Ausfüllhilfe für Anlage R

(Renten)

Hier finden Sie Erläuterungen für jede Zeile der Anlage R. Außerdem können Sie die Anlage R hier herunterladen (als pdf). Wir empfehlen Ihnen allerdings, die Steuererklärung mit einer professionellen Steuersoftware zu erstellen.

 

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In diesem Beitrag erfahren Sie:

 

 

Darüber hinaus finden Sie auf steuern.de zu diesem Teil Ihrer Steuererklärung auch die kostenlosen Gestaltungshinweise unserer Steuerexperten.

Wann Sie die Anlage R ausfüllen müssen

Wichtig: Rentner müssen Anlage R ausfüllen
Die Anlage R ist auszufüllen, wenn im Veranlagungsjahr eine oder mehrere Rente(n) bezogen wurden. Dies gilt nicht für Renten im Zusammenhang mit Übertragung von Vermögen bei vorweggenommener Erbfolge (Anlage SO, Zeile 4) und Betriebsrenten bzw. Pensionen (Anlage N, Zeilen 5–16). Ehegatten geben jeweils eine eigene Anlage R ab.

 


[Überblick]

 

Im Bedarfsfall ausfüllen

Vorderseite


Leibrenten/Leistungen aus einer Pflichtversicherung und Rürup-Rente (Zeilen 4–13)

          Renten (z. B. Alters-, Erwerbsunfähigkeits-, Witwenrente) aus der gesetzlichen Rentenversicherung

          Altersrenten aus landwirtschaftlichen Alterskassen

          Renten aus berufsständischen Versorgungswerken

          Rürup-Renten (aus privaten, kapitalgedeckten, nach 2004 abgeschlossenen Rentenversicherungsverträgen).

Einzutragen sind im Wesentlichen die Art der Rente (Zeile 4) Rentenbetrag (Zeile 5), Rentenanpassungsbetrag (Zeile 6) und versicherungsrechtlicher Rentenbeginn (Zeile 7).

Private Leibrenten (Zeilen 14–20)

          (Lebenslange) Altersrenten aus privaten Versicherungsverträgen (ohne Rürup- u. Riester-Renten)

          Renten aus privaten Versicherungen, die nur zeitlich befristet gezahlt werden (z. B. private Erwerbsunfähigkeits- und Hinterbliebenenrenten)

          Lebenslange Renten im Zusammenhang mit Vermögensveräußerungen

Einzutragen sind Rentenbetrag, Rentenbeginn und die Laufzeit der Rente.

Rückseite


Leistungen aus Altersvorsorgeverträgen und aus der betrieblichen Alterversorgung
(Zeilen 31–49)

          Staatlich geförderte Riester-Renten

          Renten aus einer staatlich geförderten betrieblichen Altersversorgung (Pensionsfonds, Pensionskasse, Direktversicherung)

          Renten aus Zusatzversorgungseinrichtungen des Bundes, der Länder, Kommunen und Kirchen (z. B. VBL- und ZVK-Renten)


Die notwendigen Eintragungen ergeben sich aus der von der Versicherung ausgestellten Leistungsmitteilung.

Werbungskosten (Zeilen 50–57)

Für (alle) Renten erhalten Sie insgesamt einen Werbungskostenpauschbetrag i. H. v. 102 EUR, wenn Sie keine höheren Kosten eintragen.

 

 

[Allgemeines]

Renten gehören grundsätzlich zu den sonstigen Einkünften. Je nach Rentenart bzw. der steuerlichen Behandlung der Einzahlungen (Beiträge) in die jeweilige Versicherung wird die daraus folgende Rente unterschiedlich besteuert. 

 

[Pensionen/Betriebsrenten]

Beamtenpensionen und Versorgungsbezüge nach beamtenrechtlichen Vorschriften (einschl. Witwen- und Waisenbezüge) sowie Betriebsrenten, die der frühere Arbeitgeber zahlt, gehören zum Arbeitslohn (Anlage N).

 

Praxis-Tipp: Leistungsmitteilung vom Versorgungsträger beim Ausfüllen der Anlage R beachten
Ihr Versorgungsträger ist auf Anforderung verpflichtet, Ihnen jährlich eine Leistungsmitteilung über die Rente (Rentenbezugsmitteilung) zu übersenden. Dort werden insbesondere bei privaten Renten (Anlage R, Seite 1, Zeilen 14–20) sowie Renten aus der betrieblichen Altersversorgung und Riester-Renten (jeweils Anlage R, Seite 2, Zeilen 31–49) alle für die Steuererklärung notwendigen Angaben aufgeführt.

