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Kurzarbeitergeld berechnen: So viel Kurzarbeitergeld erhalten Sie

 

Durch die Corona-Krise müssen aktuell viele Unternehmen ihre Angestellten in Kurzarbeit schicken. Für Unternehmen ist dies eine Maßnahme, um die finanziellen Folgen wirtschaftlich schwieriger Zeiten abzufedern. Für die Arbeitnehmer bedeutet Kurzarbeit jedoch den Wegfall eines Teils ihres Gehalts. Das Kurzarbeitergeld soll diesen Verlust teilweise kompensieren. Berechnen Sie hier, wie viel Kurzarbeitergeld Sie bekommen und wie es sich auf Ihr Netto-Gehalt auswirkt.

 

Kurzarbeit ist eine zeitlich begrenzte Verkürzung der Arbeitszeit für Teile der Belegschaft oder ein gesamtes Unternehmen. Dies kann nötig werden, wenn die Auftragslage sehr schlecht ist oder wenn – so wie aktuell durch die Corona-Krise – Lieferketten reißen oder die Nachfrage wegbricht. Die Kurzarbeit soll gewährleisten, dass Unternehmen wirtschaftliche Engpässe überbrücken können, ohne Mitarbeiter zu entlassen.

Kurzarbeitergeld-Rechner für Arbeitnehmer

Wer in Kurzarbeit ist, hat dadurch Gehaltseinbußen. Das Kurzarbeitergeld kompensiert diese Entgeltausfälle zu einem gewissen Teil. Mit unserem Kurzarbeitergeld-Rechner können Sie berechnen, welche Auswirkungen die Kurzarbeit auf Ihr individuelles Netto-Gehalt hat:


Die wichtigsten Informationen zum Kurzarbeitergeld

Wie viel Kurzarbeitergeld gibt es?

Die Arbeitsagentur stockt den Lohn mit dem Kurzarbeitergeld auf. Wie viel Kurzarbeitergeld es gibt, hängt von der Höhe des entfallenden Lohns ab. Der Kurzarbeit-Rechner ermittelt daher die Differenz zwischen dem üblichen Nettolohn und dem reduzierten Nettolohn während der Kurzarbeit.

 

Im Zuge der Corona-Krise haben Union und SPD eine Erhöhung des Kurzarbeitergeldes beschlossen. Kinderlose Beschäftigte erhalten nun bis zu 80 Prozent des ausgefallenen Nettogehalts ersetzt – abhängig von der Dauer des Bezugs. Für Arbeitnehmer mit mindestens einem Kind, das im gleichen Haushalt lebt, wird das Kurzarbeitergeld auf bis zu 87 Prozent erhöht.

 

Durch die Neuregelung gibt es eine Staffelung des Kurzarbeitergeld-Satzes:

 

  • In den ersten drei Bezugsmonaten gelten die bisherigen Kurzarbeitergeld-Sätze von 60 (für Kinderlose) bzw. 67 Prozent (Arbeitnehmer mit Kind).
  • Ab dem 4. Monat werden 70 bzw. 77 Prozent
  • und ab dem 7. Monat werden 80 bzw. 87 Prozent des Verdienstausfalls ersetzt.

 

Wer kann Kurzarbeit anmelden?

Kurzarbeitergeld wird grundsätzlich vom Arbeitgeber beantragt. Dieser muss dazu eine Anzeige bei der Bundesagentur für Arbeit einreichen. Zuständig ist die örtliche Arbeitsagentur – also diejenige, in deren Bezirk die Lohnabrechnungsstelle liegt. Die Anzeige der Kurzarbeit ist online im eServices-Portal der Bundesagentur möglich und muss spätestens am letzten Tag des ersten Kurzarbeit-Monats eingehen.

 

Bei unseren Kollegen von Lexware finden Sie Informationen zur Kurzarbeit speziell für Unternehmer.

 

Wer hat Anspruch auf Kurzarbeitergeld?

Kurzarbeitergeld ist auch in kleineren und mittelständischen Betrieben möglich, nicht nur in großen Unternehmen. Es kann also jeder Arbeitgeber Kurzarbeitergeld beantragen, wenn die betriebsübliche Arbeitszeit vorübergehend gekürzt werden muss. Der Arbeitgeber streckt dann das Kurzarbeitergeld vor und kann es sich bei der zuständigen Arbeitsagentur zurückholen.

 

Kurzarbeitergeld muss nicht für das gesamte Unternehmen beantragt werden, sondern kann auch auf einzelne Abteilungen begrenzt sein. Zum Beispiel auf die Produktion, während Angestellte im Büro normal weiterarbeiten.

 

Wer bekommt kein Kurzarbeitergeld?

Keinen Anspruch auf Kurzarbeitergeld haben Minijobber sowie Beschäftigte, die vor Beginn der Kurzarbeit Krankengeld erhalten oder die im Urlaub sind.

Für Arbeitnehmer, die in Urlaub sind, gilt: Sie erhalten für die Dauer des Urlaubs das ungekürzte Urlaubsentgelt. Dieses berechnet sich nämlich laut Bundesurlaubsgesetz trotz der Kurzarbeit nach dem ungekürzten Entgelt der letzten 13 Wochen. Verdienstausfälle durch Kurzarbeit lassen sich also für eine bestimmte Zeit vermeiden, indem Sie Urlaub nehmen.

