Minijobs: Diese steuerlichen Besonderheiten sollten Sie beachten

Minijobs sind für Unternehmer in vielen Branchen eine steuerlich attraktive Beschäftigungsform.

Minijobs sind aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken. Grundsätzlich gibt es 2 Arten von geringfügiger Beschäftigung, wie der Minijob in der Amtssprache heißt: Arbeitsplätze mit einer geringen Entlohnung und Jobs von sehr begrenzter Dauer. Der Minijob hat einige Vorteile, beispielsweise die Pauschalierung der Lohnsteuer. Welche Grenzen es gibt und wie Sie Ihre Einnahmen versteuern müssen, lesen Sie in diesem Beitrag.

 

 

Welche Arten von Minijobs gibt es?

Das Sozialversicherungsrecht unterscheidet zwischen geringfügig entlohnten und zeitlich sehr begrenzten, kurzfristigen Beschäftigungen bzw. Minijobs.

 

Bei der geringfügig entlohnten Beschäftigung darf der durchschnittliche Verdienst 450 EUR je Monat nicht übersteigen. Dabei sind die Vorschriften zum Mindestlohn zu beachten. Falls neben dem Arbeitsentgelt zusätzliche Leistungen (z. B. Urlaubs- und Weihnachtsgeld) bezahlt werden, müssen diese bei der Durchschnittsberechnung einbezogen werden, wenn die Zahlung mit hinreichender Sicherheit (Tarifvertrag, betriebliche Übung) erfolgen wird. Ein nur gelegentliches und nicht vorhersehbares Überschreiten der Arbeitsentgeltgrenze ist unschädlich. Bei schwankendem Arbeitslohn ist die Prognose des Arbeitslohns maßgeblich. Ist danach von einer Beschäftigung unter 450 EUR auszugehen und tritt aufgrund nicht vorhersehbarer Umstände eine Änderung ein, bleibt es bei der Versicherungsfreiheit. Übt ein Arbeitnehmer mehrere Minijobs aus, dürfen seine Einnahmen in Summe die 450-EUR-Grenze nicht überschreiten. Übt ein Arbeitnehmer neben einer versicherungspflichtigen Haupttätigkeit noch Minijobs aus, bleibt der zuerst aufgenommene Minijob versicherungsfrei. Alle weiteren Minijobs werden für die Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung, nicht jedoch für die Arbeitslosenversicherung zusammengerechnet.


Kurzfristige Beschäftigungen

 

Steht schon von Beginn an fest, dass die Beschäftigung nur einen bestimmten Zeitraum (z. B. Student mit Semesterferienjob) andauert, besteht keine Sozialversicherungspflicht, unabhängig von der Höhe des Entgelts.

 

Wichtig: Neue Zeitgrenze bei kurzfristiger Beschäftigung
Die für die Versicherungsfreiheit kurzfristiger Beschäftigungen maßgebende Zeitgrenze wird für eine Übergangszeit vom 1.1.2015 bis zum 31.12.2018 auf 3 Monate bzw. 70  Arbeitstage erhöht.

 

Dabei gilt die 3-Monats-Frist, wenn die Beschäftigung an mindestens 5 Tagen wöchentlich ausgeübt wird, und die 70-Tage-Frist bei geringerer wöchentlicher Beschäftigung. Die Beschäftigung muss vertraglich oder nach der Art des Beschäftigungsverhältnisses begrenzt angelegt sein (z. B. Saisontätigkeit). Beschäftigungen bei verschiedenen Arbeitgebern müssen zusammengerechnet werden.

 

Wie wird ein geringfügig entlohnter Minijob steuerlich behandelt?

Grundsätzlich ist der Minijob für den Arbeitnehmer aus steuerlicher Sicht mit wenig Aufwand verbunden: Als Arbeitnehmer müssen Sie Ihre Einkünfte zwar in der Einkommensteuererklärung angeben, haben aber ansonsten keinen weiteren Aufwand. Dieser entsteht beim Arbeitgeber, der auch die Pauschalsteuer für das Beschäftigungsverhältnis entrichten muss. Das Einkommen des Minijobbers bleibt dagegen in der Höhe von den Steuern unberührt.

 

Die Besteuerung eines geringfügig entlohnten Minijobs erfolgt entweder durch

  • eine Pauschsteuer. Die 2-%-Pauschsteuer gilt für Fälle, in denen der Arbeitgeber pauschale Beiträge zur Rentenversicherung zu entrichten hat. Die Pauschsteuer deckt die Lohnsteuer, die Kirchensteuer und den Solidaritätszuschlag insgesamt ab. Die Anmeldung und Erhebung erfolgt durch die DR Knappschaft-Bahn-See (Minijobzentrale),
  • die Pauschalierung der Lohnsteuer. Kommt die Pauschsteuer nicht in Betracht, weil keine Pauschalbeiträge zur Rentenversicherung zu entrichten sind, kann der Arbeitgeber die Steuer für ein Dienstverhältnis mit Arbeitslohn von nicht mehr als 450 EUR pro Monat mit 20 % pauschal versteuern. Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer kommen hinzu. Die Anmeldung erfolgt beim Betriebsstättenfinanzamt Ihres Arbeitgebers,
  • individuelle Besteuerung nach Ihren elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmalen.

 

Übersteigen bei mehreren Arbeitsverhältnissen die Verdienste in der Summe die 450-EUR-Grenze nicht, bleibt es bei der 2-%-Pauschsteuer. Bestehen neben einer Haupttätigkeit mehrere geringfügige Beschäftigungsverhältnisse, kann die Lohnsteuer für den ersten Minijob pauschal mit 2 % versteuert werden.

 

Wie wird ein kurzfristiger Minijob steuerlich behandelt?

Der Arbeitslohn aus einem kurzfristigen bzw. zeitlich begrenzten Minijob kann - anders als der geringfügig entlohnte Minijob - weder mit der Pauschsteuer von 2 % noch mit der 20 % pauschalen Lohnsteuer versteuert werden. Möglich ist dagegen eine Versteuerung mit 25 % pauschaler Lohnsteuer sowie Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer; dies kommt unter folgenden Voraussetzungen in Betracht:

 

  • Es erfolgt eine nur gelegentliche Beschäftigung des Arbeitnehmers; die Beschäftigung darf nicht mehr als 18 zusammenhängende Arbeitstage (inkl. Feiertage, Krankheits- und Urlaubstage) andauern und der Durchschnittslohn darf 62 EUR pro Arbeitstag nicht übersteigen oder
  • die Beschäftigung wird zu einem unvorhersehbaren (nicht geplanten) Zeitpunkt sofort erforderlich.

 

In beiden Fällen darf der Arbeitslohn 12 EUR je Arbeitsstunde nicht übersteigen.

Einige Besonderheiten gibt es bei Steuerermäßigungen in Bezug auf eine geringfügige oder sozialversicherungspflichtige Beschäftigung im Haushalt (Minijob) bzw. bei einer Beschäftigung durch eine Wohnungseigentümergemeinschaft. Weitere Infos hierzu finden Sie in unserem Beitrag zum Thema haushaltsnahe Dienstleistungen.

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