Die wichtigsten Steuerregeln zum Minijob

Von Steuern.de-Redaktion

 

Minijobs sind aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Grundsätzlich gibt es zwei Arten von geringfügiger Beschäftigung, wie der Minijob in der Amtssprache heißt: Arbeitsplätze mit einer geringen Entlohnung und Jobs von sehr begrenzter Dauer. Der Minijob hat einige Vorteile, beispielsweise die Pauschalierung der Lohnsteuer. Welche Grenzen es gibt und wie Sie Ihre Einnahmen versteuern müssen, lesen Sie in diesem Beitrag.

 

Welche Arten von Minijobs gibt es?

Das Sozialversicherungsrecht unterscheidet zwischen geringfügig entlohnten und zeitlich sehr begrenzten, kurzfristigen Beschäftigungen bzw. Minijobs.

 

Geringfügig entlohnte Beschäftigung

Bei der geringfügig entlohnten Beschäftigung darf der durchschnittliche Verdienst 450 EUR je Monat nicht übersteigen. Dabei sind die Vorschriften zum Mindestlohn zu beachten. Falls neben dem Arbeitsentgelt zusätzliche Leistungen (z. B. Urlaubs- und Weihnachtsgeld) bezahlt werden, müssen diese bei der Durchschnittsberechnung einbezogen werden, wenn die Zahlung mit hinreichender Sicherheit (Tarifvertrag, betriebliche Übung) erfolgen wird. Ein nur gelegentliches und nicht vorhersehbares Überschreiten der Arbeitsentgeltgrenze ist unschädlich.

 

Bei schwankendem Arbeitslohn ist die Prognose des Arbeitslohns maßgeblich. Ist danach von einer Beschäftigung unter 450 EUR auszugehen und tritt aufgrund nicht vorhersehbarer Umstände eine Änderung ein, bleibt es bei der Versicherungsfreiheit.

 

Minijobs neben einer Haupttätigkeit:

Übt ein Arbeitnehmer mehrere Minijobs aus, dürfen seine Einnahmen in Summe die 450-EUR-Grenze nicht überschreiten. Übt ein Arbeitnehmer neben einer versicherungspflichtigen Haupttätigkeit noch Minijobs aus, bleibt der zuerst aufgenommene Minijob versicherungsfrei. Alle weiteren Minijobs werden für die Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung, nicht jedoch für die Arbeitslosenversicherung zusammengerechnet.

 

Kurzfristige Beschäftigungen

Steht schon von Beginn an fest, dass die Beschäftigung nur einen bestimmten Zeitraum (z. B. Student mit Semesterferienjob) andauert, besteht keine Sozialversicherungspflicht, unabhängig von der Höhe des Entgelts.

 

Die für die Versicherungsfreiheit kurzfristiger Beschäftigungen maßgebende Zeitgrenze beträgt 3 Monate / 70 Arbeitstage.

Dabei gilt die Dreimonats-Frist, wenn die Beschäftigung an mindestens 5 Tagen wöchentlich ausgeübt wird, und die 70-Tage-Frist bei geringerer wöchentlicher Beschäftigung. Die Beschäftigung muss vertraglich oder nach der Art des Beschäftigungsverhältnisses begrenzt angelegt sein (z. B. Saisontätigkeit). Beschäftigungen bei verschiedenen Arbeitgebern müssen zusammengerechnet werden.

 

Wie wird ein geringfügig entlohnter Minijob steuerlich behandelt?

Grundsätzlich ist der Minijob für den Arbeitnehmer aus steuerlicher Sicht mit wenig Aufwand verbunden: Als Arbeitnehmer müssen Sie Ihre Einkünfte zwar in der Einkommensteuererklärung angeben, haben aber ansonsten keinen weiteren Aufwand. Dieser entsteht beim Arbeitgeber, der auch die Pauschalsteuer für das Beschäftigungsverhältnis entrichten muss. Das Einkommen des Minijobbers bleibt dagegen in der Höhe von den Steuern unberührt.

 

Die Besteuerung eines geringfügig entlohnten Minijobs erfolgt entweder durch

  • eine Pauschsteuer. Die 2-%-Pauschsteuer gilt für Fälle, in denen der Arbeitgeber pauschale Beiträge zur Rentenversicherung zu entrichten hat. Die Pauschsteuer deckt die Lohnsteuer, die Kirchensteuer und den Solidaritätszuschlag insgesamt ab. Die Anmeldung und Erhebung erfolgt durch die DR Knappschaft-Bahn-See (Minijobzentrale),
  • die Pauschalierung der Lohnsteuer. Kommt die Pauschsteuer nicht in Betracht, weil keine Pauschalbeiträge zur Rentenversicherung zu entrichten sind, kann der Arbeitgeber die Steuer für ein Dienstverhältnis mit Arbeitslohn von nicht mehr als 450 EUR pro Monat mit 20 % pauschal versteuern. Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer kommen hinzu. Die Anmeldung erfolgt beim Betriebsstättenfinanzamt Ihres Arbeitgebers,
  • individuelle Besteuerung nach Ihren elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmalen.

