Jobrad in der Steuererklärung – lohnt es sich?

Von Bernhard Köstler

 

Möchte Ihnen Ihr Chef eine Freude machen, hat aber kein Geld zu eine monatliche Lohnerhöhung, kann er es mit einem Gehaltsextra versuchen. Ein in der Praxis äußerst beliebtes und steuerlich interessantes Gehaltsextra ist die Gewährung eines Dienstrads. Werden einige Voraussetzungen beachtet, kann das Jobrad komplett steuerfrei genutzt werden.

 

Das sind die Voraussetzungen für die Steuerfreiheit des Dienstrads

Damit das Gehaltsextra Dienstrad nach § 3 Nr. 37 EStG lohnsteuerfrei ist, müssen Arbeitgeber und Arbeitnehmer auf folgende Besonderheiten achten:

 

  • Das Jobrad muss zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn gestellt werden. Das bedeutet: Die Steuerfreiheit ist ausgeschlossen, wenn zu Gunsten eines Jobrads der monatliche Arbeitslohn reduziert wird.
  • Begünstigt ist nur ein Dienstrad, das ein Arbeitgeber erstmals ab 2019 zur Verfügung stellt.
  • Die Steuerfreiheit für die Überlassung eines Dienstrads ist bis Ende 2030 möglich.

 

Praxis-Tipp: Hat Ihr Arbeitgeber Ihnen erstmals ab 2019 ein Dienstfahrrad zur Verfügung gestellt, haken Sie nach, ob er dafür einen geldwerten Vorteil angesetzt und lohnversteuert hat. Wenn ja, lassen Sie sich die Höhe dieses geldwerten Vorteils bescheinigen. Diese Bescheinigung legen Sie dem Finanzamt mit Ihrer Einkommensteuererklärung vor und bitten in Höhe des geldwerten Vorteils für das Dienstrad um Reduzierung des zu versteuernden Bruttoarbeitslohns.

 

Dienstrad: Besteuerung eines geldwerten Vorteils

Hat Ihr Arbeitgeber Ihnen das Fahrrad bereits vor dem 1.1.2019 zur Verfügung gestellt oder wurde aufgrund der Bereitstellung des Jobrads der Arbeitslohn gemindert (Gehaltsumwandlung), muss lohnsteuerlich ein geldwerter Vorteil versteuert werden.

 

Für die Privatnutzung des Dienstrads und für die Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte ist der geldwerte Vorteil nach der 1-Prozent-Methode zu ermitteln. Zu versteuern ist jeden Monat 1 Prozent der auf volle 100 Euro abgerundeten unverbindlichen Preisempfehlung des Herstellers im Zeitpunkt der Inbetriebnahme des Dienstrads.

 

Beispiel: Ihr Arbeitgeber hat Ihnen 2018 ein Dienstrad mit einer unverbindlichen Preisempfehlung in Höhe von 2.520 Euro zur Verfügung gestellt. Der Betrag ist auf 2.500 Euro abzurunden. Das ergibt also einen geldwerten Vorteil in Höhe von 25 Euro pro Monat. Pro Jahr muss der Arbeitnehmer die Nutzung des Dienstrads also mit 12 x 25 Euro = 300 Euro versteuern.

 

Steuererleichterung beim Jobrad auf 0,25 Prozent

Stellt der Arbeitgeber Ihnen seit dem 1.1.2019 erstmals ein Dienstrad zur Verfügung und die Gewährung dieses Gehaltsextras wird nicht zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn erbracht, winkt bis Ende 2030 eine Steuererleichterung.

 

Der geldwerte Vorteil beträgt bei einer erstmaligen Dienstrad-Gestellung ab 2019 jeden Monat 0,25 Prozent die auf volle 100 Euro abgerundete unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers im Zeitpunkt der Inbetriebnahme des Dienstrads.

Bernhard Köstler

Bernhard Köstler ist Dipl.-Finanzwirt, Journalist und Fachbuchautor im Bereich Steuern. Er ist seit 1991 in der Münchner Finanzverwaltung tätig, Regierungsrat und Sachgebietsleiter in der Betriebsprüfung.