Ausfüllhilfe für Anlage AV

(Altersvorsorgebeiträge, Riester)

Hier finden Sie Erläuterungen für jede Zeile der Anlage AV. Außerdem können Sie die Anlage AV hier herunterladen (als pdf). Wir empfehlen Ihnen allerdings, die Steuererklärung mit einer professionellen Steuersoftware zu erstellen.

 

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In diesem Beitrag finden Sie:

 

 

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Wann Sie die Anlage AV ausfüllen sollten

 

Wichtig: Anlage AV bei Riester-Versicherung
Die Anlage AV benötigen Sie, um für Altersvorsorgebeiträge (= Beiträge zu Riester-Rentenversicherungen) einen zusätzlichen Sonderausgabenabzug zu beantragen.

 

[Überblick]

 

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Altersvorsorgebeiträge (Zeilen 4–20)

Einzutragen sind im Wesentlichen die Vorjahreseinkünfte und ob Sie eine unmittelbar (Zeile 10) oder mittelbar (Zeile 20) begünstigte Person sind.


Angabe zu Kindern (Zeilen 21–24)

Aus den Angaben wird die Kinderzulage berechnet.

 

 

Altersvorsorgebeiträge (Riester-Rentenversicherungsbeiträge)

 

[Sonderausgabenabzug Zeilen 4–9]

Haben Sie Beiträge zu einem anerkannten (zertifizierten) Riester-Vertrag geleistet, können Sie über Ihren Versicherungsanbieter eine Altersvorsorgezulage (Grundzulage und ggf. Kinderzulage) beantragen. Die Versicherungsgesellschaft kann auch bevollmächtigt werden, den Antrag für Sie zu stellen. Wenn Sie für die eingezahlten Beiträge und die gewährte Zulage (darüber hinaus) den Sonderausgabenabzug prüfen lassen wollen, müssen Sie die Anlage AV ausfüllen. Während Sie nur für bis zu zwei Verträge eine Zulage erhalten können, ist der Sonderausgabenabzug für alle Verträge möglich. Dazu müssen Sie Ihrem Versicherungsanbieter erlauben, die Daten elektronisch an die Finanzverwaltung zu übermitteln (Zeile 7). Das Finanzamt prüft dann, ob ein Sonderausgabenabzug für Sie zu einem günstigeren Ergebnis führt als die Zulage allein. Ist das der Fall, wird eine zusätzliche Steuerersparnis durch den Sonderausgabenabzug im Steuerbescheid gesondert ausgewiesen und berücksichtigt. Dabei sind sowohl die eingezahlten Beiträge als auch die gewährte Altersvorsorgezulage begünstigt (Zeile 8).

 

Wegen des elektronischen Datenabgleichs ist es wichtig, in Zeile 9 anzugeben, wenn sich Vertragsdaten gegenüber dem Vorjahr geändert haben. 

 

Der Verzicht auf den Sonderausgabenabzug ergibt nur Sinn, wenn Sie auch keine Altersvorsorgezulage vom Versicherungsinstitut bekommen wollen oder können, z. B. weil Sie mehrere Verträge haben. Der Vorteil des Verzichts auf jegliche staatliche Förderung besteht darin, dass die spätere Rente nicht in voller Höhe, sondern nur teilweise (mit dem Ertragsanteil) steuerpflichtig ist.

 

Praxis-Tipp: Zulage und Sonderausgabenabzug immer geltend machen
Nehmen Sie soweit wie möglich für die Beiträge die gesamte staatliche Förderung, also Zulage und Sonderausgabenabzug, in Anspruch. Die später aus der Rente zu zahlende Steuer wird den finanziellen (Steuer-)Vorteil bis zur Rentenauszahlung im Regelfall nicht erreichen.

 

 

Weitere Angaben

[Unmittelbar begünstigte Person Zeilen 10–19]

Zum unmittelbar begünstigten Personenkreis gehören im Wesentlichen Arbeitnehmer, vor allem Personen, die in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert oder Beamte (z. B. auch während der Zeit des Erziehungsurlaubs) sind oder Personen, die Lohnersatz beziehen. Die Angaben dienen der Berechnung der Grundzulage. Um die volle Zulage zu erhalten, muss ein Mindesteigenbeitrag eingezahlt werden. Maßgebend sind dabei immer die Vorjahreseinkünfte und -bezüge, also für den Sonderausgabenabzug 2014 die Werte aus dem Jahr 2013. Lohnersatzleistungen (z. B. Arbeitslosengeld, Arbeitslosenhilfe, Kurzarbeitergeld) sind ebenfalls einzubeziehen (Zeile 13). 

