Rentenbesteuerung – Rente bald steuerfrei?

Von Bernhard Köstler

 

Vielleicht kennen Sie diese Situation als Rentner. Sie freuen sich über eine üppige Rentenerhöhung und haben am Schluss weniger Rente im Geldbeutel als vorher, weil Sie auf einmal Steuern für Ihre Rente bezahlen müssen. Schuld ist die aktuelle Rentenbesteuerung. Doch vielleicht wird sich diese aus Sicht von Rentnern unfaire Rentenbesteuerung bald ändern. Denn der Bundesfinanzhof prüft derzeit in zwei Verfahren, ob die Besteuerung der Renten verfassungswidrig ist.

 

Rentenbesteuerung: Warum kann Rentenerhöhung zur Steuerpflicht führen?

Bei Rentnern ermittelt das Finanzamt seit dem Jahr 2005 je nach dem Jahr des Rentenbeginns einen Rentenfreibetrag, der dem Rentner bis ans Lebensende von seinen Renteneinkünften in gleicher Höhe abgezogen wird. Das bedeutet im Klartext: Erhöht sich die Rente, bleibt der Rentenfreibetrag unverändert und es ist ein immer höherer Betrag der Rente zu versteuern.

 

Doppelbesteuerung aufgrund der derzeitigen Rentenbesteuerung?

Insbesondere bei Rentenbeginn ab dem Jahr 2015, bei dem der Rentenfreibetrag mit 30% der Bruttorente berechnet wird, kann es aufgrund der Systematik der Rentenbesteuerung zu einer Doppelbesteuerung kommen. Doppelbesteuerung bedeutet: Es wird ein Teil der Rente besteuert, obwohl während des Arbeitslebens die Rentenversicherungsbeiträge bereits versteuert wurden.

 

Praxis-Tipp:
Ob die Rentenversteuerung ab dem Rentnerjahrgang 2015 tatsächlich zu einer Doppelbesteuerung führt, ist höchst umstritten. Derzeit laufen zwei Musterprozesse zu diesem Streitthema beim Bundesfinanzhof (BFH, Az. X R 33/19 und X R 20/19). Um Ihre Chancen auf eine geringere Besteuerung Ihrer Rente zu wahren, müssen Sie nicht extra Einspruch einlegen. Die Steuerbescheide ergehen hinsichtlich der Rentenbesteuerung ab 2005 vorläufig. Sollten die Richter des Bundesfinanzhofs grünes Licht für eine geringere Rentenversteuerung geben, profitieren Sie also automatisch.

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Erfolgsaussichten für Änderung der Rentenbesteuerung?

Der Bundesfinanzhof dürfte zwar Tendenzen erkennen, dass die Rentenbesteuerung in ihrer derzeitigen Form wegen der Doppelbesteuerung verfassungswidrig ist, eine Änderung dürfte jedoch erst in der Zukunft erfolgen und wohl nicht für die vergangenen Jahre.

 

Aus diesem Grund sollten Sie als Rentner bei Aufforderung des Finanzamts zur Abgabe einer Steuererklärung alle Register ziehen und dem Finanzamt alle erdenklichen Ausgaben präsentieren mit denen Sie Ihr zu versteuerndes Einkommen unter den Grundfreibetrag drücken können. Typische Ausgaben bzw. Steuersparposten, die Sie geltend machen können sind u.a.:

 

  • Behinderten-Pauschbetrag bei einer Behinderung
  • Pauschale Fahrtkosten im Zusammenhang mit einem bestimmten Grad der Behinderung
  • Übernahme von Krankheitskosten und Zuzahlungen zu ärztlichen Behandlungen (außergewöhnliche Belastung)
  • Zuzahlungen zu Heimkosten
  • Spendenzahlungen
  • Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung

Bernhard Köstler

Bernhard Köstler ist Dipl.-Finanzwirt, Journalist und Fachbuchautor. Er ist seit 1991 in der Finanzverwaltung tätig, Regierungsrat und Sachgebietsleiter in der Betriebsprüfung.