Pendlerpauschale: Was Sie steuerlich absetzen können

steuern.de Redaktion
Zuletzt aktualisiert:
23. November 2021
Lesedauer:
3 Minuten

Steuerrechtlich gesehen ist ein Pendler ein Arbeitnehmer, der regelmäßig von seiner Wohnung zu seinem Arbeitsplatz fährt oder geht. Die Kosten dafür können Sie über die sogenannte Pendlerpauschale (der steuerlich korrekte Begriff ist Entfernungspauschale) in Ihrer Einkommensteuererklärung geltend machen. Das sollten Sie tun, denn die Pendlerpauschale lohnt sich für alle, die berufstätig sind. Wie sich die Pendlerpauschale zusammensetzt und welche Ausgaben angerechnet werden, erfahren Sie in diesem Artikel.

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Wie setzt sich die Pendlerpauschale zusammen?

Die Pendlerpauschale (oder Entfernungspauschale) wird nach einer festen Formel berechnet und im Rahmen der Werbungskosten steuerlich angerechnet. Ausschlaggebend sind die Entfernungskilometer der Strecke zwischen Wohnung und Arbeitsstätte (steuerlich korrekt: Erste Tätigkeitsstätte) sowie die Zahl der Arbeitstage.

Die Formel lautet:
Entfernungspauschale = Zahl der Arbeitstage x 0,30 EUR (bzw. 0,35 EUR ab dem 21. Kilometer) x Entfernungskilometer

Höhere Pendlerpauschale ab 2021 Seit 2021 gilt eine befristete Erhöhung der Entfernungspauschale ab dem 21. Kilometer:

Für die Jahre 2021 bis 2023 beträgt die Pauschale ab dem 21. Kilometer 0,35 EUR / Kilometer.
Für die Jahre 2024 bis 2026 beträgt die Pauschale ab dem 21. Kilometer 0,38 EUR / Kilometer.

Für die Berechnung der Pendlerpauschale müssen Sie grundsätzlich die kürzeste Straßenverbindung ansetzen, angefangene Kilometer werden nicht berücksichtigt. Einzige Ausnahme: Es gibt eine längere Strecke, die nachweislich verkehrstechnisch günstiger ist (keine Ampeln, Stau etc.). Die Pendlerpauschale dürfen Sie in jedem Fall geltend machen, auch wenn Sie beispielsweise mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren.

Beispiel: Sie fahren an 220 Tagen im Jahr zu Ihrer 19 Kilometer entfernten Arbeitsstätte. Dann können Sie für das gesamte Jahr 1.254 EUR an Werbungskosten über die Pendlerpauschale geltend machen (220 x 0,30 x 19 = 1.254).


Übrigens: Falls Sie öffentliche Verkehrsmittel benutzen (Taxis gehören auch dazu) und die tatsächlichen Kosten übersteigen den errechneten Wert der Pendlerpauschale (bezogen auf das gesamte Jahr), dann können Sie diese nachweisbaren, übersteigenden Kosten auch über die Pendlerpauschale hinaus geltend machen.

Welche Kosten Sie als Pendlerpauschale ansetzen können, erfahren Sie mit unserem Pendlerpauschale-Rechner:

Mehr Infos im Artikel
Pendlerpauschale-Rechner

Pendlerpauschale: Obergrenze und Sonderregeln bei Fahrgemeinschaften

Wenn Sie mit der Pendlerpauschale einen Werbungskostenbetrag in Höhe von mehr als 4.500 EUR erreichen, können Sie diesen nur steuerlich geltend machen, wenn Sie mit dem eigenen Auto gefahren sind. Für Fahrgemeinschaften gilt dagegen: Wenn Sie mit Kollegen oder Ihrem Ehepartner zusammen fahren, kann zwar jeder die Pendlerpauschale geltend machen. Allerdings müssen Sie für die Tage, an denen Sie nicht mit dem eigenen Auto fahren, die Grenze von 4.500 EUR beachten.

Außerdem gilt: Der Anspruch auf die Pendlerpauschale ist zwar unabhängig von den tatsächlichen Kosten. Wenn Sie allerdings einen Zuschuss Ihres Arbeitgebers bekommen (z.B. Jahresticket ÖPNV), das entweder steuerfrei oder pauschal von Ihrem Arbeitgeber versteuert wird, müssen Sie diese Leistung auf die Pendlerpauschale anrechnen.

Pendlerpauschale: Doppelte Haushaltsführung und Familienheimfahrten

Wenn Sie beispielsweise in Frankfurt arbeiten, Ihr Familienwohnsitz aber in Hamburg liegt, können Sie auch die Kosten für Familienheimfahrten (im Rahmen der doppelten Haushaltsführung) als Pendlerpauschale (bzw. Entfernungspauschale) steuerlich geltend machen. Hier gilt die Begrenzung auf den Höchstbetrag von 4.500 EUR übrigens nicht. Allerdings: Wenn Ihr Arbeitgeber die Familienheimfahrten steuerfrei bezuschusst, wird dieser Zuschuss auf die Pendlerpauschale angerechnet.


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