Kassenführung: Das sollten Unternehmer zur Bonpflicht wissen

 

Nutzen Sie in Ihrem Betrieb eine elektronische Kasse, erwartet das Finanzamt von Ihnen seit dem 1.1.2020, dass Sie für jeden über die Kasse abgewickelten Geschäftsvorfall einen Beleg ausgeben. Umgangssprachlich wird für diese Belegausgabepflicht meist der Begriff Bonpflicht verwendet. Hier finden Sie die wichtigsten Infos, was das Finanzamt im Rahmen der Bonpflicht von Ihnen als Unternehmer erwartet.

 

Was ist das Ziel der Bonpflicht?

Das Ziel der Bonpflicht seit 1.1.2020 ist klar. Die deutsche Finanzverwaltung möchte damit vermeiden, dass Umsätze dem Finanzamt verschwiegen werden. Speziell ausgebildete Kassenprüfer der Finanzämter sollen bei Prüfungen oder Kassen-Nachschauen dann die Kassenspeicher auslesen und prüfen, ob auch wirklich alle Einnahmen steuerlich erfasst wurden.

 

Welche Anforderungen muss der Kassenbon im Rahmen der Bonpflicht erfüllen?

Die Anforderungen, die der Kassenbon im Rahmen der Bonpflicht erfüllen muss, kann der Kassensicherungsverordnung entnommen werden. Danach müssen folgende Informationen auf dem Bon zu finden sein:

 

  • Name und Adresse des leistenden Unternehmens (= Aussteller des Belegs)
  • Datum der Belegausstellung und Zeitpunkt des Vorgangsbeginns sowie Zeitpunkt der Beendigung des Vorgangs
  • Menge und Art der gelieferten Gegenstände bzw. Umfang und Art der sonstigen Leistung
  • Transaktionsnummer
  • Entgelt und darauf entfallender Steuerbetrag für eine Warenlieferung oder eine sonstige Leistung in einem Betrag sowie den anzuwendenden Umsatzsteuersatz – im Falle einer Steuerbefreiung ist ein Hinweis in den Bon aufzunehmen

Achtung: Für die Bonpflicht gibt es keine Übergangsregelung

Es gibt tatsächlich noch Unternehmer, die guten Gewissens die Bonpflicht seit 1. Januar 2020 ignorieren. Und zwar deshalb, weil sie der Meinung sind, dass die Bonpflicht frühestens ab 30. September 2020 zwingend umzusetzen ist. Doch das ist ein fataler Irrtum. Es gibt zwar tatsächlich eine Übergangsregelung, doch diese betrifft nicht die Bonpflicht, sondern die Aufrüstung der elektronischen Registrierkasse mit einer zertifizierten technischen Sicherheitseinrichtung (TSE).

 

Hinweis:
Kassenbetreiber sind dazu verpflichtet, sich selbst um die Aufrüstung Ihrer Kasse zu kümmern.

Erwartet das Finanzamt bei der Bonpflicht die Ausgabe eines Papierbelegs?

Zu Beginn der Bonpflicht wurden medienwirksam die Müllsäcke in Szene gesetzt, die durch die ausgegebenen und von Kunden liegengelassenen Papierbelege, jeden Tag entstehen.

Dabei gibt es keine Verpflichtung, Papierbelege auszugeben. Im Rahmen der Bonpflicht genügt es, wenn Sie dem Kunden einen digitalen Kassenbeleg als JPG, PNG oder PDF per Mail schicken oder diesen direkt aufs Smartphone übertragen (BMF, Schreiben v. 28.5.2020, Az. IV A 4 - S 0316-a/20/10003 :002).

 

Möchte der Kunde den Beleg nicht mitnehmen, muss im Rahmen der Bonpflicht dennoch ein Kassenbon im Kassensystem erstellt werden.

Welche Sanktionen drohen, wenn ich der Bonpflicht nicht nachkomme?

Verwenden Sie zur Abrechnung von Barumsätzen ein elektronisches Kassensystem und weigern sich, die seit 1.1.2020 geltende Bonpflicht umzusetzen, riskieren Sie, dass das Finanzamt Ihnen die Ordnungsmäßigkeit der Kassenführung abspricht. Folge: Findet das Finanzamt noch weitere Anhaltspunkte dafür, dass nicht alle Bareinnahmen über die Kasse gelaufen sind, dürfen beim Umsatz und Gewinn Zuschätzungen vorgenommen werden.

 

Trotz harter Zeiten wegen Corona, müssen Sie als Unternehmer mit einer elektronischen Kasse zwingend die Bonpflicht umsetzen. Denn in einigen Jahren werden sich die Finanzämter, im Rahmen von Kassenprüfungen, auch das Jahr 2020 vornehmen und Mängel bei der Bonpflicht bestrafen.