 

Arbeitnehmern kann auch während des Bezugs von Kurzarbeitergeld gekündigt werden – falls dies nicht durch einen Tarifvertrag oder eine Betriebsvereinbarung ausgeschlossen wird. Im Fall einer Kündigung kann der Arbeitgeber jedoch kein Kurzarbeitergeld mehr für den betroffenen Arbeitnehmer beantragen und muss ihm bis zum Ausscheiden sein volles Entgelt auszahlen.

 

Kurzarbeitergeld und Corona

Die Bundesregierung hat einige Regelungen zur Kurzarbeit aufgrund der Corona-Krise in einem Eilverfahren geändert:

 

  • Bislang war eine Voraussetzung für Kurzarbeitergeld, dass 30 Prozent der Beschäftigten eines Unternehmens vom Arbeitsausfall betroffen sind. Diese Hürde wurde auf 10 Prozent gesenkt.
  • Auch für Beschäftigte in Leiharbeit kann nun Kurzarbeitergeld beantragt werden.
  • Die Sozialbeiträge für ausgefallene Arbeitsstunden werden Arbeitgebern im Zuge der Corona-Krise in vollem Umfang erstattet.
  • Auszubildende können Kurzarbeitergeld erhalten, wenn eine vorübergehende Schließung ihres Unternehmen aufgrund der Corona-Krise erfolgt. Zu beachten ist allerdings, dass ihre Vergütung für mindestens sechs Wochen in voller Höhe weitergezahlt wird.
  • Auch im öffentlichen Dienst kann nun in besonderen Fällen – beispielsweise einer behördlich angeordneten Schließung – Kurzarbeit beantragt werden.
  • Das Kurzarbeitergeld wird erhöht (siehe oben).

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Wie wird Kurzarbeitergeld versteuert?

Kurzarbeitergeld ist grundsätzlich steuerfrei. Ähnlich wie für das Elterngeld oder Arbeitslosengeld muss für das Kurzarbeitergeld keine Einkommenssteuer bezahlt werden. Allerdings gilt der sogenannte Progressionsvorbehalt, der sich steuererhöhend auswirken kann.

 

Bislang galt, dass der Arbeitgeber Sozialabgaben auf das Kurzarbeitergeld entrichten muss. Aktuell werden die Sozialbeiträge für ausgefallene Arbeitsstunden im Rahmen des Corona-Hilfspakets der Bundesregierung erstattet.

 

Zuschüsse zum Kurzarbeitergeld

Glücklich kann sich schätzen, wer einen Arbeitgeber hat, der einen Zuschuss zum Kurzarbeitergeld gewährt. Damit können Unternehmen die finanziellen Auswirkungen für Ihre Mitarbeiter abmildern. Dies geschieht jedoch freiwillig, verpflichtet sind die Firmen nicht.

 

Ein solcher Arbeitgeberzuschuss zum Kurzarbeitergeld ist grundsätzlich steuerpflichtig. Während der Corona-Krise profitieren Sie jedoch von einer Steuererleichterung. Rückwirkend vom 01.03.2020 und bis zum 31.12.2020 ist der Zuschuss steuerfrei. Allerdings gibt es dafür eine Bedingung:

 

Die Summe aus Zuschuss und Kurzarbeitergeld darf 80 Prozent der Differenz des vor der Kurzarbeit gezahlten Bruttoentgelts und des nun gezahlten Entgelts nicht überschreiten.

 

Wie lange bekommt man Kurzarbeitergeld?

Kurzarbeitergeld gibt es für maximal zwölf Monate. Dieser Zeitraum kann auch unterbrochen werden, zum Beispiel wenn sich die Auftragslage zwischenzeitlich bessert. Dauert die Unterbrechung länger als drei Monate, müsste danach ein neuer Antrag auf Kurzarbeit gestellt werden.

 

Achtung: Tücken beim Kurzarbeitergeld

Nehmen Sie als Arbeitnehmer nach der Einführung von Kurzarbeit eine weitere Beschäftigung auf, verringert dies die Differenz zwischen Ihrem bisher üblichen Nettolohn und dem reduzierten Nettolohn. Daher vermindert dieses Ihren Anspruch auf Kurzarbeitergeld.

Arbeitnehmer, die planen in Elternzeit zu gehen, müssen besonders aufpassen: Kurzarbeit kann den Anspruch auf Elterngeld erheblich reduzieren. Die Höhe des Elterngelds wird nämlich allein nach dem Erwerbseinkommen der letzten zwölf Monate bestimmt – das Kurzarbeitergeld wird hierbei nicht berücksichtigt.

Im Zuge der Coronakrise soll eine Gesetzesänderung coronabedingte Nachteile verhindern: Am 7. Mai 2020 hat der Bundestag einen Gesetzesentwurf für Anpassungen beim Elterngeld beraten und verabschiedet. Werdende Eltern können Monate, in denen Sie krisenbedingt in Kurzarbeit waren, von der Elterngeldberechnung ausnehmen. Zudem verhindert die Neuregelung, dass Eltern weniger Elterngeld erhalten oder einen Teil davon zurückzahlen müssen, wenn sie wegen der Corona-Krise mehr oder weniger arbeiten müssen als vorgesehen war. Der Bundesrat muss den Änderungen noch zustimmen, sie gelten dann rückwirkend ab dem 1. März 2020.