Häufig ist dort jeweils vermerkt, in welcher Zeile bzw. welcher Kennzahl der Anlage R die Rente einzutragen ist. Bitte beachten Sie auf Seite 2 der Anlage R, dass im Text auf die Nummer der Leistungsmitteilung (1–14) verwiesen wird. 

Gesetzliche Renten, Rürup-Renten (Seite 1)

[Leibrenten/Leistungen Zeilen 4–13]

Unter Leibrenten fallen alle Renten aus der gesetzlichen Rentenversicherung, Renten aus landwirtschaftlichen Alterskassen, Renten aus berufsständischen Versorgungseinrichtungen und Renten aus privaten kapitalgedeckten Versicherungen (Rürup-Renten). Bei diesen Rentenarten wird ein Teil der Rente steuerfrei gestellt, der restliche sog. Besteuerungsanteil ist steuerpflichtig. 

 

[Art der Rente Zeile 4]

Tragen Sie die Ziffer ein, die Ihre Rente bezeichnet; für alle Renten aus der gesetzlichen Rentenversicherung z. B. eine «1». Renten aus der gesetzlichen Rentenversicherung sind z. B. Alters-, gesetzliche Erwerbsminderungs- und Hinterbliebenenrenten (Witwen-, Waisen-, Erziehungsrente).

 

Berufsständische Versorgungseinrichtungen sind gesetzliche Pflichtversicherungen für bestimmte Berufsstände (vor allem Freiberufler) wie z. B. Ärzte, Apotheker, Architekten, Rechtsanwälte.

 

[Rentenbetrag Zeilen 5, 6]

Einzutragen ist der Jahresbetrag der Bruttorente (Zeile 5). Dies ist nicht der ausgezahlte Betrag, sondern die zugesagte Rente, d. h. der Rentenbetrag ohne den (steuerfreien) Zuschuss der Rentenversicherung zur Krankenversicherung und vor Abzug der Kranken- und Pflegepflichtversicherungsbeiträge. Zu erfassen sind im Jahr der Rentenauszahlung auch Nachzahlungen für Vorjahre und Einmalzahlungen (z. B. Sterbegeld). 

 

Der eingetragene Betrag (ohne den enthaltenen Rentenanpassungsbetrag laut Zeile 6) wird – abhängig vom Jahr des Rentenbeginns – nur zum Teil besteuert. Der Rentenanpassungsbetrag (Zeile 6), den Sie ebenfalls Ihrer Rentenbezugsmitteilung entnehmen können, stellt die Summe aller Rentenerhöhungen ab dem dritten Rentenjahr (frühestens ab 2006) dar und ist in voller Höhe steuerpflichtig. 

 

[Kranken-/Pflegeversicherung]

Die gezahlten Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge können als Sonderausgabe (Anlage Vorsorgeaufwand, Zeilen 18–21) geltend gemacht werden.

 

[Beginn der Rente Zeile 7]

Hier ist der versicherungsrechtliche Beginn der Rente einzutragen. Nicht maßgebend ist der Zeitpunkt des Rentenantrags oder der erstmaligen Rentenauszahlung. Der Rentenbeginn bestimmt den Besteuerungsanteil, also die Höhe des steuerpflichtigen Teils der Rente. Bei Rentenbeginn vor 2006 sind 50 % der Rente (aus Zeile 5) steuerpflichtig. Der Prozentsatz erhöht sich für jeden neuen Rentnerjahrgang um 2 %. Bei Neurentnern, die erstmals in 2014 eine Rente beziehen, sind 68 % der Rente steuerpflichtig.

 

[Vorgängerrente Zeilen 8, 9]

Ist der in Zeile 4 eingetragenen Rente (z. B. Witwenrente) eine andere Rente aus der gleichen Versicherung (z. B. Altersrente des verstorbenen Ehegatten aus gesetzlicher Rentenversicherung) vorausgegangen, ist der maßgebende Prozentsatz auch von der Dauer der Vorgängerrente abhängig. Dies führt i. d. R. zu einer niedrigeren Besteuerung. Tragen Sie deshalb Beginn und Ende der Vorgängerrente in die Zeilen 8 und 9 ein.

 

[Rentennachzahlung/Kapitalauszahlung Zeile 10]

Haben Sie Rentennachzahlungen für mehrere (mindestens 2) vorangegangene Jahre erhalten, geben Sie den in den Rentenzahlungen (Zeile 5) enthaltenen Nachzahlungsbetrag hier nochmals zusätzlich an. Das Finanzamt prüft, ob derartige Nachzahlungen im Rahmen der sog. Fünftel-Regelung ermäßigt besteuert werden können. Eine ermäßigte Besteuerung kann auch für Teilkapitalauszahlungen gewährt werden.

