Corona: Das müssen Arbeitnehmer steuerlich beachten

Von Steuern.de-Redaktion

 

Im Zuge der Corona-Krise werden nicht nur Messen und Großveranstaltungen abgesagt. Auch Kinos, Restaurants und Kitas bleiben mittlerweile geschlossen, das öffentliche Leben kommt langsam, aber sicher zum Erliegen. Angesichts der konsequenten Maßnahmen zur Eindämmung von COVID-19 befürchten viele Arbeitnehmer finanzielle Einbußen. Erfahren Sie hier, was sie hinsichtlich finanzieller Ersatzleistungen bei der Steuer beachten sollten.

 

Quarantäne oder Beschäftigungsverbot wegen Corona-Verdachtsfall

Wer an Corona erkrankt, erhält selbstverständlich sein Gehalt weiter. Diese Entgeltfortzahlung gibt es bis zu sechs Wochen. Dauert die Erkrankung länger – was bei Corona äußerst unwahrscheinlich ist – haben die Betroffenen einen Anspruch auf Krankengeld. Dieses ist zwar niedriger, aber dafür steuerfrei.

 

Durch das deutsche Infektionsschutzgesetz kann es auch schon bei einem bloßen Verdachtsfall zu einem Beschäftigungsverbot kommen. Die gute Nachricht: Betroffene Arbeitnehmer werden auch in diesem Fall für Ihren Verdienstausfall entschädigt.

 

  • Die Verdienstausfallentschädigungen nach dem Infektionsschutzgesetz sind steuerfrei.

 

Tipp:
Wenn Ihnen zuzahlungspflichtige Medikamente vom Arzt verschrieben wurden, können Sie die Kosten als außergewöhnliche Belastungen bei Ihrer nächsten Steuererklärung angeben. Das geht jedoch nur, wenn die Krankheitskosten (gegebenenfalls zusammen mit anderen außergewöhnlichen Belastungen) die sogenannte zumutbare Belastung übersteigen.

Verdienstausfall durch Kurzarbeit?

Die deutsche Wirtschaft erhielt durch die Corona-Pandemie einen starken Dämpfer. Immer mehr Unternehmen schicken ihre Mitarbeiter nach Hause. Gerade kleinere Unternehmen leiden stark unter der sinkenden Auftragslage und müssen Kurzarbeit anordnen.

 

Für die betroffenen Mitarbeiter besteht üblicherweise ein Anspruch auf Kurzarbeitergeld in Höhe von 60 beziehungsweise 67 Prozent des ausgefallenen Nettogehalts. Im Zuge der Corona-Krise wurde eine Erhöhung des Kurzarbeitergeldes beschlossen. Kinderlose Beschäftigte erhalten nun statt 60 Prozent bis zu 80 Prozent des ausgefallenen Nettogehalts ersetzt – abhängig von der Dauer des Bezugs. Für Beschäftigte mit Kindern wird das Kurzarbeitergeld von 67 auf bis zu 87 Prozent erhöht.

 

Die Neuregelung, auf die sich Union und SPD geeinigt haben, sieht eine Staffelung des Kurzarbeitergeld-Satzes vor:

 

  • In den ersten drei Bezugsmonaten gelten die bisherigen Kurzarbeitergeld-Sätze.
  • Ab dem 4. Monat werden 70 bzw. 77 Prozent
  • und ab dem 7. Monat werden 80 bzw. 87 Prozent des Netto-Lohnausfalls ersetzt.

 

Die Voraussetzung für Kurzarbeitergeld ist, dass die üblichen Arbeitszeiten vorübergehend wesentlich verringert sind, zum Beispiel weil Lieferungen oder Gäste ausbleiben. Das Kurzarbeitergeld muss vom Arbeitgeber beantragt werden. Dank aktueller Erleichterungen der Bundesregierung gibt es Kurzarbeitergeld seit April 2020 auch für Leiharbeitnehmer. Die Sozialversicherungsbeiträge werden vollständig durch die Bundesagentur für Arbeit erstattet.

