Besteuerung von Betriebsrente und Pension: Die wichtigsten Grundlagen

Mit der Einführung des Alterseinkünftegesetzes wurde die Steuerlast ins Alter verlagert. Auch für die Besteuerung von Betriebsrenten und Pensionen gilt seitdem: Die Einkünfte müssen versteuert werden. Eine einheitliche Besteuerung gibt es aber nicht. Für Direktversicherung, Pensionskasse und Pensionsfonds gelten meist andere Regeln als für die Direktzusage des Arbeitgebers. Was Sie bei der Besteuerung von Betriebsrente und Pension beachten müssen, lesen Sie hier.

 

Was gilt bei der Besteuerung von Betriebsrenten und Pensionen?

Werden Betriebsrenten oder Beamtenpensionen durch den früheren Arbeitgeber gezahlt, gehören diese als Arbeitslohn zu den Einkünften aus nichtselbstständiger Arbeit. Soweit es sich dabei um einen Versorgungsbezug handelt, bleibt ein Teil davon steuerfrei (und unterliegt damit nicht der Besteuerung von Betriebsrenten und Pensionen).

 

Beamtenpensionen sind Bezüge des öffentlichen Dienstes aus einem früheren Dienstverhältnis und stets Versorgungsbezüge. Hierunter fallen Bezüge, die als Ruhegehalt, Witwen- oder Waisengeld, Unterhaltsbeiträge oder als gleichartige Bezüge aufgrund beamtenrechtlicher oder entsprechender gesetzlicher Vorschriften oder nach beamtenrechtlichen Grundsätzen gezahlt werden.

 

Betriebsrenten und Werkspensionen sind Bezüge aus einem privaten Arbeitsverhältnis, die meist nach Erreichen des Renteneintrittsalters gezahlt werden (oder auch aufgrund von Berufsunfähigkeit, Erwerbsunfähigkeit oder als Hinterbliebenenbezüge). Diese Bezüge sind grundsätzlich auch Versorgungsbezüge (allerdings nur, wenn der Steuerzahler das 63. Lebensjahr oder als schwer behinderter Mensch das 60. Lebensjahr vollendet hat). Zu den Werkspensionen gehören auch Leistungen aus einer Unterstützungskasse des ehemaligen Arbeitgebers.

 

Tipp: Lesen Sie auch unsere Gestaltungshinweise zur Anlage R und werfen Sie einen Blick in unsere Ausfüllhilfe für die Anlage R.

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Welche Freibeträge gibt es bei Betriebsrenten und Pensionen?

Grundsätzlich gewährt das Finanzamt einen steuerfreien Versorgungsfreibetrag und einen Zuschlag zum Freibetrag. Die Höhe des Versorgungsfreibetrags und des Zuschlags richtet sich nach dem Jahr, in dem erstmals ein Versorgungsbezug vorlag: War dies 2005 oder früher, beträgt der Freibetrag 40 % der Versorgungsbezüge, höchstens 3.000 EUR jährlich und der Zuschlag 900 EUR. Freibetrag und Zuschlag werden für jeden ab 2006 in den Ruhestand tretenden Rentnerjahrgang abgeschmolzen. 

 

 

Liegt der Versorgungsbeginn im Jahr 2015, beträgt der Freibetrag nur noch 24 % des Versorgungsbezugs, maximal 1.800 EUR zuzüglich eines Zuschlags von 540 EUR.

 

Bemessungsgrundlage für den Freibetrag ist das 12-Fache des Versorgungsbezugs für den ersten vollen Monat des Versorgungsbezugs (frühestens Januar 2005).

 

 

Achtung: Der im Erstjahr so ermittelte Jahresversorgungsfreibetrag und der Zuschlag gelten grundsätzlich für die gesamte Laufzeit des Versorgungsbezugs.

 

Werden Versorgungsbezüge nur für einen Teil des Kalenderjahres gezahlt, sind der auf das Kalenderjahr hochgerechnete Freibetrag und der Zuschlag zeitanteilig zu berücksichtigen.

 

Beispiel: Ein verheirateter Steuerpflichtiger (64 Jahre), der seit Juni 2015 (= erster Versorgungsmonat) im Ruhestand ist, bekommt ab da vom früheren Arbeitgeber eine Werkspension von monatlich 450 EUR. Bei der Werkspension handelt es sich um Arbeitslohn, der wegen Überschreitens der Altersgrenze (63 Jahre) als Versorgungsbezug begünstigt besteuert wird. Der Versorgungsfreibetrag ermittelt sich wie folgt:

12 x 450 EUR = 5.400 EUR, davon 24 % = 1.296 EUR (maximal 1.800 EUR) + Zuschlag 540 EUR = 1.836 EUR.

Ab dem folgenden Jahr (2016) bleiben von der Werksrente, auch wenn sie sich erhöht, jährlich 1.836 EUR steuerfrei. Für 2015 beträgt der steuerfreie Teil (ab Juni) 7/12 von 1.836 EUR = 1.071 EUR. Damit sind 2015 nun 4.329 EUR (5.400 EUR - 1.071 EUR) steuerpflichtiger Arbeitslohn.

 


Bezieher von Versorgungsbezügen erhalten einen Werbungskosten-Pauschbetrag von 102 EUR, wenn sie keine höheren tatsächlichen Ausgaben nachweisen. Mögliche Kosten sind z. B. Beratungskosten oder Prozesskosten in Zusammenhang mit dem Versorgungsbezug.

 

Wurde neben dem Versorgungsbezug auch anderer Arbeitslohn bezogen, sind Arbeitnehmer-Pauschbetrag (1.000 EUR) und Werbungskosten-Pauschbetrag (102 EUR) nebeneinander zu berücksichtigen, wenn jeweils keine tatsächlich höheren Aufwendungen vorliegen.

 

Beziehen beide Ehegatten Versorgungsbezüge, erhält jeder seinen Freibetrag und seinen Werbungskostenpauschbetrag.

 

Fazit: Bei der Besteuerung von Betriebsrenten und Pensionen müssen Sie viele Detailregelungen beachten. Eine handelsübliche Steuersoftware hat hier den Vorteil, dass alle geltenden Regelungen und Freibeträge automatisch aktuell hinterlegt sind, sodass Sie hier keine Fehler machen können.