Einkommensteuergesetz: Diese steuerpflichtigen und steuerfreien Einkünfte gibt es

Grundsätzlich unterliegen alle Menschen, die in Deutschland Geld verdienen, dem Einkommensteuergesetz und müssen Einkommensteuer zahlen.

Grundsätzlich unterliegen alle Menschen, die in Deutschland Geld verdienen, dem Einkommensteuergesetz und müssen Einkommensteuer zahlen. Allerdings gibt es zahlreiche Freigrenzen, Abzugsmöglichkeiten und sogar Einkünfte, die nicht der Einkommensteuer unterliegen. Hier erfahren Sie mehr über steuerpflichtige und steuerfreie Einkünfte in Deutschland. In diesem Beitrag erfahren Sie:

  • welche Einkünfte steuerpflichtig sind

  • wann sich eine Einkommensteuererklärung lohnt

  • welche steuerfreien Einnahmen es gibt

     

Einkommensteuergesetz: Diese 7 Einkunftsarten sind steuerpflichtig

 

Das Einkommensteuergesetz kennt 7 sogenannte Einkunftsarten, die bei der Berechnung der Einkommensteuer berücksichtigt werden. Für Laien immer wieder überraschend ist die Tatsache, dass es durchaus zahlreiche Einnahmen gibt, auf die ein Steuerpflichtiger – trotz gewaltiger Summen – keine Einkommensteuer zahlen muss. Das bekannteste Beispiel ist der Lottogewinn: Ein Sechser im Lotto ist meist eine ordentliche Summe – und trotzdem kein Fall für das Finanzamt, da er unter keine der folgenden 7 Einkunftsarten fällt, die der Einkommensteuer unterliegen:

 

  1. Einkommen aus nichtselbstständiger oder selbstständiger Arbeit

  2. Einkommen aus einem Gewerbebetrieb

  3. Einkünfte aus Kapitalvermögen (Zinsen, Dividenden, Kursgewinne bei Aktienverkäufen etc.)

  4. Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung

  5. Einkommen aus gesetzlichen oder betrieblichen Renten etc.

  6. Einkünfte aus Land- und Forstwirtschaft

  7. Sonstige Einkünfte im Sinne des Auffangparagrafen 22 im Einkommensteuergesetz

 

Einkommen aus Erbschaften und Schenkungen sind zwar keine Einkunftsart im Sinne des Einkommensteuergesetzes, unterliegen dafür aber der Erbschaft- und Schenkungsteuer.

Zu den „sonstigen Einkünften“ im Sinne des Paragrafen 22 und 23 im Einkommensteuergesetz zählen v. a. Einnahmen aus bestimmten wiederkehrenden Bezügen, beispielsweise Altersvorsorgeverträgen, aber auch Unterhaltsleistungen, Diäten von Abgeordneten, und diverse Einkünfte aus privaten Veräußerungsgeschäften.

 

Tipp: Eine Einkommensteuererklärung lohnt sich immer! Gerade wenn Sie nicht zur Abgabe einer Einkommensteuererklärung verpflichtet sind, sollten Sie über eine sogenannte Antragsveranlagung nachdenken. Der Grund: In 9 von 10 Fällen erhalten Sie Geld zurück!

 

Einkommensteuergesetz: Diese steuerfreien Einnahmen gibt es

 

Das Einkommensteuergesetz versteht unter steuerfreien Einnahmen Zuflüsse in Geld oder Geldeswert, die nach dem Einkommensteuergesetz nicht zu versteuern sind. Dabei ist zu unterscheiden zwischen vollständig steuerfreien Einnahmen und steuerfreien Einnahmen, die aber dem Progressionsvorbehalt unterliegen. Letzteres bedeutet, dass die Einnahmen selbst zwar steuerfrei sind, sich aber auf die Höhe des Steuersatzes der anderen, steuerpflichtigen Einnahmen auswirken. Zu dieser Sorte gehören beispielsweise Krankengeld, Pflegegeld, Kurzarbeitergeld, Arbeitslosengeld, Elterngeld etc. Darüber hinaus wird die Steuerfreiheit von Einnahmen im Einkommensteuergesetz sehr häufig auf Höchstgrenzen, sogenannte Steuerfreibeträge, beschränkt. In diesem Fall sind die betreffenden Einnahmen bis zu einer bestimmten Grenze (dem Steuerfreibetrag) steuerfrei, alle darüber liegenden Einnahmen müssen versteuert werden.

Im Einkommensteuergesetz (Paragraf 3, 3b und 3c) sind einige Einnahmen aufgelistet, die explizit nicht der Einkommensteuer unterliegen. Die wichtigsten haben wir hier für Sie aufgelistet:

  • Mutterschaftsgeld, Erziehungs- bzw. Elterngeld

  • Kindergeld

  • Leistungen der Kranken-, Pflege- und gesetzlichen Unfallversicherung

  • Sozialhilfe, Arbeitslosengeld und Lohnersatzleistungen nach Arbeitsförderungsgesetz

  • Wohngeld

  • Einnahmen nach dem Ausbildungsförderungsgesetz (v. a. BAföG)

  • Bestimmte Zuschüsse zur betrieblichen und privaten Altersvorsorge

  • Zuschläge für Sonntags-, Feiertags- und Nachtarbeit

  • Aufwandsentschädigungen für ehrenamtliche Tätigkeiten

Unser Abfindungsrechner, der auch Lohnersatzleistungen berücksichtigt, berechnet Ihnen die zu zahlende Einkommensteuer. Da Abfindungen frei von Sozialabgaben sind, bleibt bei Abfindungen mehr Geld übrig als bei regulärem Einkommen.

 

 

Zum Abfindungsrechner