 

[Öffnungsklausel Zeilen 11–13]

In der gesetzlichen Rentenversicherung und den berufsständischen Versorgungseinrichtungen werden Beiträge nur bis zu einer Beitrags(bemessungs)grenze berechnet. Auf freiwilliger Basis ist es möglich, höhere Rentenversicherungsbeiträge einzuzahlen, um einen höheren Rentenanspruch zu erwerben. Wurden bis zum Jahr 2004 in mindestens 10 Jahren Beiträge über der Beitragsbemessungsgrenze gezahlt, kann für einen Teil der Rente in den Zeilen 11–13 eine niedrigere Besteuerung beantragt werden. Ihr Versicherungsträger stellt eine Bescheinigung aus, die aussagt, welcher Prozentanteil der Rente auf diese Beiträge entfällt. Tragen Sie den Prozentsatz in Zeile 11 ein und fügen Sie die Bescheinigung Ihrer Steuererklärung bei.

 

In dem Nachweis sind auch Einmalzahlungen, z. B. einmaliges Sterbegeld im Zusammenhang mit einer monatlichen Witwenrente, bescheinigt. Der Teil der Einmalzahlung, der unter die Öffnungsklausel fällt, wird nicht besteuert. Tragen Sie deshalb, soweit zutreffend, die Einmalzahlung in Zeile 13 ein.

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Private Leibrenten (Seite 1)

[Andere Leibrenten Zeilen 14–20]

Die in Zeile 14 des Vordrucks genannten privaten Renten (ohne Riester- und Rürup-Renten) sind nur mit dem sog. Ertragsanteil, steuerpflichtig. 

 

[Art der Rente Zeile 14]

Bitte tragen Sie die entsprechende Schlüsselkennzahl ein.

 

[Rentenbetrag Zeile 15]

Den Rentenbetrag können Sie der Rentenmitteilung bzw. dem maßgebenden Vertrag entnehmen. Einzutragen ist der Jahresbetrag.

 

[Angaben zwecks Ermittlung des Ertragsanteils Zeilen 16–19]

Die Angaben sind entscheidend für die Ermittlung des steuerpflichtigen Ertragsanteils der Rente. Handelt es sich um eine Leibrente auf Lebenszeit, dann ist für den Ertragsanteil der versicherungsrechtliche Beginn der Rente maßgebend (Eintragung in Zeile 16). Tragen Sie in Zeile 18 ein, an wessen Leben die Rentenzahlung anknüpft.

 

Handelt es sich um eine abgekürzte Leibrente (Höchstzeitrente), ist für die Höhe des Ertragsanteils die Höchstlaufzeit mit maßgebend. Tragen Sie in Zeile 19 ein, wann die Rente voraussichtlich enden (z. B. bei privaten Berufsunfähigkeitsrenten durch Erreichen des Pensionsalters) oder in eine andere Rente (z. B. gesetzliche Altersrente) umgewandelt wird. 

 

[Rentennachzahlungen Zeile 20]

Rentennachzahlungen für mehrere (mindestens 2) Vorjahre gehören auch in Zeile 20. Sie beantragen damit eine ermäßigte Besteuerung (vgl. Erläuterungen zu Zeile 10).

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Riester-Renten und Renten aus betrieblicher Altersversorgung (Seite 2)

[Altersvorsorgevertragsrenten (Riester-Renten) und VBL/ZVK-Renten Zeilen 31–49]

In den Zeilen 31 bis 49 sind Renten aus einem Altersvorsorgevertrag (Riester-Rente) sowie Renten aus der betrieblichen Altersversorgung (nicht jedoch vom Arbeitgeber selbst gezahlte Betriebsrenten, die zum Arbeitslohn gehören; vgl. Anlage N, Zeilen 5–16) zu erfassen. Auch Renten aus dem umlagefinanzierten Teil einer Zusatzversorgung, z. B. aus den Versorgungsanstalten des Bundes und der Länder (VBL-Renten) für Angestellte und Arbeiter im öffentlichen Dienst oder aus Zusatzversorgungskassen kirchlicher oder kommunaler Träger (ZVK-Renten) sind zu berücksichtigen. 

 

Die für Sie richtige Zeile können Sie der Leistungsmitteilung über die Rente (Rentenbezugsmitteilung) Ihres Anlageinstituts entnehmen. Soweit die eingezahlten Riester-Beiträge mit der Altersvorsorgezulage oder einem erhöhten Sonderausgabenabzug staatlich gefördert wurden, ist der entsprechende Teil der Rente in voller Höhe zu versteuern.