 

  • Das Kurzarbeitergeld ist lohnsteuerfrei.
  • Allerdingsdings erhöht Kurzarbeitergeld den Steuersatz für das zu versteuernde Einkommen. Daher kann es zu einer Steuernachzahlung kommen.
  • Haben Sie Kurzarbeitergeld erhalten, sind Sie in der Regel dazu verpflichtet eine Steuererklärung abzugeben.

 

Tipp:
Sie haben aktuell Kurzarbeit oder sind sogar in auferlegter oder selbstgewählter Quarantäne? Dann nutzen Sie die gewonnene Zeit und erledigen Sie gleich Ihre Steuererklärung 2019.

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Zuschüsse zum Kurzarbeitergeld

Manche Arbeitgeber gewähren Ihren Angestellten einen Zuschuss zum Kurzarbeitergeld, um die finanziellen Auswirkungen der Kurzarbeit abzumildern. Beachten Sie jedoch: Grundsätzlich ist dieser Zuschuss steuerpflichtig!

 

Aufgrund der besonderen Situation während der Corona-Krise gibt es jedoch eine Steuererleichterung. Der Arbeitgeberzuschuss ist steuerfrei…

 

  • rückwirkend vom 01.03.2020 und bis zum 31.12.2020.
  • Bedingung: Er übersteigt – zusammen mit dem Kurzarbeitergeld – 80 % der Differenz zwischen dem Soll-Entgelt (= Bruttogehalt vor der Kurzarbeit) und dem Ist-Entgelt (= aktuell gezahltes Gehalt) nicht.

 

Tipp:
Mit unserem Kurzarbeitergeld-Rechner erfahren Sie, wie viel Kurzarbeitergeld Sie bekommen und wie sich Ihr Netto verändert. Probieren Sie es gleich aus!

Weitere Informationen zur Kurzarbeit

Im Artikel "Kurzarbeitergeld und Steuer" erfahren Sie alles Weitere zu steuerlichen Aspekten des Kurzarbeitergelds. Unter anderem:

 

  • Muss man Kurzarbeitergeld versteuern?
  • Wann droht eine Steuernachzahlung?
  • Kann man Kurzarbeitergeld steuerfrei aufstocken?

 

Zum Artikel "Kurzarbeitergeld und Steuer"

Corona-Prämien für Arbeitnehmer

Einige Arbeitgeber haben ihren Mitarbeitern für ihren Einsatz in der Corona-Krise einen Bonus ausgezahlt. Bonuszahlungen, die die Beschäftigten zwischen dem 1.3.2020 und dem 31.12.2020 erhalten, bleiben bis zu einem Betrag von 1.500 Euro steuerfrei.

 

  • Corona-Bonuszahlungen sind bis zu einem Betrag von 1.500 Euro steuerfrei.

 

Steuerfreie Hilfen durch den Arbeitgeber

Im Ernstfall kann Ihre Arbeitgeber Sie steuerfrei finanziell unterstützen:

 

  • Betreuungsleistungen: Ihr Arbeitgeber kann Sie finanziell unterstützen, wenn Sie die Betreuung Ihrer Kinder wegen einer Schulschließung übernehmen müssen. Hat Ihr Kind sein 14. Lebensjahr noch nicht vollendet, sind bis zu 600 Euro für die Kinderbetreuung steuerfrei.
  • Notfallbeihilfe: Ebensfalls bis zu 600 Euro steuerfrei kann Ihnen Ihr Arbeitgeber als Notfallbeihilfe überweisen. Das gilt zum Beispiel, wenn Ihr Ehepartner seinen Arbeitsplatz verloren hat, erkrankt oder im schlimmsten Fall verstorben ist.
  • Arbeitgeberdarlehen: Ihr Arbeitgeber kann Ihnen evtl. ein zinsloses Darlehen aus betrieblichen Mitteln gewähren. Der Zinsvorteil bleibt lohnsteuerfrei, wenn der Darlehensbetrag nicht mehr als 2.600 Euro beträgt.

 

Diese Hilfen sind freiwillig, einen Anspruch darauf haben Sie nicht.

Arbeit im Homeoffice wegen Corona

Sehr viele Menschen arbeiteten während der Corona-Pandemie im Homeoffice. Diese Maßnahme ist sinnvoll, um eine Ansteckung zu vermeiden und teilweise auch schlicht unumgänglich – zum Beispiel, wenn „nebenbei“ die Kinder zuhause betreut werden mussten.