 

Übersteigen bei mehreren Arbeitsverhältnissen die Verdienste in der Summe die 450-EUR-Grenze nicht, bleibt es bei der 2-%-Pauschsteuer. Bestehen neben einer Haupttätigkeit mehrere geringfügige Beschäftigungsverhältnisse, kann die Lohnsteuer für den ersten Minijob pauschal mit 2 % versteuert werden.

 

Übergangsbereich

Während Arbeitnehmer mit einem Arbeitslohn von bis zu 450 EUR je Monat versicherungsfrei bleiben, sind Beschäftigte mit einem Lohn von mehr als 450 EUR (ggf. Summe aus mehreren Dienstverhältnissen) versicherungspflichtig. Beträgt der Arbeitslohn im Monat zwischen 450,01 EUR und 1.300 EUR (sog. "Übergangsbereich", früher "Gleitzone"), muss der Arbeitgeber den vollen Beitragssatz leisten, der Beitragssatz des Arbeitnehmers steigt mit der Höhe des Entgelts an.

 

Wie wird ein kurzfristiger Minijob steuerlich behandelt?

Der Arbeitslohn aus einem kurzfristigen bzw. zeitlich begrenzten Minijob kann - anders als der geringfügig entlohnte Minijob - weder mit der Pauschsteuer von 2 % noch mit der 20 % pauschalen Lohnsteuer versteuert werden. Möglich ist dagegen eine Versteuerung mit 25 % pauschaler Lohnsteuer sowie Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer; dies kommt unter folgenden Voraussetzungen in Betracht:

 

  • Es erfolgt eine nur gelegentliche Beschäftigung des Arbeitnehmers; die Beschäftigung darf nicht mehr als 18 zusammenhängende Arbeitstage (inkl. Feiertage, Krankheits- und Urlaubstage) andauern und der Durchschnittslohn darf 62 EUR pro Arbeitstag nicht übersteigen oder die Beschäftigung wird zu einem unvorhersehbaren (nicht geplanten) Zeitpunkt sofort erforderlich.

 

In beiden Fällen darf der Arbeitslohn 12 EUR je Arbeitsstunde nicht übersteigen.

 

Was gilt bei mehreren Minijobs steuerlich?

Übt ein Arbeitnehmer mehrere Minijobs nebeneinander aus, ist durch Zusammenrechnung des Arbeitslohns aller geringfügigen Beschäftigungsverhältnisse zu prüfen, ob die 450-Euro-Grenze überschritten wird.

 

Beispiel mehrere Minijobs: Arbeitnehmer C verdient bei X monatlich 300 EUR. Ab September arbeitet er zusätzlich bei W für 180 EUR monatlich.Ab September besteht daher eine Versicherungspflicht für beide Arbeitsverhältnisse, da die Grenze überschritten ist.

 

"Haushaltsscheck"

Beim sogenannten Haushaltscheck geht es nicht um gut aufgeräumte Vorratskammern oder das beste Putzmittel. Er kommt zum Zuge, wenn eine ausschließliche Beschäftigung im privaten Haushalt vorliegt und es sich um Tätigkeiten handelt, die sonst durch Haushaltsmitglieder erledigt werden (z. B. Reinigungs- oder Gartenarbeiten, Pflegetätigkeiten – auch Tagesmütter).

 

Der Haushaltsscheck dient der Anmeldung von Sozialabgaben und der Pauschsteuer bei der Deutschen Rentenversicherung Knappschaft-Bahn-See (Minijob-Zentrale). Den Haushaltsscheck muss der Arbeitgeber - zum Beispiel eine Wohnungseigentümergemeinschaft - zu Beginn und zum Ende jeder Beschäftigung eines Arbeitnehmers sowie dann abgeben, wenn sich dessen Entgelt ändert. Ist ein fester Lohn vereinbart, gilt die Beginnmeldung als Dauerbeleg. Schwankt die Höhe des Arbeitslohns, muss der Arbeitgeber der Minijob-Zentrale jeweils bis zum 30.6. und 31.12. auf einem Vordruck die gezahlten Löhne des vorangegangenen Halbjahres melden. Auf der Basis dieser Angaben errechnet die Einzugsstelle den Beitrag und zieht diesen am 31. Juli bzw. 31. Januar für die jeweils vorhergehenden sechs Monate im Lastschriftverfahren ein.

 

Verzichtet der Arbeitnehmer auf die Rentenversicherungsfreiheit, muss er die Differenz zum Regelbeitrag (Aufstockungsbetrag) in Höhe von 13,6 % (Minijob im Haushalt) selbst tragen. Diese wird beim Arbeitgeber zusammen mit den Pauschalsätzen eingezogen. Hier ist die Mindestbemessungsgrundlage zu beachten, denn der zu zahlende monatliche Rentenversicherungsbeitrag ist von mind. 175 EUR zu berechnen.

 

Steuerermäßigung bei haushaltsnahen Dienstleistungen

Weitere Infos zur Steuerermäßigung bei einer geringfügigen oder sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung im Haushalt (Minijob) bzw. zur Beschäftigung durch eine Wohnungseigentümergemeinschaft finden Sie in unserem Beitrag zum Thema haushaltsnahe Dienstleistungen.

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