 

[Betriebliche Altersversorgung, Pensionsfonds, Pensionskassen, Direktversicherungen Zeilen 31, 32]

Renten aus betrieblicher Altersversorgung können aus einem Pensionsfonds, einer Pensionskasse oder einer Direktversicherung stammen. Die für Sie richtige Zeile ist in Ihrer Leistungsmitteilung über die Rente (Rentenbezugsmitteilung) genannt. Je nachdem, wie die Beiträge bei der Einzahlung steuerlich gefördert worden sind (z. B. steuerfrei oder pauschal besteuert), ist die Besteuerung der Rente unterschiedlich. Sie kann in voller Höhe steuerpflichtig sein, oder (teilweise) nur mit dem Ertragsanteil besteuert werden.

 

[Wohn-Riester Zeilen 45–48]

Haben Sie eine zu eigenen Wohnzwecken genutzte Wohnung finanziert und für das angesparte Kapital oder für die Darlehenstilgung eine Altersvorsorgezulage oder einen Sonderausgabenabzug erhalten, muss mit Eintritt ins Rentenalter das im Rahmen eines Wohn-Riester-Vertrags (Eigenheimrente) aufgebaute Wohnförderkonto der Besteuerung unterworfen werden (Auflösungsbetrag laut Bescheid der zentralen Zulagenstellen für Altersvernögen). Dabei kann auf Antrag das gesamte «Guthaben» auf einmal unter Berücksichtigung eines Bonus (Antrag in Zeile 45), oder jährlich nur ein Teil des Guthabens, ohne Bonus aber i. d. R. mit einem niedrigen persönlichen Steuersatz (Zeile 47) besteuert werden. Bei schädlicher Verwendung, z. B. Wegfall der Selbstnutzung der Wohnung, wird der Bestand des Wohnförderkontos sofort in voller Höhe besteuert (Zeilen 46, 48). 

 

[Nachzahlungen für Vorjahre Zeile 49]

Haben Sie Rentennachzahlungen für mehrere (mindestens 2) Vorjahre erhalten, geben Sie den Nachzahlungsbetrag gesondert (Zeile 49) an und beantragen Sie damit für diese Beträge die ermäßigte Besteuerung («Fünftel-Regelung»).

 

[Werbungskosten Zeilen 50–57]

Ohne Nachweis von Einzelaufwendungen berücksichtigt das Finanzamt bei allen Renten und Unterhaltsleistungen (Zeile 5 der Anlage SO) den gesetzlichen Werbungskosten-Pauschbetrag i. H. v. 102 EUR (bei Ehegatten personenbezogen für jeden Ehegatten mit Renteneinkünften).

 

Liegen höhere tatsächliche Werbungskosten (z. B. für einen Rentenratgeber, Rechtsstreitigkeiten wegen der Rentenhöhe, Steuerberatungskosten etc.) vor, sind diese in den Zeilen 50–57 einzutragen. Je nachdem, zu welcher Rente die Kosten gehören, ist eine andere Zeile maßgebend. 

 

 

Checkliste Anlage R

 

Haben Sie folgende Abzugsmöglichkeit geprüft? Vgl. Ausfüllhinweise zur Zeile!


Sie haben von Ihrer Versicherungsgesellschaft eine Leistungsmitteilung (Renten
­bezugsmitteilung) erhalten?

Übertragen Sie die Werte in die in der Leistungsmitteilung genannten Anlagen der Steuer­erklärung unter der genannten Zeile und Kennzahl.

 


Sie haben eine gesetzliche Rente bezogen?

 

Für die bei Rentenauszahlung einbehaltenen Kranken- und Pflegeversicherungsbeiträge (Eigenanteil) können Sie den Sonderausgabenabzug beantragen (Anlage Vorsorgeaufwand).

 

 

Sie haben Rentennachzahlungen für mehrere (mindestens 2) Vorjahre bekommen?

 

Beantragen Sie die ermäßigte Besteuerung (Zeilen 10, 19, 49).

 

 

Sie sind sich hinsichtlich der Besteuerung Ihrer Rente unsicher?

 

Fügen Sie, insbesondere im Erstjahr, der Steuererklärung den Rentenbescheid bei.

 

 

Sie haben mit Ihrem Rententräger über die Rente gestritten?

 

Alle Aufwendungen im Zusammenhang damit (Anwaltskosten, Gerichtskosten, Fachliteratur, Fahrtkosten, Porto) sind Werbungskosten (Zeilen 50–57).