 

Ist das der inländischen Rentenversicherung zugrunde gelegte Entgelt höher als das tatsächlich erzielte Entgelt (z. B. bei Menschen, die in Behindertenwerkstätten oder Blindenheimen arbeiten oder die unentgeltlich andere Menschen pflegen), wird das tatsächliche Entgelt (ggf. 0 EUR) für die Berechnung der Grundzulage berücksichtigt (Zeile 14). Erfüllen beide Eheleute die Voraussetzung und haben sie jeweils einen eigenen Vorsorgevertrag abgeschlossen, sind beide unmittelbar begünstigt. 

 

[Mittelbar begünstigte Person Zeile 20]

Gehört bei (nicht dauernd getrennt lebenden) Eheleuten/Lebenspartnern nur einer zum unmittelbar begünstigten Personenkreis, kann der andere trotzdem einen begünstigten eigenen Altersvorsorgevertrag auf seinen Namen abschließen. Er ist dann (über den Ehegatten) mittelbar begünstigt. Das gilt aber nur, wenn der unmittelbar begünstigte Ehegatte ebenfalls einen (eigenen) Vertrag abgeschlossen hat. Die mittelbar begünstigten Personen müssen mindestens 60 EUR im Jahr als eigene Beiträge auf ihren Vertrag einzahlen, wenn sie die Zulage bzw. den Sonderausgabenabzug beantragen möchten.

 

[Kinderzulage Zeilen 21–24]

Für Kinder erhalten Sie zusätzlich eine Kinderzulage. Für Kinder, die nach 2007 geboren sind, gibt es eine höhere Kinderzulage. Deshalb sind unterschiedliche Spalten vorgesehen.

 

Bei verheirateten, zusammenlebenden Eltern, die eine Zusammenveranlagung beantragt haben und die beide einen Riester-Vertrag abgeschlossen haben, werden die steuerlich berücksichtigungsfähigen Kinder (Zeile 21) grundsätzlich bei der Mutter berücksichtigt. Auf gemeinsamen Antrag der Eltern (Zeile 22) kann die Zulage beim Vater angerechnet (übertragen) werden.

 

Bei Eltern, die nicht die Voraussetzungen für die Ehegattenveranlagung erfüllen (ledige oder geschiedene Eltern), erhält die Kinderzulage der Elternteil, dem das Kindergeld (im Januar) ausgezahlt wurde (Zeilen 23, 24).

 

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Checkliste Abzugsmöglichkeiten für die Anlage AV

Folgende Abzugsmöglichkeit geprüft? Vgl. Ausfüllhinweise zur Zeile!


Sie haben als Arbeitnehmer noch keinen Riester-
Vertrag abgeschlossen?

 

Aus steuerlicher Sicht ist der Abschluss, insbesondere, wenn bei Ihnen Kinder zu berücksichtigen sind, sehr interessant.

 


Sie sind im Erziehungsurlaub?

 

Überlegen Sie den Abschluss eines Riester-Vertrags. Schon mit 60 EUR Eigenbeitrag im Jahr haben Sie Anspruch auf die mehr als doppelt so hohe volle Grundzulage und die volle Kinderzulage!

 

 

Sie haben als nicht verheirateter Mann (z. B. in nicht ehelicher Lebensgemeinschaft) mit Kind einen Riester-Vertrag abgeschlossen?

 

Die Kinderzulage steht grundsätzlich der Mutter zu und geht verloren, wenn diese keinen Vertrag abschließt. Der Vater kann die Kinderzulage aber «retten», wenn an ihn im Januar des jeweiligen Jahres (für Monat Januar ausreichend) Kindergeld ausgezahlt wird. Dies muss bei der Kindergeldkasse (mit Zustimmung der Mutter) beantragt werden (Zeile 22).