 

Die Arbeit zuhause kann natürlich auch steuerliche Auswirkungen haben – sowohl positiv wie auch negativ. Erfahren Sie im Artikel Arbeiten im Homeoffice – steuerliche Vor- und Nachteile, was Sie beachten müssen.

Corona und Dienstwagen: So sparen Sie Steuern

Wenn Ihnen Ihr Arbeitgeber einen Dienstwagen zur Verfügung stellt und Sie wegen Corona längere Zeit im Homeoffice arbeiten mussten, kann dies steuerliche Vorteile bringen.

 

Beispiel:
Ihr Arbeitgeber stellt Ihnen trotz Corona und Homeoffice einen Dienstwagen mit einem Bruttolistenpreis von 30.000 Euro zur Verfügung. Sie nutzen diesen Dienstwagen auch für Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsplatz (einfache Entfernung 25 km). Folge: Im Rahmen der Ermittlung der monatlichen Lohnsteuer, die von Ihrem Arbeitslohn abgezogen wird, ermittelt der Arbeitgeber für die Dienstwagennutzung folgenden zu versteuernden geldwerten Vorteil:

 

Geldwerter Vorteil ohne Steuerersparnis für Nutzung des Dienstwagens pro Jahr:

 

Geldwerter Vorteil für Privatnutzung (30.000 Euro x 1 % x 12 Monate)

3.600 Euro

+

Geldwerter Vorteil für Nutzung des Dienstwagens zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte (30.000 Euro x 0,03 % x 25 km x 12 Monate)

2.700 Euro

=

Zu versteuernder geldwerter Vorteil pro Jahr

6.300 Euro

 

Besonderheit bei Homeoffice wegen Corona: Weniger Steuern für Dienstwagen

Haben Sie wegen der Corona-Krise mehrere Monate zu Hause gearbeitet, kann es passieren, dass wegen Corona für den Dienstwagen deutlich weniger Steuern fällig werden. Denn können Sie dem Finanzamt plausibel nachweisen, dass wegen Corona der Dienstwagen im Jahr 2020 an maximal 180 Tagen zur Fahrten zwischen Wohnung und Arbeit genutzt wurde, darf der geldwerte Vorteil nach der 0,002 %-Regelung ermittelt werden (BMF, Schreiben v. 4.4.2018, Az. IV C 5 – S 2334/18/10001).

 

Wenn sie also beispielsweise nachweisen können, dass Sie wegen Corona und Homeoffice Ihren Dienstwagen nur an 120 Tagen für Fahrten zur Arbeit genutzt haben, sieht die Rechnung folgendermaßen aus:

 

So ermitteln Sie den wegen Corona reduzierten geldwerten Vorteil für Ihren Dienstwagen:

 

Geldwerter Vorteil für Privatnutzung (30.000 Euro x 1% x 12 Monate)

3.600 Euro

+

Geldwerter Vorteil für Nutzung des Dienstwagens zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte (30.000 Euro x 0,002 % x 25 km x 120 Tage)

1.800 Euro

=

Zu versteuernder geldwerter Vorteil pro Jahr

5.400 Euro

 

Hat Ihr Arbeitgeber die Lohnsteuer nach der Berechnung im obigen Beispiel ermittelt, haben Sie im Jahr 2020 also unterm Strich 900 Euro zu viel versteuert.

 

So bekommen Sie wegen Corona Steuern für Ihren Dienstwagen zurück

Ergibt sich wegen der vielen Tage im Homeoffice wegen Corona tatsächlich einen geringerer geldwerter Vorteil für Ihren Dienstwagen, empfiehlt sich folgende Vorgehensweise:

 

  • Lassen Sie sich von Ihrem Arbeitgeber bescheinigen, in welcher Höhe er nach welchem Berechnungsschema den geldwerten Vorteil berechnet hat.
  • Geben Sie eine Einkommensteuererklärung ab, legen Sie Ihre Berechnung vor und beantragen Sie wegen Corona die Reduzierung des Arbeitslohns für den Dienstwagen.
  • Das Finanzamt erstattet so die zu viel bezahlten Steuern.