pflegepflichtversicherungsbeiträge an die Finanzverwaltung widersprochen, sind auch Ihre Beiträge für die Basisabsicherung nur bis zum Höchstbetrag abzugsfähig und hier einzutragen (Zeile 47). 

 

[Berufs-/Erwerbsunfähigkeits-, Unfall-, Haftpflicht, Risikoversicherungen Zeilen 49, 50]

In Zeile 49 erfassen Sie Beiträge zu einer freiwilligen privaten Berufs- und Erwerbsunfähigkeitsversicherung (ohne Rürup-Versicherung). Zu den Unfallversicherungen zählen alle Arten von privaten Unfallversicherungen (Zeile 50) (z. B. Kfz-Insassenunfallversicherung). Zu den Haftpflichtversicherungen gehören Beiträge zu einer Privathaftpflicht- genauso wie eine Kfz- oder eine Tierhalterhaftpflichtversicherung. Auch die Beiträge zur Grundstückshaftpflichtversicherung des zu eigenen Wohnzwecken genutzten Grundstücks können Sie hier eintragen. Haben Sie zur Absicherung für den Unterhalt von Kindern und Ehepartner eine Risikolebensversicherung abgeschlossen, so sind die Beiträge auch in Zeile 50 anzugeben.

 

Praxis-Tipp: Bestimmte Versicherungsbeiträge sind Betriebsausgaben bzw. Werbungskosten
Stehen die vorgenannten Versicherungsbeiträge im Zusammenhang mit der Erzielung von Einkünften (z. B. Berufshaftpflicht, Haftpflicht für das vermietete Grundstück), sind die Beiträge als Betriebsausgaben oder Werbungskosten und nicht als Sonderausgaben abziehbar. Beiträge zu Unfallversicherungen, die auch berufliche bzw. betriebliche Unfälle einbeziehen, können pauschal zur Hälfte als Werbungskosten (Zeilen 46–48 der Anlage N) oder Betriebsausgaben der Höhe nach unbegrenzt steuerlich abgezogen werden. Eine betriebliche bzw. berufliche Haftpflichtversicherung wird ebenfalls bei den der Höhe nach unbegrenzt abzugsfähigen Werbungskosten (Zeilen 46–48 der Anlage N) bzw. den Betriebsausgaben erfasst.

 

 

Zu den abzugsfähigen Risikoversicherungen zählen neben der Risikolebensversicherung auch Beiträge zu Witwen-, Waisen- und Sterbekassen. 

 

Nicht begünstigt sind Sachversicherungen wie z. B. Kfz-Kaskoversicherungen, Versicherungen gegen Elementarschäden, Diebstahl-, Hausrat- sowie Rechtsschutzversicherungen (Anteil auf Arbeitsrechtsschutz sind Werbungskosten).

  

[Rentenversicherungen mit Kapitalwahlrecht Zeile 51]

In Zeile 51 tragen Sie Rentenversicherungen (mit Laufzeitbeginn vor 2005) ein, die für die Auszahlung der Versicherungsleistung ein Kapitalwahlrecht (Einmalauszahlung oder regelmäßige Zahlungen) vorsehen. Darunter fallen regelmäßig Kapitallebensversicherungen (mit mindestens zwölfjähriger Laufzeit). Begünstigt sind aber auch Ausbildungs-, Aussteuer- und Erbschaftsteuerversicherungen. Diese Beiträge sind zu 100 % einzutragen. Steuerlich werden sie aber nur in Höhe von 88 % in die Beurteilung des Sonderausgabenabzugs einbezogen. 

 

[Rentenversicherungen ohne Kapitalwahlrecht Zeile 52]

In Zeile 52 gehören Renten- und Lebensversicherungen (mit Laufzeitbeginn vor 2005), bei denen die Auszahlung nicht in einem Betrag, sondern regelmäßig in Form einer regelmäßigen Zahlung ("Rente") erfolgt.

Ergänzende Angaben zu Vorsorgeaufwendungen

[Beamte, GmbH-Gesellschafter-Geschäftsführer Zeilen 53–58]

Die Angaben sind für die Höhe des steuerlichen Abzugs von Vorsorgeaufwendungen (Versicherungen) im Rahmen der Günstigerprüfung nach der alten Rechtslage vor 2005 und für die Berechnung von Altersvorsorgeaufwendungen (Zeilen 4–10) von Bedeutung. Eintragungen sind bei Beamten (Zeilen 53, 56, 57) und bei beherrschenden Gesellschafter-Geschäftsführern (Beteiligung > 50 %) mit Anwartschaft auf eine Altersversorgung ohne eigene Beitragsleistung, die sozialversicherungsrechtlich als Selbstständige behandelt werden, erforderlich.

 

Checkliste Anlage Vorsorgeaufwand

 


Folgende Abzugsmöglichkeit geprüft? Vgl. Ausfüllhinweise zur Zeile!

 

Haben Sie an alle Versicherungen gedacht?
(Privat-, Kfz-, Tierhalterhaftpflichtversicherung, Kfz-Insassenunfallversicherung, Reisekrankenversicherung)

Abzugsfähig sind auch Abschlussgebühren und Versicherungsteuer (Zeilen 46–52).

 

Tragen Sie (auch als Arbeitnehmer) zur Sicherheit alle Ihre Versicherungsbeiträge ein, denn es wird, anders als beim Lohnsteuerabzug, bei der Steuerveranlagung keine Vorsorge­pauschale mehr berücksichtigt.

 

 

Sie haben Krankenversicherungsbeiträge für Ihre Kinder, Ihren geschiedenen Ehe­gatten oder einen bedürftigen Angehörigen bezahlt bzw. deren Kosten ersetzt?

 

Die entsprechenden Eintragungen sind, je nachdem, wer Versicherungsnehmer ist und um welche Person es sich handelt, auf unterschiedlichen Formularen (Anlage Vorsorgeaufwand, Anlage Kind, Anlage Unterhalt, Hauptvordruck) zu machen.